Seit Jahrzehnten parken Anwohner einer schmalen Straße in Dortmund-Kley auf dem Gehweg. Laut Stadt und Ordnungsamt ist das aber verboten. © Rebekka Wölky
Falschparken

Parken verboten: Ordnungsamt kontrolliert plötzlich im Dortmunder Westen

In einer Straße in Kley haben Anwohner jahrzehntelang auf dem Gehweg geparkt. Laut der Stadt Dortmund ist das verboten. Jetzt drohen Verwarnungen und Abschleppmaßnahmen.

Anwohner einer schmalen Straße in Dortmund-Kley wundern sich: An ihren Autos, die sie genauso geparkt haben, wie sie es schon seit Jahren tun, finden sie plötzlich Hinweiskarten des Ordnungsamtes. Das Parken in der Straße Hoddenfeld sei ordnungswidrig, steht darauf.

Dabei habe man hier doch schon seit 60 Jahren so geparkt, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. Nun empfehle die Stadt Anwohnern, die die Möglichkeit dazu haben, eigene Stellplätze zu schaffen. „Wir wären gezwungen einen Baum zu fällen und begrünte Flächen zu einer kompletten Pflastersteinwüste umzubauen“, sagt der Anwohner.

Auf Anfrage dieser Redaktion erklärt die Stadt Dortmund, dass das Parkverbot in der Straße Hoddenfeld keineswegs neu sei. „Aufgrund der Topografie der Straße war das Parken dort zu keinem Zeitpunkt erlaubt“, sagt Stadt-Sprecher Maximilian Löchter. Heißt: Die Straße ist zu schmal, als dass Autos auf der Fahrbahn parken könnten, ohne den Verkehr zu behindern.

Nur 57 Zentimeter Gehweg übrig

Statt mit allen vier Rädern auf der Fahrbahn haben Autos hier deswegen meist mit zwei Rädern auf dem Gehweg geparkt. Dieses Gehwegparken ist aber grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme von dieser Regel gilt nur, wenn ein blaues Verkehrsschild mit weißem Auto-Symbol den Gehweg als Parkflächen kennzeichnet.

In der Straße Hoddenfeld in Dortmund dürfen Anwohner nicht mehr auf der Straße parken.
In der Straße Hoddenfeld dürfen Anwohner nicht mehr auf der Straße parken. © Rebekka Wölky © Rebekka Wölky

In der Straße Hoddenfeld ist das nicht der Fall. „Durch die parkenden Fahrzeuge reduziert sich die Gehwegbreite an manchen Stellen auf 57 Zentimeter“, sagt Löchter. Ein Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator passt durch eine so schmale Lücke nicht.

Der Bereich sei lange nicht kontrolliert worden. „Das Straßennetz Dortmund umfasst 1780 Kilometer“, so Löchter. Um jede Straße ständig zu kontrollieren, gebe es im Ordnungsamt zu wenig Personal. „Das rechtfertigt aber nicht ein dauerhaftes Fehlverhalten“, sagt Löchter.

Stadt verteilt Verwarnungen im Stufenverfahren

Auf das Problem in der Straße Hoddenfeld sei man erst durch Bürgerbeschwerden aufmerksam geworden. Weil hier zuvor keine Kontrollen des Ordnungsamtes stattgefunden hätten, habe es nicht direkt Verwarnungen gegeben.

Stattdessen gehe die Stadt in einem Stufenverfahren vor: Im ersten Schritt werden die Falschparker mit weißen Hinweiskarten auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht. Eine Verwarnung gibt es noch nicht. Bei folgenden Kontrollen verteilt das Ordnungsamt rote Hinweiskarten und spricht Verwarnungen aus. Im dritten Schritt gibt es dann keine Hinweiskärtchen mehr, sondern nur noch Verwarnungen oder den Abschleppwagen.

Eine Pflicht, den eigenen Vorgarten zum Parkplatz umzubauen, gebe es nicht, sagt Löchter. Darüber entscheide jeder Anwohner selbst. Parkmöglichkeiten gibt es auch in der Dorneystraße. Dorthin muss man aber ein Stück zu Fuß gehen.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky

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