Die Aldi-Filiale soll abgerissen und neu gebaut werden. © (A) Beate Dönnewald
Bauleitplanung

Neuer Aldi: Anwohner kritisieren mangelnde Bürgerbeteiligung

Der Neubau eines Aldi-Marktes sorgt weiterhin für Diskussionen. Anwohner klagen über eine mangelhafte Bürgerbeteiligung – und fühlen sich von der Politik allein gelassen.

Marten bekommt einen neuen Aldi Markt. Das jetzige Gebäude wie auch das der ehemaligen Sparkassen-Zweigstelle werden abgerissen. Der Discounter plant einen Neubau, näher an der Schulte-Heuthaus-Straße, aber ohne Wohnungen.

Für die SPD Marten ist das zwar eine städtebauliche Verbesserung. Sie fordert in einem Positionspapier aber weiterhin Wohnungen im Neubau. Dafür macht sich auch der Arbeitskreis (AK) „Planen und Bürgerbeteiligung“ im Martener Forum stark. Indes befürchtet er, dass seine Vorschläge in der Verwaltung unbeachtet bleiben.

„Heimlich, still und leise“ habe die Verwaltung in den Dortmunder Bekanntmachungen am 18. September 2020 zu Stellungnahmen im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit aufgerufen, schreibt Reinhard Gallen in einer E-Mail an die Mitglieder des Arbeitskreises, die dieser Redaktion vorliegt.

Stört der Bürgerwille?

„Dazu gab es keine Mitteilung an die BV (Bezirksvertretung, Anm. d. Red. ), noch einen Hinweis in den Zeitungen. Vielleicht soll alles so laufen, wie man es miteinander verabredet hat“, mutmaßt der Ur-Martener. „Der Bürgerwille würde da nur stören. Mehr Demokratie wagen, sieht anders aus.“

Martin Schmitz hat offenbar den gleichen Eindruck. „Das hatte mich auch geärgert. Das ging auch an mir völlig vorbei“, antwortet der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. „Deshalb hatten wir als Ortsverein auch das Positionspapier erstellt, auch, damit darüber auch nochmal in der SPD-Fraktion in Rat und BV diskutiert wird und nicht einfach durchgewunken wird.“

Joachim Schmittgen engagiert sich im Arbeitskreis
Joachim Schmittgen engagiert sich im Arbeitskreis „Planen und Bürgerbeteiligung“ des Martener Forums. © Dieter Menne (A) © Dieter Menne (A)

Joachim Schmittgen, ebenfalls engagiert im Arbeitskreis „Planen und Bürgerbeteiligung“ des Martener Forums, vermisst vor allem, dass sich die Bezirksvertretung mit dem Thema beschäftige. Vor der Sommerpause habe er das Thema in der Einwohnerfragestunde vorgetragen.

Klage über Desinteresse der Politik

„Ich finde mich in meiner Befürchtung bestätigt, dass sich in der BV Lüdo kein Mitglied und keine Fraktion für die städtebauliche Entwicklung von Marten interessiert“, schreibt er in dem E-Mail-Wechsel. „Man ist froh, dass ein Aldi im Stadtbezirk gebaut wird und städtebauliche Nachteile weder für Lütgendortmund oder Bövinghausen oder für die Germania-Siedlung einschließlich Somborn entstehen.“

Schmittgen befürchtet, dass ein Vertrag zwischen Stadtverwaltung und Investor unterschriftsreif ausgehandelt wird. Wenn er dann Bezirksvertretung, Ausschuss und Rat ausverhandelt vorliege, hätten die Politiker kaum mehr Einfluss auf den Inhalt. Die Gremien könnten ihn dann nur „durchwinken“, kritisiert er.

Schmittgen nimmt vor allem die Grünen in die Pflicht und zitiert aus einem Wahl-Flyer: „Wir halten es für geboten, dass die Menschen umfassend darüber informiert werden, wie Politik funktioniert und welche Möglichkeiten jeder hat, dabei mitzumachen“

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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