Die Lindberghstraße war am Mittwochabend wegen herabfallender Brückenteile gesperrt worden. © Helmut Kaczmarek
Lindberghstraße

Nach herabgestürzten Metallteilen: Abriss der Brücke nicht ausgeschlossen

Am Mittwochabend war die Lindberghstraße gesperrt worden, nachdem Metallteile von einer Eisenbahnbrücke abfielen. Ein Abriss der Brücke kann vom Inhaber nicht ausgeschlossen werden.

Mehrere zwei Meter lange Metallstreben waren am Mittwochabend auf die Lindberghstraße in Huckarde gefallen. Gelöst hatten sie sich von einer stillgelegten Eisenbahnbrücke. Der Besitzer der Brücke ist die RAG Montan Immobilien, eine Tochter der RAG Aktiengesellschaft, die sich mit den langfristigen Folgen des Bergbaus beschäftigt.

Pressesprecher Stephan Conrad zur Zukunft der Brücke: „Der Gutachter war gestern schon vor Ort und prüfte auch heute Vormittag noch die Brücke in einer Sonderprüfung detailliert. Nach Fertigstellung des gutachterlichen Berichtes wird dann von der RAG / RAG Montan Immobilien entschieden, wie weiter vorgegangen wird.“

Die Lindberghstraße, die unter der Brücke durchführt, wurde bis Donnerstagabend gesperrt. Ein Teil der Geh- und Radwege wird weiterhin gesperrt bleiben. Conrad von der RAG: „Der Geh- und Radweg im nordöstlichen Bauwerksbereich bleibt bis zur Instandsetzung für den öffentlichen Verkehr gesperrt.“ Die Instandsetzung werde voraussichtlich zwei bis drei Wochen dauern.

Die RAG arbeite bei den Sperrungen eng mit der Stadt Dortmund zusammen: „Die Verkehrsfreigabe sowie die Einrichtung der Sperrfläche des nördlichen Geh- und Radweges erfolgt nach Rücksprache und Abstimmung mit dem Tiefbauamt der Stadt Dortmund.“ Die Brücke selbst ist zwar nicht für Fußgänger freigegeben, dass Betreten wurde aber von der RAG geduldet. Vorsorglich werde nun auch die Brücke selbst gesperrt.

Winter möglicherweise für Schäden verantwortlich

Bisher seien keine Schäden an der Eisenbahnbrücke bekannt gewesen. Laut RAG wurde die Brücke noch im November 2020 überprüft. Stephan Conrad: „Dabei wurden diese Schäden in der Form nicht festgestellt.“

Allerdings sei es „möglich, dass der Winter mit den Temperaturschwankungen dazu geführt hat, dass sich Betonteile beziehungsweise der Putz abgelöst hat und darunter befindliche Stahlbauteile freigelegt hat, die dadurch noch stärker korrodiert sind.“ Die Brücke selbst ist seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb. Sie stammt noch aus der Zeit der Kokerei und der Zeche Hansa.

Wenn sich bei dem Gutachten herausstellt, dass die ehemalige Eisenbahnbrücke stark beschädigt ist, kann der Abriss nicht ausgeschlossen werden. Pressesprecher Stephan Conrad: „Wenn grundsätzlich die Verkehrssicherheit mit kleineren Sanierungsmaßnahmen wiederhergestellt werden kann, wird das zeitnah umgesetzt. Falls die Substanz des Bauwerks stark angegriffen ist, müsste der Rückbau eingeleitet werden.“

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga
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