Reiner Schramowski war mit seinem Hund unterwegs, als er den Müll am Deusenberg entdeckte. © Reiner Schramowski
Illegale Müllentsorgung

Meterhohe Müllberge: Reifen in Dortmund illegal „entsorgt“

Unbekannte haben mehrere große Müllberge illegal in Dortmund abgeladen. Zum Teil stapelt sich der Müll meterhoch. Das sorgt für Ärger – und hohe Kosten.

Wer hat die Müllberge in Dortmund illegal abgelegt? Das fragt sich Reiner Schramowski.

Schramowski setzt sich für den Dortmunder Vorort Deusen ein. Er ist Vorstandsvorsitzender der Siedlergemeinschaft Deusen und damit so etwas wie ein Experte, wenn es um den eher ruhigen, ländlichen Vorort geht.

Müll Ende Dezember entdeckt

Reiner Schramowski war derjenige, der am 2. Weihnachtsfeiertag den Müll entdeckte. Am 26. Dezember hat der 71-Jährige mit seinem Hund Butch einen ausgiebigen Spaziergang gemacht. „Da war das Wetter so schön“, sagt er und erinnert sich zurück.

Vier Berge Müll hat Reiner Schramowski bei seinem Spaziergang am 26. Dezember entdeckt. Auch am 4. Januar liegt der Müll noch an Ort und Stelle.
Vier Berge Müll hat Reiner Schramowski bei seinem Spaziergang am 26. Dezember entdeckt. Auch am 4. Januar liegt der Müll noch an Ort und Stelle. © Reiner Schramowski © Reiner Schramowski

Was er dann aber entdecken musste, trübte seine gute Laune. Unbekannte hatten gleich mehrere große Müllberge in der Nähe des Deusenbergs entsorgt. „Ich bin auf vier große Haufen aus Kunststoffschläuchen und einen weiteren Müllhaufen gestoßen“, sagt er.

Etliche Kunststoffschläuche hat jemand illegal in Dortmund entsorgt.
Etliche Kunststoffschläuche hat jemand illegal in Dortmund entsorgt. © Reiner Schramowski © Reiner Schramowski

Schramowski berichtet, dass er den Müll ein wenig genauer untersucht habe, um möglicherweise herauszufinden, wer den Müll dort verbotenerweise abgelegt hat. Doch: Er hatte kein Glück.

Vermutung liegt nahe, dass eine Firma den Müll abgelegt hat

Der Dortmunder hat aber eine Vermutung, wer den Müll entsorgt haben könnte. Eine Firma, die sich das Geld für eine fachgerechte Entsorgung sparen wollte. Eine Privatperson werde wohl kaum so viele Reifen und anderen Müll zum Wegwerfen haben. Auch am Mittag des 4. Januar (Montag) ist der Müll noch da.

Nun stellt sich die Frage, wer den illegal abgelegten Müll fachgerecht entsorgen lassen und für diese Kosten aufkommen muss.

Auf Anfrage bei der EDG (Entsorgung Dortmund GmbH) und der Deutschen Bahn stellt sich raus, dass es in diesem Fall womöglich beide Parteien sind. Der Grund: Die Müllberge liegen auf Geländen, die zur Bahn und zur EDG gehören. Die EDG wird sich mit der Deutschen Bahn in Kontakt setzen, um „bilateral abzustimmen“, wer zuständig ist. Mitarbeiter der EDG und der Deutschen Bahn werden sich die Lage vor Ort anschauen und dann prüfen, was genau zu tun ist.

Deutsche Bahn und EDG wollen Müll entsorgen

Ein Pressesprecher der Deutschen Bahn bestätigt, dass die Entsorgung auch in den Zuständigkeitsbereich der Bahn fällt. „Wir werden selbstverständlich auch Strafanzeige stellen“, sagt der Pressesprecher. Der Sprecher veranlasst, dass der Müll begutachtet und „so schnell wie möglich“ fachgerecht entfernt wird.

Leider komme es sehr häufig vor, dass im Großraum Dortmund illegal Müll abgeladen wird, sagt der Bahn-Pressesprecher Thorsten Nehring. Diese Redaktion berichtet regelmäßig über diese sogenannten „illegalen Müllkippen“.

Der Sprecher der Deutschen Bahn verweist auf die App der EDG. Bürgerinnen und Bürger können über die kostenlose Dreckpetzen-App Müll melden, der dann von der EDG entsorgt wird (wenn diese zuständig ist).

Bahn gibt im Jahr 2019 Millionenbetrag für die Beseitigung illegaler Müllentsorgung in NRW aus

Der Bahn-Sprecher kann noch nicht beziffern, wie teuer die fach- und umweltgerechte Entsorgung der Müllberge in diesem Fall für die Deutsche Bahn sein wird.

Allerdings nennt Thorsten Nehring eine andere Zahl: Im Jahr 2019 hat die Deutsche Bahn 15 Millionen Euro dafür ausgegeben, um illegale Müllkippen zu entsorgen und Vandalismus-Schäden zu beseitigen, die in NRW gemeldet wurden.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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