In Sachen Fahrbahnsanierung auf der westlichen Rampe der Schwieringhauser Brücke gibt es Neuigkeiten. © Uwe von Schirp
Dortmund-Ems-Kanal

Marode Kanalbrücke: Stadt saniert nur einen Teil der Fahrbahnen

Straßensanierung auf einer Brückenrampe, über die kein Verkehr mehr fließt: Das erregte die Anwohner und Politik. Nun hat die Stadt Dortmund ihre Sanierungspläne korrigiert. Und mehr noch.

Für Diskussionsstoff sorgte in den vergangenen Wochen die Fahrbahnsanierung der Altmengeder Straße westlich des Dortmund-Ems-Kanals. Der Grund: Die Rampe zur Schwieringhauser Brücke ist dauerhaft für den motorisierten Verkehr gesperrt. Warum also eine Sanierung, wenn die Rampe ohnehin ab 2025 neu gebaut werden soll?

Das Thema sorgte für Diskussionsstoff und Stirnrunzeln unter den Anwohnern. Die Situation an der maroden Kanalbrücke zwischen Mengede und Schwieringhausen beschäftigte einmal mehr die Mengeder Bezirksvertretung.

Mittlerweile hat das Tiefbauamt seine Sanierungspläne in Teilen korrigiert. Die Ortspolitiker haben mehr Klarheit hinsichtlich der künftigen Trassenführung. Denn im Fokus neben dem eigentlichen Neubau steht die westliche Rampe, die durch das Naturschutzgebiet Siesack führt.

Tiefbauamt geht auf Forderungen der Politik ein

Die Stadt Dortmund verteidigte noch einmal die aktuelle Sanierung der seit Jahren bestehenden Schlagloch-Piste. „Zwar dürfen die Brücke selbst keine Autos mehr passieren, aber Radfahrende und Fußgänger verkehren dort nach wie vor und auch sie haben einen Anspruch auf gefahrenfreie Bewegung“, erklärt Stadtsprecher Christian Schön in einer Pressemitteilung.

Der Verlauf der Altmengeder Straße westlich der Straße Im Siesack bleibt bei einem Brückenneubau unverändert.
Der Verlauf der Altmengeder Straße westlich der Straße Im Siesack bleibt bei einem Brückenneubau unverändert. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Das Tiefbauamt gehe aber auf Forderungen und Wünsche der Ortspolitik ein: Es nehme den Teil der Fahrbahn von der Sanierung aus, die für die neue Rampe nicht mehr benötigt werde. Etwa 200 Meter vor der bestehenden Brücke werde die Altmengeder Straße künftig verschwenkt.

Deswegen werde die Fahrbahn nur im westlichen Teil, also ungefähr zwischen den Einmündungen Schersfeld und Im Siesack saniert. Den nördlichen Gehweg lasse das Tiefbauamt jedoch bis direkt an die Brücke heran erneuern. „Gerade für Fußgänger und Radfahrende […] ist diese Maßnahme zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit von hoher Bedeutung“, erklärt die Stadt.

Künftiger Brückenkopf liegt direkt neben dem bestehenden

Wo die neue Brücke und ihre Rampen hinkommen, zeigt der 15 Jahre alte Plan aus dem Planfeststellungsverfahren. Der liege den Politikern nun vor, erklärt Grünen-Fraktionssprecher Jürgen Utecht in einer Presseinformation. „Demnach ist für die neue Brücke nur eine geringe Verbreiterung der bisherigen Trasse geplant, der Eingriff in das Naturschutzgebiet ‚Im Siesack’ ist nicht so gravierend wie zunächst befürchtet.“

Die Bildmontage zeigt die jetzige Brücke und den geplanten Neubau. Zu sehen ist auch, wie die alte Rampe als Zugang zum Kanaluferweg umgebaut werden soll.
Die Bildmontage zeigt die jetzige Brücke und den geplanten Neubau. Zu sehen ist auch, wie die alte Rampe als Zugang zum Kanaluferweg umgebaut werden soll. © RVR2020 / Montage: Jürgen Utecht © RVR2020 / Montage: Jürgen Utecht

Eine Bildmontage zeigt, dass der neue westliche Brückenkopf unmittelbar neben dem bestehenden liegen soll. „Auf Grundlage dieses Bauplans erscheint ein neues Planfeststellungsverfahren zum Bau an bisheriger Stelle nicht mehr notwendig. Die Einschränkungen für die Bevölkerung können so gering wie möglich gehalten werden“, schreibt Utecht.

Ein neues Planfeststellungsverfahren hatten die Bezirksvertreter in ihrer November-Sitzung durchaus noch einmal diskutiert. Das würde einen Neubau allerdings um Jahre verzögern. Darauf hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Westdeutsche Kanäle bei einem Ortstermin im Sommer hingewiesen.

Alte Rampe als Zufahrt für den Uferweg?

Bleibt es also bei den 15 Jahre alten Planungen, könnten die Brückenrampen eine neue Funktion übernehmen. „Die alten Trassen werden für zusätzliche Zufahrten zum Uferweg genutzt und bringen hier eine Verbesserung – hoffentlich bei Erhalt möglichst vieler alter Alleebäume“, schreibt der Grünen-Politiker.

Links im Bild der nördliche Teil des Naturschutzgebiets Siesack. Unmittelbar hinter der Einmündung Scharstraße verlief einst die Schwieringhauser Straße. Die Allee mit altem Baumbestand ist vom Neubau der Brücke und der Rampen nicht betroffen.
Links im Bild der nördliche Teil des Naturschutzgebiets Siesack. Unmittelbar hinter der Einmündung Scharstraße verlief einst die Schwieringhauser Straße. Die Allee mit altem Baumbestand ist vom Neubau der Brücke und der Rampen nicht betroffen. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

„Anstelle des alten Brückenkopfes wäre Platz für ein Segment der alten Brücke als Erinnerung an die lange Sperrung“, findet er. Ein derartiger Teil der stählernen Fachwerkkonstruktion hätte durchaus – und vor allem – historische Bedeutung.

Die Schwieringhauser Brücke steht unter Denkmalschutz. Deswegen stand ihr Neubau im Frühsommer 2019 infrage. Zu diesem Zeitpunkt überquerten allerdings noch Autos hier den Dortmund-Ems-Kanal. Die Sperrung erfolgte dann im September 2020.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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