Am 28. März jährt sich zum ersten Mal der Todestag der kleinen Lejla, die seit dem Babyalter gegen den Krebs kämpfen musste. Nun sollen die für sie gespendeten Gelder anderen Menschen zugute kommen. © (A) Beate Dönnewald

Mädchen (11) starb vor einem Jahr – nun soll sein Geld anderen helfen

Das Schicksal der krebskranken Lejla hat viele Menschen berührt. Vor einem Jahr verlor sie den Kampf gegen die tückische Krankheit. Nun werden die restlichen Spendengelder in ihrem Sinne verteilt.

Ein trauriger Jahrestag rückt näher: Am 28. März 2020 ist Lejla aus Bosnien gestorben. An diesem Tag verlor die damals 11-Jährige ihren lebenslangen Kampf gegen den Krebs.

Weil der Kirchlinder Pfarrer und ehemalige Superintendent Hartmut Anders-Hoepgen als Freund der Familie öffentlich Spendengelder für die medizinische Behandlung des schwerkranken Mädchens in der Universitätsklinik Essen gesammelt hat, nahmen viele Menschen Anteil an Lejlas Schicksal. Bereits als Baby verlor sie aufgrund eines bösartigen Tumors ihr linkes Auge. Zehn Jahre später, im Herbst 2019, kehrte der Krebs in Form eines Sarkoms in der Augenhöhle zurück.

Nicht nur die Anteilnahme, auch die Spendenbereitschaft der Dortmunder war enorm. Bei der ersten Spendenaktion 2009 kamen 22.000 Euro zusammen, bei der zweiten 2019/20 sogar fast 25.000 Euro. Ein Großteil des Geldes blieb aber unangetastet, weil auch andere Initiativen für Lejla gesammelt hatten – und das tapfere Mädchen viel zu früh sterben musste.

„Auf dem Kirchenkreiskonto der Evangelischen Miriam-Kirchengemeinde sind noch 36.000 Euro der Spendengelder verblieben“, berichtet Hartmut Anders-Hoepgen. Das Presbyterium der Kirchengemeinde habe auf seine Initiative hin nun beschlossen, das Spendenkonto aufzulösen und die große Summe aufzuteilen.

Aufteilung des Geldes in Lejlas Sinne

Das Geld werde gedrittelt und komme der Familie von Lejla Adzic in Bosnien, der Essener „Initiative Elternhaus für Familien krebskranker Kinder“ und der Stiftung des zukünftigen Dortmunder Kinderhospizes „Sonnenherz“ zugute, so der Kirchlinder Pfarrer. Er sei sich sicher, dass diese Aufteilung ganz in Lejlas Sinne sei.

Ihre Familie sei bitterarm und habe schwer am Verlust ihrer Tochter zu tragen. „Die Eltern können darüber immer noch nicht sprechen und weinen jedes Mal bitterlich am Telefon“, so Hartmut Anders-Hoepgen.

Die Essener „Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V“., die sich allein über Spenden finanziert, hatte Lejla und ihre Eltern während ihrer Behandlung im Universitätsklinikum Essen betreut. Das Elternhaus war für die gebeutelte Familie ein liebevolles „Zuhause auf Zeit“.

Lejla steckte alle mit ihrer Fröhlichkeit an

„Darüber hinaus begleitet unser psychosoziales Team die Familienmitglieder durch die Höhen und Tiefen dieser schwierigen Zeit “, schreibt Lara Krieger von der Elterninitiative. Lejla habe hier alle sehr beeindruckt, weiß Hartmut Anders-Hoepgen aus Gesprächen mit der Initiative. „Sie war ein besonderes Mädchen. Obwohl sie selber todkrank war, hat sie im Elternhaus alle mit ihrem Optimismus und ihrer Fröhlichkeit angesteckt.“

Dieses Bild, das das Elternhaus zeigt, hat Lejla während ihrer Behandlung in der Universitätsklinik in Essen gemalt.
Dieses Bild, das das Elternhaus zeigt, hat Lejla während ihrer Behandlung in der Universitätsklinik in Essen gemalt. © Lejla © Lejla

Die Elterninitiative freut sich sehr über die Spende: „Aufgrund der unsicheren Spendensituation für das laufende Jahr (wegen Corona) würden wir mit Ihrer Spende den Unterhalt des Elternhauses finanzieren, denn dies ist für die Kinder und Familien unser existenziellstes Projekt“, schreibt Lara Krieger in einer E-Mail an den Kirchlinder Pfarrer.

Ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit

Gut gebrauchen kann das Geld auch die Elisabeth-Grümer-Hospiz-Stiftung, die das Kinderhospiz „Sonnenherz“ in Dortmund-Bövinghausen bauen möchte. Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten und ihre Eltern sollen hier Hilfe erfahren. „Wir möchten ein würdiges Abschiednehmen von den geliebten Kindern ermöglichen. Für Eltern und Kinder soll ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit geschaffen werden“, heißt es in dem Spenden-Flyer.

Auch Lejla war ein solches Kind. Sie ist allerdings nicht in einem Hospiz, sondern im Kreise der Familie in ihrer Heimat Bosnien gestorben. Das war ihr letzter Wille.

Hier können Sie spenden

  • Sowohl für die „Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder e.V“ als auch das Kinder-Hospiz Sonnenherz werden dringend Spenden benötigt.
  • Das Spendenkonto der Elterninitiative lautet: IBAN DE06 3605 0105 0001 9551 11, BIC SPESDE3EXXX Sparkasse Essen
  • Das Spendenkonto der Elisabeth-Grümer-Hospiz-Stiftung lautet DE05 4405 0199 0001 2223 33, BIC DORTDE33, Sparkasse Dortmund
Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald