Ihr Geschäftsmodell „Lieferclaus“ stellt die Schausteller-Familie Arens nach dem Valentinstag ein. Jede Branche brauche endlich eine Perspektive, wie es nach dem Lockdown für sie weitergeht, sagt Patrick Arens. © Peter Bandermann (Archiv)
Schausteller in der Pandemie

Lieferclaus: Schoko-Sträuße zum Valentinstag, danach ist erstmal Schluss

Noch bis zum Valentinstag ist Arens‘ „Lieferclaus“ im Einsatz. Wie es für die bekannte Schausteller-Familie danach weitergeht, ist ungewiss. Sie fordert eine „Perspektive für alle Branchen“.

Gebrannte Mandeln, Glühwein und Schoko-Früchte-Spieße schmecken vielen Dortmundern auch nach Weihnachten noch. Deshalb ist Marcel Arens alias Lieferclaus mit seinem „Weihnachtsmarkt to go“ gleich zweimal in die Verlängerung gegangen.

Nachdem wegen der Pandemie sämtliche Volksfeste und sogar der Dortmunder Weihnachtsmarkt abgesagt wurden, hatte die bekannte Schausteller-Familie im November nach Alternativen gesucht. Mit ihrem Liefer- und Abholservice vor der heimischen Haustür in Dortmund-Oestrich landete sie einen Volltreffer. Die Kunden-Resonanz war von Anfang an riesig.

„Doch mittlerweile hat sich das Geschäft vor Ort ausgereizt“, sagt Patrick Arens, Vater von Marcel Arens, auf Anfrage dieser Redaktion. Deshalb werde man nach dem Valentinstag am 14. Februar den Stand an der Straße Strümpenbusch 14 vorerst schließen.

Schokoladen-Erdbeeren-Sträuße für Verliebte

Für diesen Tag haben sich Marcel Arens und sein Team aber noch einmal was Besonderes einfallen lassen. Sie bieten für alle Verliebten Schokoladen-Erdbeeren-Sträuße und eine „Love is in the Air“-Platte an. Vorbestellungen sind bis zum 12. Februar unter Tel. (0175) 80 41 991 per WhatsApp möglich.

Mit einer blumig-schokoladigen Valentinstag-Aktion verabschiedet sich Lieferclaus vorerst von seinen treuen Kunden.
Mit einer blumig-schokoladigen Valentinstag-Aktion verabschiedet sich Lieferclaus vorerst von seinen treuen Kunden. © Arens © Arens

Wie es danach für die Schausteller-Familie weitergeht, ist ungewiss. „Wir brauchen wie alle Branchen endlich eine Perspektive“, fordert Patrick Arens stellvertretend für alle Schausteller. Bund und Länder müssten für jede Branche Parameter definieren, die sie aus dem Lockdown rausholen, sagt er mit Blick auf die Corona-Konferenz am Mittwoch (10.2.).

„Es geht hier nicht allein ums Geldverdienen“, stellt Patrick Arens klar. „Das Nichtstun ist ein emotionales Desaster. Die Aufgabe, die man immer mit Herzblut ausgefüllt hat, wird einem geraubt.“ Ohne jede Perspektive mache das auf Dauer zornig, „es kostet Nerven und Motivation.“

„Können doch nicht dauerhaft subventioniert werden“

Patrick Arens möchte nicht falsch verstanden werden. „Wir nehmen die Pandemie ernst, wir wissen, was sie bedeutet.“ Auch über die Hilfsprogramme wolle er sich nicht beschweren – wenn die Gelder denn ankommen. „Aber wir können doch nicht dauerhaft subventioniert werden“, so der Vorsitzende des Dortmunder Schaustellervereins Rote Erde.

Seine Branche habe bereits bewiesen, dass sie beweglich sei und auch in der Pandemie angepasst arbeiten könne. Als Beispiel nennt Arens den Pop-up-Freizeitpark im Sommer. Der Besuch eines Volksfestes sei mit Blick auf das Coronavirus nicht gefährlicher als der Aufenthalt in einer Fußgängerzone. „Dort, wo es eng wird, muss man es anders regeln.“

Die Fortsetzung des Lockdowns in der jetzigen Form sei der „Tod für das kleine Unternehmertum“, ist sich Patrick Arens sicher.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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