Der Dortmunder Friseurmeister David Ehwein hat seit rund zwei Wochen eine eigene Corona-Teststelle. Er möchte vor allem seinen Kunden zusätzliche Wege abnehmen. © Beate Dönnewald
Coronavirus

Kunden können es nicht glauben: „Ein Friseursalon ist Corona-Teststelle?“

David Ehwein ist Dortmunds einziger Friseur mit einer offiziellen Corona-Schnelltest-Stelle. Schon oft hat er deshalb in ungläubige Gesichter geblickt. Doch der 38-Jährige bleibt gelassen.

David Ehwein ist nicht nur Friseurmeister, sondern auch Betreiber einer offiziellen Corona-Schnelltest-Stelle. Vor allem seinen Kunden möchte er damit zusätzliche Wege abnehmen. Denn aktuell besteht laut Coronaschutzverordnung für einen Friseurbesuch noch eine Testpflicht.

Ehweins Kunden müssen also nicht extra ein Testzentrum aufsuchen, sondern können sich ganz bequem in seinem Salon „Coiffeur Thadeusz“ in Dortmund-Oespel in den Stuhl fallen und auf Covid-19 testen lassen. Aber auch ohne einen Termin zum Haareschneiden kann man das Angebot nutzen.

Der 38-Jährige ist bislang Dortmunds einziger Friseur, der Bürgertestungen anbieten darf. Ein Alleinstellungsmerkmal, das ihm allerdings immer wieder ungläubige Blicke beschert. „Viele sind einfach überrascht und fragen zweimal nach“, erzählt David Ehwein. Er nimmt es gelassen.

Zufrieden mit der Resonanz

Mit der bisherigen Resonanz ist der Oespeler Friseurmeister vielmehr sehr zufrieden. 15 bis 20 Tests führe er täglich durch, hauptsächlich bei seinen Kunden. „Aber es kommen auch externe Kunden. Kürzlich war eine ganze Familie zum Test hier.“

Noch mehr freue er sich allerdings darüber, dass die Friseur-Buchungen langsam wieder zunähmen. „Das lässt sich deutlich ablesen. Ob das wirklich mit dem Testangebot zusammenhängt, weiß ich nicht.“

David Ehwein, Inhaber von Coiffeur Thadeusz, ist Dortmunds erster Friseur mit einer eigenen Corona-Schnelltest-Station. Hier zeigt er der Kundin seine Test-Auswahl.
David Ehwein, Inhaber von Coiffeur Thadeusz, ist Dortmunds erster Friseur mit einer eigenen Corona-Schnelltest-Station. Hier zeigt er der Kundin seine Test-Auswahl. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Ausgebucht wie vor dem Lockdown sei sein Salon aber nach wie vor an den wenigsten Tagen, bedauert Ehwein. Das Schicksal teilt er mit vielen Friseuren.

Auch das Wetter ist schuld

Der 38-Jährige schiebt die Zurückhaltung seiner Kunden nicht nur auf die ständig wechselnden Corona-Regeln, sondern auch auf das Wetter. „Momentan will doch keiner vor die Tür gehen. Wir hatten den kältesten April seit 40 Jahren und der Mai ist bislang auch nicht besser.“

Umso glücklicher sei er, dass er aufgrund seiner Teststelle schon so manche Terminabsage verhindern konnte. „Viele haben einfach keinen Bock, sich für einen Friseurbesuch extra einen negativen Corona-Test zu besorgen. Weil sie das bei mir erledigen können, kommen sie dann doch.“

Dass in Dortmund die Infektionszahlen sinken, dürfte die Testmuffel freuen. Denn bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 entfällt die Testpflicht für einen Friseurbesuch. Voraussichtlich gelten die Lockerungen in Dortmund ab dem 27. Mai. Ehwein kann darüber nur den Kopf schütteln. „Wir sind doch weiterhin eine körpernahe Dienstleistung. Für diese Entscheidung fehlt mir jedes Verständnis.“

Ehwein geht davon aus, dass die Nachfrage nach Corona-Schnelltests trotzdem steigen wird. „Vor allem, sobald der komplette Einzelhandel und die Außengastronomie wieder öffnen dürfen.“ Deshalb sei er froh, dass es in Oespel noch weitere Teststationen gibt.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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