Marek Zajac wünscht ein Tempolimit für die Straße Im Dorloh, damit die Busse beim Vorbeifahren keine Erschütterungen mehr verursachen. © Holger Bergmann
Schlagloch-Ärger

Kaputter Asphalt: Wenn die Busse vorbeidonnern, knarren die Dach-Balken

Im Jahr 2008 fiel bei Marek Zajac ein Spiegel von der Wand, als ein Bus vorbei fuhr. Seitdem kämpfen er und seine Nachbarn für neuen Asphalt auf der Straße „Im Dorloh“.

Mit den Buslinien 460, 470 und 480 fahren gleich drei Buslinien durch die Straße Im Dorloh in Kirchlinde. Alle drei Minuten ein Bus. Offenbar zu viele Busse für die enge Straße. Denn auf dem Asphalt zeigen sich starke Abnutzungserscheinungen. Schon wieder. Denn die Entwicklung ist nicht neu für Anwohner Marek Zajac: „Zuerst Spurrillen, dann Risse im Asphalt, dann Kaltasphalt als Ausbesserung. Und mit jedem Schritt wird es schlimmer.“

Denn es ist nicht der kaputte Asphalt, der Marek Zajac aufregt, sondern eine direkte Folge davon: die Erschütterung des Bodens, wenn die Busse über diese Unebenheiten fahren.

Weingläser mit Abstand im Schrank

„Wir mussten unsere Weingläser im Schrank mit größerem Abstand aufstellen, damit sie nicht gegeneinander schlagen, wenn ein Bus vorbeifährt“, sagt ein Nachbar von Marek Zajac. Zajac selbst ist genervt von dem Geräusch der Dach-Balken über seinem Schlafzimmer. „Die knarren bei jedem Bus, der vorbei kommt.“ Das hört er vor allem, wenn nachts der Nachtexpress NE9 an seinem Schlafzimmer vorbeifährt.

An den Fenstern seines Hauses haben sich bereits Risse gebildet. Er geht davon aus, dass die Erschütterungen daran Schuld sind.

Der Weg durch die Instanzen

Deshalb wollen sich er und seine Nachbarn für eine Erneuerung der Straße stark machen. Mal wieder. Und sie wollen den Weg über die Bezirksvertretung Huckarde gehen. Mal wieder.

An einigen Stellen wurden die eingefahrenen Spurrillen mit Kalt-Asphalt aufgefüllt. Wenn hier ein Bus drüber rumpelt, ist es besonders laut.
An einigen Stellen wurden die eingefahrenen Spurrillen mit Kalt-Asphalt aufgefüllt. Wenn hier ein Bus drüber rumpelt, ist es besonders laut. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Eines wollen sie aber anders machen als früher: Diesmal wollen nicht nur eine neue Fahrbahndecke, sondern einen komplett neu aufgebauten Untergrund der Straße. Der soll Erschütterungen schlucken und so die Häuser und ihre Bewohner schonen.

Das alles haben die Anwohner schon einmal hinter sich. Als 2008 der Spiegel von der Wand fiel, ging es los. Die Nachbarn baten zunächst erfolglos beim Tiefbau, ihre von Schlaglöchern gezeichnete Straße zu erneuern. Dann gingen sie den Weg durch die Instanzen.

Neue Fahrbahndecke im Jahr 2012

Im April 2010 erreichten sie eine Ortsbegehung durch Mitglieder der Bezirksvertretung. Tatsächlich bekam die Straße Im Dorloh im Jahr 2012 eine neue Fahrbahndecke. Ziel erreicht, dachten die Anwohner. Doch sofort bemerkten sie, dass Auto- und Busfahrer auf dem neuen Asphalt gerne mal auf Gas traten. Eine erneute Initiative führte zu einer Geschwindigkeitsmessung der Polizei.

„Sieben Stunden lang haben die hier einen Raser nach dem anderen rausgezogen“, erinnert sich Marek Zajac. Doch das war‘s. Und heute, nach knapp acht Jahren, ist die Straße wieder kaputt.

Marek Zajac und seine Verbündeten versuchen nun zu erreichen, dass ihre Straße noch einmal erneuert wird. „Diesmal aber richtig“, hofft Marek Zajac. Und damit die Fahrbahn länger hält, will er eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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