Das Ehepaar sucht ein Haus in Lütgendortmund oder in angrenzenden Stadteilen und Städten wie Castrop-Rauxel und Bochum. © Oskar Neubauer
Immobilien-Suche

Junges Ehepaar sucht verzweifelt Haus in Dortmund: Dicke Belohnung winkt

Seit über einem Jahr sucht ein Dortmunder Ehepaar ein Haus. Die junge Frau schiebt die bislang erfolglose Suche auch auf ihren ausländischen Namen. Nun hat sie über 200 Flugblätter verteilt.

Die letzte Enttäuschung sitzt noch tief. „Ich bin traumatisiert“, sagt die 33-jährige Privat-Dozentin Julia B. über ihre lange und erfolglose Haus-Suche. Am vergangenen Freitag (16.7.) sah sie sich und ihren Mann (34) am Ziel ihrer Träume. Und dann platzte der Hauskauf unvermittelt.

„Alles war im Grunde in trockenen Tüchern, wir hatten uns mit dem Verkäufer geeignet und grünes Licht von unserer Bank“, erzählt die junge Frau mit russischen Wurzeln. Dann sei der niederschmetternde Anruf gekommen. „Wir verkaufen das Haus an unsere Bekannten, hat man uns mitgeteilt“, erzählt Julia B.

Ihr Frust nach zahlreichen Absagen oder – noch schlimmer – ausbleibenden Reaktionen auf ihre Anfragen hat Julia S. kreativ werden lassen. Wenige Stunden nach der letzten Riesenenttäuschung verteilte sie Flugblätter in der Nachbarschaft und darüber hinaus.

Flugblätter in über 200 Briefkästen

In über 200 Briefkästen landete ein DIN-A4-Bogen, auf dem das Paar in kurzen Sätzen seine Suche nach einem Haus oder Grundstück in Lütgendortmund und Umgebung schildert. Der besondere Clou: Bei erfolgreicher Vermittlung wolle man sich mit einer Belohnung bedanken, heißt es in dem Schreiben.

„Wenn es aufgrund der Vermittlung tatsächlich zu einem Kauf kommt, geben wir dafür 1000 Euro“, sagt Julia B. auf Anfrage dieser Redaktion. „Einmal vor der Nase wedeln“ reiche natürlich nicht aus.

Ihre Ansprüche hätten sie mittlerweile heruntergeschraubt. Anfangs träumten die beiden von einem Einfamilienhaus, mittlerweile darf es auch ein Reihenmittelhaus sein. Ob Neubau, Altimmobilie mit Renovierungsstau oder Grundstück – die beiden Wahl-Dortmunder sind flexibel. Platz sollte es auch für ein Kinderzimmer geben, denn Nachwuchs sei geplant. Ihre finanzielle Schmerzgrenze liege bei 400.000 Euro.

Seit über einem Jahr studieren Julia B. und IT-Spezialist Holger S. mittlerweile auf sämtlichen Kanälen Häuser- und Grundstücksanzeigen, auf passende bewerben sie sich. Dann hoffen sie, zu einer Besichtigung eingeladen zu werden. „Wenn ich unterschrieben habe, haben wir nie eine Antwort. Das wird wohl an meinem russischen Namen liegen“, vermutet Julia B.

Über 50 Anfragen

Über 50 Anfragen, schätzt die Dozentin an der Ruhr-Uni Bochum, hätten sie schon gestellt. Acht Häuser durften sie angucken, die Schlangen vor Ort seien jedes Mal lang gewesen. „Auf vier Häuser haben wir geboten.“ Den Zuschlag bekamen andere. „Und das, obwohl wir sogar mehr gezahlt hätten.“

Andere Wege wie etwa Zwangsversteigerungen seien keine Option mehr. „Das haben wir mal ausprobiert. Doch dann kommen Leute, die sofort das Doppelte zahlen wollen. 600.000 statt 300.000 Euro, da können wir nicht mithalten.“

Schlechte Erfahrungen hätten sie auch mit Neubau-Firmen gemacht. „Wir sollten im Vorfeld einen Vertrag unterschreiben und zahlen, ohne zu wissen, wo das Haus dann tatsächlich gebaut wird.“

Ein anderer Wohnort als Lütgendortmund und Umgebung käme für sie beide nicht in Frage. „Aus beruflichen Gründen und weil meine Mutter hier wohnt, die unsere Unterstützung braucht“, erklärt Julia B.

Momentan setzt sie große Hoffnung auf die Flugblatt-Aktion – obwohl eine frühere bereits nicht den gewünschten Effekt hatte. „Wir haben damals eine Rückmeldung bekommen.“ Der Mann habe ihnen aber am Telefon nur mitteilen wollen, dass er sein Haus nicht verkaufen wolle.

„Ein Haus ist unser großer Traum“

„Wir rauchen nicht, wir trinken nicht, wir haben keine Haustiere, wir sind leise, wir treiben Sport und ernähren uns gesund“, wirbt Julia B. etwas ironisch für sich und ihren Mann. „Ein Haus ist unser großer Traum.“

Über ernstgemeinte Anrufe und Mails freut sich die junge Frau unter Tel. (0163) 90 44 892 oder per E-Mail: holger_julia@gmx.de

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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