Reiner Schramowski von der Siedlergemeinschaft Deusen hat Ende Dezember mehrere große Müllberge in Dortmund gefunden. Sie liegen auch noch im Januar 2021 an Ort und Stelle. © Frederike Schneider
Illegale Müllkippen

Illegale Müllkippen vermeiden: Dortmunder haben gleich mehrere Ideen

Reiner Schramowski hat große Müllberge in Dortmund entdeckt. Jetzt gibt’s gleich mehrere Ideen, wie man diejenigen, die den Müll abgelegt haben, künftig von ähnlichen Taten abhalten könnte.

Als Reiner Schramowski Ende Dezember die vielen Müllberge in einem Dortmunder Vorort entdeckte, knipste er gleich einige Fotos als Beweis und wendete sich an diese Redaktion.

Der Müll türmt sich schätzungsweise anderthalb Meter hoch.
Der Müll türmt sich schätzungsweise anderthalb Meter hoch. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

Der 71-Jährige war mit seinem Hund Butch spazieren, als er quasi über die Müllberge stolperte, die aus alten Reifen und vor allem Kunststoffschläuchen bestehen.

EDG und Deutsche Bahn sind über Müllberge informiert

Die EDG und die Deutsche Bahn sind mittlerweile darüber informiert, dass an den alten Bahngleisen in der Nähe der Straße Mooskamp mehrere Müllberge liegen. Auch am 5. Januar stapelt sich dort noch der Müll.

Ein Blick ins Innere des Plastikschlauchs zeigt: Da müssen mal andere Kabel durch den Schlauch gelaufen sein. Sie fehlen aber.
Ein Blick ins Innere des Plastikschlauchs zeigt: Da müssen mal andere Kabel durch den Schlauch gelaufen sein. Sie fehlen aber. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

Und auch die Polizei weiß Bescheid. Das bestätigt Polizeihauptkommissar Uwe Wallrabe, der auch Vorsitzender des CDU-Stadtbezirks Huckarde ist, auf Nachfrage. Die Dimension dieses Müll-Skandals habe ein „erhebliches Ausmaß“, so Wallrabe.

Die Polizei hat eine Anzeige gegen Unbekannt aufgenommen. Eine Ordnungswidrigkeit gegen illegaler Abfallbeseitigung ist gestellt. Wallrabe sagt aber, dass es möglich ist, dass das Umweltamt diesen Fall auch als Straftat aufnehmen könnte, weil es sich dabei um keinen kleinen Streich handle.

Am 5. Januar habe Wallrabe der EDG die Koordinaten der vermüllten Stelle zugeschickt. Denn die Ecke ist eher versteckt gelegen.

Reiner Schramowski hat eine Ahnung, wer den Müll dort abgelegt haben könnte: Kuperdiebe.
Reiner Schramowski hat eine Ahnung, wer den Müll dort abgelegt haben könnte: Kuperdiebe. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

„Kupferdiebe ohne Skrupel“

Wer den Müll dort illegal entsorgt haben könnte? „Ich möchte nicht spekulieren“, sagt Wallrabe. Doch für ihn können es nur „Kupferdiebe ohne Skrupel“ gewesen sein. Das vermutet auch Reiner Schramowski.

Die Reifenspuren am Boden zeigen, dass erst kürzlich jemand mit einem Auto oder ähnlichem Gefährt zu der Stelle in der Nähe der Straße Mooskamp gefahren ist.
Die Reifenspuren am Boden zeigen, dass erst kürzlich jemand mit einem Auto oder ähnlichem Gefährt zu der Stelle in der Nähe der Straße Mooskamp gefahren ist. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

Uwe Wallrabe ist es „fast schon lieber“, dass der Müll einfach nur abgelegt wurde. Das sagt er natürlich nicht ohne Sarkasmus. Oft würden gestohlene Kunststoffschläuche verbrannt werden, um an das wertvolle Kupfer zu kommen, das in den Schläuchen steckt. Zuletzt gab es vor sechs Wochen eine Rauchentwicklung auf dem Thyssen-Gelände an der Königsbergstraße. Es kam in einem Versorgungsschacht zu einer Rauchentwicklung, weil dort Unbekannte versucht hatten, Kabel zu „entkupfern“. Das bestätigt ein Thyssen-Sprecher.

Wallrabe und Schramowski haben gleich mehrere Ideen, wie künftig vermieden werden kann, dass am Mooskamp illegal Müll abgelegt wird.

Ideen, um den Zugang zu erschweren

  • Idee Nummer 1: Als erstes müsste die Schranke instand gesetzt werden, die an einem Weg in der Nähe der abgelegenen Stelle steht. Ihr fehlt ein Bügel. So kann die Schranke einfach händisch hochgehoben werden und Autos können den Weg passieren.
Diese Schranke hält niemanden davon ab, den Weg zu passieren: Ihr fehlt ein Bügel.
Diese Schranke hält niemanden davon ab, den Weg zu passieren: Ihr fehlt ein Bügel. © Frederike Schneider © Frederike Schneider
  • Die zweite Idee: An der Straßenecke Fernstraße / Niedernetter Straße fehlen zwei Poller, die eigentlich die Zufahrt für Autofahrer erschweren. „Sie fehlen seit Jahren“, sagt Reiner Schramowski. Er denkt, die illegalen Müllkippen würden erst gar nicht entstehen, würden die Poller wieder dort stehen.
  • Die dritte Idee kommt von Uwe Wallrabe: Kameras könnten aufzeichnen, welche Autos die Wege befahren. „Ohne Zeugen ist es schwierig, den Verursacher zu finden“, so Wallrabe. Kameras könnten helfen.

Bei der Stadt Dortmund läuft die Anfrage, wie realistisch es ist, die ersten beiden Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen.

An dieser Stelle waren mal zwei Poller. Reiner Schramowski wünscht sie sich zurück.
An dieser Stelle waren mal zwei Poller. Reiner Schramowski wünscht sie sich zurück. © Frederike Schneider © Frederike Schneider

Derweil lässt Petra Hartmann von der EDG prüfen, ob es möglich wäre, an der besagten Stelle eine Kamera zu installieren. „Das müssen die Rechts- und Fachabteilung klären“, sagt die Pressesprecherin.

Doch lässt sie durchblicken, dass eine Kameraüberwachung einige Hürden mit sich bringen würde: Da ist zum einen der Datenschutz. Zum anderen stelle sich die Frage, wo die Überwachung anfängt und aufhört. Denn die betroffene Fläche ist sehr groß.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Frederike Schneider

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.