Erneut haben Unbekannte in diesem Wald illegal Altreifen entsorgt. © Erwin Bartsch

Illegale Entsorgung: Unbekannte kippen 100 Altreifen auf Wanderparkplatz

100 Reifen liegen auf einem Wanderparkplatz. Unbekannte haben sie illegal entsorgt. Die Zahl der Fälle und der Reifen nimmt zu – vor allem auch in diesem Stadtteil.

Der Tag beginnt bei Erwin Bartsch mit der großen Walking-Runde an der frischen Luft. Nahezu täglich geht es durch die Felder und Wälder – gute sechs Kilometer.

Als er am Dienstag (23.3.) auf dem Rückweg über den Bodelschwingher Berg kommt, traut er seinen Augen kaum: Vor einem Trafohäuschen am Wanderparkplatz an der Schlossstraße liegt ein Haufen Altreifen. „Ich schätze, 100 sind‘s bestimmt“, sagt Bartsch im Gespräch mit dieser Redaktion.

Bei der Entsorgung Dortmund (EDG) ist der Fall der illegalen Entsorgung bereits bekannt. Eine Polizeistreife habe den Fall am Montagnachmittag bemerkt und gemeldet, erklärt EDG-Sprecherin Petra Hartmann. „Die Prüfung hat ergeben, dass wir für die Beseitigung zuständig sind“, sagt sie. „Wir werden morgen die Reifen abholen.“

Bei Reifen deutet nichts auf die Herkunft hin

Damit ist die Sache dann – wieder einmal – erledigt. „Wenn wir den Verursacher nicht feststellen, können wir das dem Umweltamt auch nicht melden.“ Eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige sei daher nicht möglich. Das Umweltvergehen der illegalen Müllentsorgung bleibt damit wie schon häufiger ungesühnt.

„Es ist schwierig zu sagen, wo die Reifen herkommen“, sagt Petra Hartmann. Anders als manchmal bei Sperrmüll oder Kartons, sind auf Altreifen selten Spuren, die auf die Herkunft hinweisen. Ziemlich sicher sei aber davon auszugehen, dass die Reifen in dieser Anzahl von einem Gewerbebetrieb abgelegt wurden.

„Die Fälle haben eindeutig zugenommen“, erklärt die Pressesprecherin. „Es gibt ein paar Schwerpunkte in Dortmund – der Norden, Nordwesten und Westen. Da passt Bodelschwingh zu.“ Der Stadtteil war in den letzten Jahren mehrfach Ziel illegaler Entsorgung von Altreifen.

Erwin Bartsch erinnert sich an einen ähnlichen Fund, den er im Februar 2020 nicht weit vom Wanderparkplatz entfernt machte. Damals hatten die Täter gleich an drei Stellen in Bodelschwingh insgesamt 250 Reifen entsorgt. Im Juni 2019 fand Landwirt Manfred Budde 300 Altreifen auf einem Feldweg an der Richterstraße nahe der Autobahn 45.

Hohe Strafen drohen

„Das sind Stellen ohne soziale Kontrolle“, sagt Petra Hartmann. Zugenommen habe in den letzten Jahren die Anzahl der Reifen, die die Nacht-und-Nebel-Kipper bei ihren verbotenen Aktionen jeweils abladen. Werden sie erwischt, drohen Strafen.

„Das Verhalten hat ordnungsrechtliche Konsequenzen und kann auch strafrechtlich relevant sein“, erklärte Stadtsprecher Christian Schön im Januar. Je nach Anzahl der Reifen werden 500 bis 5000 Euro Geldstrafe fällig – oder auch eine Haftstrafe.

Die EDG will es nicht beim Abtransport am Mittwoch belassen. Petra Hartmann will mit ihren Kollegen sprechen. Der Ermittlungsdienst von EDG und Stadt soll Bodelschwingh im Auge behalten.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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