Apotheken verkaufen weniger Hustensaft und Schleimlöser während der Pandemie. © Heiko Mühlbauer (Symbolbild)
Coronavirus

Hustensaft, Schleimlöser und Co: Nachfrage sinkt in der Corona-Pandemie

Die Menschen tragen Masken und halten Abstand. Darum erkälten sich weniger Menschen und kaufen weniger Hustensaft und Grippe-Medikamente ein. Dafür sind andere Medikamente begehrter.

Seit einem Dreivierteljahr gehören die AHA-Regeln zu unserem Alltag: Wir tragen Masken, halten Abstand und beschränken uns auf die nötigsten Kontakte. Auch Massenveranstaltungen finden nicht statt.

Neu sind jetzt auch die Impfungen, die zunächst die Ältesten unserer Gesellschaft bekommen und vor dem hochansteckendem Virus schützen sollen.

All diese Regeln sind wichtig, um das Coronavirus zu bekämpfen, das die Welt auf den Kopf gestellt hat. Diese Maßnahmen zeigen nun ihre erste Wirkung: Die Zahl der Neuinfizierten im Dortmunder Westen geht zurück.

Weniger Erkältungen

Und auch einen anderen Effekt haben die Einschränkungen: Die Menschen erkälten sich weniger. Dementsprechend kaufen sie weniger Hustensaft, Schleimlöser und andere Grippemedikamente in Apotheken ein.

Nina Grunsky vom Apothekerverband Westfalen-Lippe gibt bekannt, dass Apotheken melden, dass die Nachfrage im Bereich der nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten „spürbar gesunken“ ist.

„Durch Hygienemaßnahmen und das Tragen von Masken ist zum Beispiel die Zahl der Erkältungskrankheiten zurückgegangen“, sagt die Sprecherin.

Das beobachten auch Apothekerinnen im Dortmunder Westen. So sagt Monika Nehm von der Markt Apotheke (Rahmer Straße 3), dass sie im Jahr 2020 schätzungsweise 20 bis 30 Prozent weniger Erkältungspräparate verkauft habe als noch im Jahr zuvor.

„Das hängt wohl mit Corona zusammen“, sagt die Apothekerin aus Huckarde. „Die Menschen haben weniger Kontakt und es gibt auch keine große Veranstaltungen mehr.“

Auch die Apothekerin Gisa Koller von der Rosen-Apotheke (Jungferntalstraße 38a) hat bemerkt, dass Hustensaft und Co. derzeit nicht so angesagt sind wie sonst. „Das kann ich bestätigen“, sagt Koller.

Weniger Desinfektionsmittel

Monika Nehm hat auch eine andere Beobachtung gemacht: Die Dortmunder kauften besonders im Frühjahr 2020 vermehrt Desinfektionsmittel. Die höhere Nachfrage führte dazu, dass das Produkt zur Mangelware wurde und die Apotheker kurzfristig selbst welches herstellen mussten.

„Das ist weniger geworden. Mittlerweile ist es über den Großhandel zu bestellen“, so Nehm.

Im Moment greifen die Menschen verstärkt auf Vitaminpräparate zurück. Besonders beliebt seien Multivitamintabletten und Vitamin D.

Dr. Tilman Kappe ist Hals-Nasen-Ohrenarzt in der Roßbachstraße 12 und bemerkt, dass er weniger Patienten behandeln muss, die wegen eines akuten Infektes zu ihm kommen.

„Vor allem Kinder, die ich in der vergangenen Zeit untersucht habe, hatten alle freie Nasen“, sagt Dr. Kappe. Auch Nasennebenhöhlenentzündungen musste er 2020 weniger behandeln als 2019. Das belegen die kassenärztlichen Abrechnungen. Eine gute Nachricht: „Ich freue mich, wenn meine Patienten gesünder sind.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Frederike Schneider

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.