Die schmale Straße durch das kleine Wohnviertel soll zu einer Einbahnstraße werden. Schon jetzt nehmen Autofahrer durch ihr Parkverhalten diese Regelung vorweg. © Uwe von Schirp
Wohnviertel

Hoher Parkdruck: Einbahnstraße soll gefährliche Situation entschärfen

Für Ortsunkundige erscheint der Weg durch die Wohnsiedlung als Abkürzung. Sie endet aber in einer Sackgasse. Der „Ausweg“ führt durch eine enge Straße – mit Gegenverkehr. Das soll sich ändern.

Samstagmittag: Ein Transporter fährt die Einbahnstraße entlang, bremst kurz, der Fahrer guckt erstaunt und biegt links ab. Die vermutete Abkürzung erweist sich als Trugschluss. Sie führt in eine Sackgasse. Der „Ausweg“ ist letztlich 300 Meter länger als die übliche Strecke. Aber nicht nur: Er führt durch enge Straßen einer Eigenheimsiedlung.

Der Irrtum des Ortsunkundigen ist kein Einzelfall. Viele Autofahrer wollen die Straße Im Apen als Abkürzung vom Mengeder Ortskern zur Mengeder Straße nutzen. Im Apen ist eine Einbahnstraße, das östliche Ende eine Sackgasse – seit vielen Jahren.

Der vermeintliche Ausweg führt durch die Straße Im Kallenrott zurück zur Dönnstraße. Apen, Kallenrott und Dönnstraße bilden ein Dreieck. Mittendrin liegt die Straße Im Schlingen – ebenfalls eine Sackgasse, mit einem Fußweg zur Dönnstraße.

Parkdruck hat zugenommen

„In den letzten Jahren hat die Zahl der Pkw stark zugenommen und damit der Parkdruck“, schreibt ein Anwohner der Siedlung an die Mengeder Bezirksvertreter. „Da der Kallenrott teilweise überaus eng ist, ergeben sich für einander begegnende Fahrzeuge prekäre Situationen.“

Das Wohnviertel liegt zwischen der Dönnstraße (l.) und der Mengeder Straße (r.). Die Straße Im Apen (u.) ist bereits seit Jahren eine Einbahnstraße. Von ihr führt die Straße Im Kallenrott zurück zur Dönnstraße. Der Kallenrott soll nun ebenfalls Einbahnstraße werden.
Das Wohnviertel liegt zwischen der Dönnstraße (l.) und der Mengeder Straße (r.). Die Straße Im Apen (u.) ist bereits seit Jahren eine Einbahnstraße. Von ihr führt die Straße Im Kallenrott zurück zur Dönnstraße. Der Kallenrott soll nun ebenfalls Einbahnstraße werden. © RVR 2020 / aerowest © RVR 2020 / aerowest

Das Problem: Den Kallenrott kann man in beide Richtungen befahren. Autofahrer, die vom Apen in Richtung Dönnstraße fahren, müssen hinter parkenden Autos im Kallenrott dem Gegenverkehr Platz machen. „Das können sie aber nicht, weil parkende Fahrzeuge die rechte Seite blockieren“, schreibt der Anwohner. Noch gefährlicher werde es, wenn sie in eine freie Lücke zurücksetzen müssten und sich bereits weitere Fahrzeuge angeschlossen hätten.

Von Vorteil ist der Zwei-Richtungs-Verkehr ohnehin nur für wenige Anlieger des Viertels – und nur dann, wenn sie von Norden über die Mengeder „Spinne“ kommen. Um die Situation zu entschärfen, hat der Anwohner der Bezirksvertretung darum vorgeschlagen, den Kallenrott in eine Einbahnstraße umzuwidmen.

Anwohner nehmen Einbahnstraßenregelung vorweg

„Wer in die Siedlung über den Apen einfährt, fährt über den Kallenrott wieder hinaus.“ Ohnehin würden Bewohner im Kallenrott schon heute ihre Fahrzeuge in Fahrtrichtung Dönnstraße parken „und so die Einbahnstraßenregelung vorwegnehmen“.

Die Bezirksvertreter beschlossen einstimmig die Umwidmung – mit einer Ergänzung: Der Radverkehr bleibt weiterhin in beide Richtungen per Zusatzschild erlaubt.

Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann (Grüne) hatte sich zuvor mit dem Antragsteller und anderen Anwohnern ein Bild von der Situation gemacht. Er befürwortete die Umwidmung. „Eine gute Idee“, befand auch Jenny Pätsch (Die Partei). „Viele Kinder aus Mengede nutzen die Verbindung für ihren Weg zum Netter Schulzentrum.“

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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