Immer wieder kursieren Gerüchte über die neue Wohnanlage mit 92 Sozialwohnungen. © Beate Dönnewald
Gerüchte-Check

Gerüchte um Dortmunder Neubau-Komplex wollen nicht abreißen

Der Dortmunder Neubau-Komplex mit 92 Sozialwohnungen hat schon für einige Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Vielleicht ist das der Grund, dass immer wieder ein altes Gerücht die Runde macht.

Keine Frage, Erfolgsgeschichten werden anders erzählt. Das Neubau-Projekt im Karree Holtestraße, Ursulastraße und Klobestraße in Lütgendortmund hätte eine werden können. Doch Pleiten, Pech und Pannen haben der Stadt als Bauherr ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Eine Hiobsbotschaft reihte sich an die nächste mit dem Ergebnis, dass die 92 Sozialwohnungen auf dem ehemaligen Urania-Sportplatz deutlich später bezugsfertig waren als geplant. 2019 war es endlich soweit. Auch bei der Vermietung hakte es, bis im September 2020 die ersten Mieter mit Wohnberechtigungsschein einzogen.

Beschilderte Briefkästen und Gardinen an den Fenstern

Vielleicht ist es der unrühmliche Werdegang dieses Wohnquartiers, der dafür sorgt, dass die Gerüchte einfach nicht abreißen wollen. In schöner Regelmäßigkeit melden sich Leser, die gegenüber dieser Redaktion den hohen Leerstand und die damit verbundenen Kosten für den Steuerzahler beklagen.

Viele Briefkästen in der Wohnanlage sind bereits mit Namen versehen.
Viele Briefkästen in der Wohnanlage sind bereits mit Namen versehen. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Beim Besuch vor Ort zeigt sich aber ein anderes Bild. Schnell findet man genügend Anzeichen, dass in die einstige „Geisterstadt“ mehr als ein Leben eingezogen ist: beschilderte Briefkästen, Gardinen und Vorhänge an den Fenstern und möblierte Terrassen zum Beispiel.

Was fehlt, ist fröhliches Kinderlachen. Der Spielplatz wirkt verwaist, nur wenige Stellplätze sind belegt. Bewohner, die über den Innenhof schlendern, treffen wir bei unserer Stippvisite nicht an. Stimmen hinter den gekippten Fenstern hören wir aber. Irgendwo wird auch gekocht, Essensgerüche verraten es.

Von den 92 Wohnungen sind 70 vermietet

Unsere Anfrage bei der Stadt Dortmund über die genaue Belegung der 92 Sozialwohnungen wird innerhalb weniger Stunden beantwortet. Die Zahlen, die Stadtsprecher Michael Meinders nennt, dürften endgültig alle Zweifel der Kritiker ausräumen

„Von den 92 Wohnungen sind 70 vermietet und 9 reserviert“, schreibt Michael Meinders.13 Wohnungen seien für Geflüchtete vorgesehen. „Hier hat das Sozialamt dem Liegenschaftsamt jetzt mitgeteilt, dass zehn Familien Geflüchteter die Wohnungen nicht mehr benötigen“, so der Stadtsprecher.

Wohnungsamt verwaltet eine Warteliste für Interessenten

„Nach fördertechnischer Klärung“ werde man diese zehn Wohnungen nun Interessenten mit Wohnberechtigungsschein anbieten, so Michael Meinders. Vermieter der Wohnungen ist die Dogewo, die Warteliste für Interessenten führt das Wohnungsamt, erreichbar unter Tel. 50-29 997.

Die Wohnungen eignen sich für Singles, Paare und Familien. Die Größen variieren zwischen 35, 55 und 75 Quadratmetern.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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