Langendorf-Geschäftsführer Dr. Klaus P. Strautmann, Waltrops Bürgermeister Marcel Mittelbach und Stadtplaner Andreas Scheiba (v.l.) informierten über die Bauleitplanung am Dicken Dören. Ein elf Meter hohes Gerüst symbolisiert die Bauhöhe und soll ein Signal für den beginnenden Dialog mit den Groppenbrucher Anwohnern sein. © Andreas Kalthoff
Im Dicken Dören

Geplantes Industriegebiet: Waltrop will den Dialog mit Groppenbruchern

Ein Elf-Meter-Gerüst gibt einen Vorgeschmack, was Fahrzeugbauer Langendorf im Industriegebiet „Im Dicken Dören“ an der Stadtgrenze errichten will. Dazu sucht man den Dialog mit Anwohnern.

Das Gerüst, das seit einigen Tagen auf einem Feld am Rande der Mengeder Straße an der Stadtgrenze in Waltrop zu sehen ist, ist kein Hindernis für Extremsportler. Es handelt sich auch nicht um Kunst, auch wenn dem stählernen Geflecht eine gewisse Ästhetik nicht abzusprechen ist und Ähnlichkeiten mit einem überdimensionalen Stuhl nicht zu leugnen sind.

Die Konstruktion soll vielmehr einen Eindruck davon vermitteln, wie hoch die Fertigungshalle des Fahrzeugbauers Langendorf nach ihrer Fertigstellung sein wird.

Damit wollen die Verantwortlichen im Waltroper Rathaus vor allem den Anwohnern in Groppenbruch veranschaulichen, dass der Eingriff in die Natur längst nicht so weit reicht, wie diese es befürchten. Gegen die Ansiedlung des Unternehmens hatte sich schon vor Jahren eine Bürgerinitiative gegründet.

Langendorf-Geschäftsführer trifft Bürgerinitiative

„Wir müssen reden“, sagte Bürgermeister Marcel Mittelbach (SPD) am Mittwoch (16.12.) bei einem Ortstermin am „Dicken Dören“ an der Stadtgrenze zu Waltrop. Er versicherte, dass die Stadt Waltrop die Sorgen der Anwohner ernst nehme und sie in die Planungen für den Bau einbeziehen werde.

Bereits am kommenden Montag (21.12.) trifft sich Langendorf-Geschäftsführer Dr. Klaus P. Strautmann mit Vertretern der Bürgerinitiative Groppenbruch mit Stefanie Hugot an der Spitze. Im kommenden Jahr will die Stadt zu einer Planungswerkstatt einladen. Die Bürgerbeteiligung soll im April starten.

Waltrops Stadtplaner Andreas Scheiba hofft, dass Ende 2021 die Bauleitplanung in Angriff genommen werden kann. Zwei Jahre später soll das 1899 gegründete Unternehmen von der Bahnhofstraße an den „Dicken Dören“ verlagert werden.

Strautmann will „keinen Stress“ mit den Menschen haben

Wichtiger Schlüssel in diesem Zeitplan sind die Anwohner auf Dortmunder Stadtgebiet. Sie hatten bereits in einem früheren Stadium angekündigt, dass sie gegen die Ansiedlung des Industrieunternehmens klagen werden. Strautmann bekräftigte nun, dass er das Projekt einvernehmlich mit den Bürgern verwirklichen möchte: „Wir wollen keinen Stress mit den Menschen haben.“

Nicht der Kanal, sondern erst der Groppenbach bildet die Stadtgrenze zwischen Dortmund und Waltrop. In diesem äußersten Zipfel ihres Stadtgebiets möchte die Stadt Waltrop in 200 Metern Entfernung zur Groppenbrucher Straße Industrie ansiedeln.
Nicht der Kanal, sondern erst der Groppenbach bildet die Stadtgrenze zwischen Dortmund und Waltrop. In diesem äußersten Zipfel ihres Stadtgebiets möchte die Stadt Waltrop in 200 Metern Entfernung zur Groppenbrucher Straße Industrie ansiedeln. © Hasken © Hasken

Wie Nachbarschaft auf deutlich engeren Raum funktionieren kann, zeige sich am Standort an der Bahnhofstraße: „Ich habe Verständnis dafür, wenn sich Anwohner, die 20 oder auch nur fünf Meter neben unserem Gelände wohnen, darüber beschweren, wenn sie sich um 6 Uhr morgens von einem Gabelstapler genervt fühlen. Wir versuchen, Rücksicht zu nehmen. Und das werden wir auch am neuen Standort tun“, versicherte er.

Entlastung für die Waltroper Innenstadt

Die 23 Hektar große Fläche, wovon Langendorf rund ein Viertel beansprucht, soll von einem Lärmschutzwall umsäumt werden, die bestehenden Wege zum Kanal und somit der Freizeitwert der Fläche sollen erhalten werden. Und auch die inneren Bereiche des Gewerbegebiets sollen reichlich begrünt werden, verspricht Scheiba: „Die Qualität der Fläche wird definitiv erhöht.“

Er erinnerte daran, dass das Gelände in früheren Zeiten bereits industriell genutzt worden sei – die Fläche sei mit Bergematerial aus dem Bergbau aufgeschüttet worden. Um das brüchige, schwefelhaltige Gestein aufzubereiten, müsse man reichlich Geld in die Hand nehmen, sagte Scheiba. Das Land habe bereits signalisiert, dass es sich an den Kosten beteiligen werde.

Strautmann gab am Mittwoch auch bekannt, dass Langendorf einen Vertrag mit einer schwedischen Gesellschaft mit Sitz in Potsdam geschlossen habe, die das Areal an der Bahnhofstraße entwickeln wolle. Dort sollen nach der Betriebsverlagerung Wohnhäuser gebaut werden. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass ab 2023 täglich rund 120 Pkw- und Lkw-Fahrten in die Waltroper Innenstadt entfallen.

Über den Autor
Redaktionsleiter Ostvest

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.