Die Radspur am Indupark in Lütgendortmund gibt es nur auf einer Fahrbahnseite. Das führt zu gefährlichen Situationen. © Lydia Heuser
Mit Video

Geisterradfahrer am Indupark: Autofahrer kollidiert beinahe mit Radfahrer

Ein Radfahrer fährt entgegen der Fahrtrichtung auf einem Radweg über eine dicht befahrene Kreuzung. Ein Autofahrer filmt die Situation zufällig. Der Radweg ist nur einseitig eingezeichnet.

Ein Auto will rechts auf die Autobahn 40 in Richtung Dortmund abbiegen. Dabei kreuzt das Fahrzeug einen rot eingezeichneten Fahrradweg. Plötzlich kommt dem Autofahrer ein E-Bike entgegen. Radfahrer und Auto kollidieren beinahe miteinander. Diese gefährliche Situation ist in einem Video zu sehen, dass der Autofahrer zufällig gefilmt hat und unserer Redaktion zur Verfügung stellt.

Im Video: Radfahrer kollidiert beinahe mit Auto

Der E-Bike-Fahrer ist entgegen der Fahrtrichtung unterwegs; mitten auf einer stark befahrenen Kreuzung am Indupark. Er ist auf einer Radspur unterwegs, auf der gegenüberliegenden Seite der Borussiastraße ist keine entsprechende rote Spur eingezeichnet. Bedeutet das, dass der Radfahrer sich den Verkehrsregeln entsprechend richtig verhält?

Die Radfahrer Peter Schürhoff und Inge Finkensiep sind sich nicht sicher. Insgesamt halten sie die Kreuzung am Indupark für „kompliziert und voll“.

Die Kreuzung an der Borussiastraße / Kleyer Weg ist stark befahren und für Radfahrer unübersichtlich.
Die Kreuzung an der Borussiastraße / Kleyer Weg ist stark befahren und für Radfahrer unübersichtlich. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Stadtsprecher Christian Schön erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, wie die Kreuzung von Radfahrern richtig zu befahren ist. Und er stellt klar: Der Radfahrer des Videos verhält sich nicht korrekt.

Stadt meint, Richtungspfeile sind nicht nötig

„Grundsätzlich gilt in Deutschland auch für den Radverkehr ein Rechtsfahrgebot“, schreibt Christian Schön. Der rot eingefärbte Radweg ist nur in Richtung Lütgendortmund befahrbar, also in Richtung des fließenden Verkehrs.

Auf der anderen Seite in Fahrrichtung Eichlinghofen teilen sich Fußgänger und Radfahrer den Bürgersteig. Das Verkehrszeichen 240 zeigt dies an. Das blaue Schild mit Fußgänger und Radfahrer und waagerechter Trennlinie weist darauf hin, dass der Weg gemeinsam genutzt werden soll.

Wäre die Trennlinie vertikal, hieße das, dass der Weg getrennt genutzt werden kann und ein Radweg auf dem Bürgersteig eingezeichnet ist.

Die Fußgängerampeln an der Kreuzung sind nur in Richtung Eichlinghofen mit Radfahr-Piktogrammen ausgestattet. Christian Schön erklärt, dass so klar sei, dass es auch auf westlicher Seite einen Radweg gibt.

Richtungspfeile seien angesichts der Hinweisschilder und Radwege-Markierungen nicht nötig. „Pfeile auf Radwegen werden in der Regel nur markiert, wenn es sich um Zweirichtungsradwege handelt“, schreibt der Stadtsprecher.

Die Radfahrer-Ampel gibt es nur in Fahrtrichtung Eichlinghofen auf dieser Seite der Kreuzung.
Die Radfahrer-Ampel gibt es nur in Fahrtrichtung Eichlinghofen auf dieser Seite der Kreuzung. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Wer auf der falschen Seite der Borussiastraße unterwegs ist, der muss folgerichtig sein Rad schieben – eigentlich. Vor Ort zeigt sich aber ein anderes Bild. Geschoben wird nirgends, gefahren hingegen, wo Platz ist.

Die Stadt sieht indes keine Notwendigkeit, die Kreuzung sicherer oder übersichtlicher zu gestalten. Schön: „Setzt man voraus, dass sich alle Verkehrsteilnehmenden an die geltenden Verkehrsregeln halten, ergibt sich in diesem Bereich kein akuter Handlungsbedarf.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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