In der Westerfilder Filiale der Volksbank Dortmund-Nordwest können keine Kontoauszüge mehr gedruckt werden. Der "Freundeskreis Wiesengrund" kritisiert das. © Stephan Schütze (Archivbild)
Nachbarschafts-Initiative

„Freundeskreis Wiesengrund“ sieht Westerfilde als Service-Wüste

Die Sparkassen-Filiale dauerhaft dicht, kein Kontoauszug-Drucker bei der Volksbank: Es ist eine Service-Wüste, kritisiert der „Freundeskreis Wiesengrund“. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Erst war es eine Aktionsgemeinschaft zur Rettung einer Traditions-Kneipe. Mittlerweile ist es ein Freundeskreis. Und dem liegt nach der Rettung nicht nur das gute Essen und das Feierabend-Pils am Herzen. Der „Freundeskreis Wiesengrund“ hat auch den Stadtteil und dessen Bewohner im Blick.

Denn es war erklärtes Ziel, nicht nur ein gastronomisches Angebot zu erhalten, sondern einen Nachbarschafts-Treffpunkt in Westerfilde. Nach langen Verhandlungen kaufte das Wohnungsunternehmen Vonovia das Gebäude.

Dass die Gaststätte als Stadtteil-Treffpunkt firmiert, passt ins Stadtentwicklungs-Projekt Westerfilde. Ein weiterer Baustein im Zusammenwirken von Quartiersbüro, Wohnungsunternehmen sowie örtlichen Initiativen und Vereinen.

Rundbrief thematisiert „Service-Wüste“

Nach der Rettung kam Corona: Der Freundeskreis informiert in Rundbriefen über Aktionen und Außer-Haus-Angebote von Wirt Marjan Ribicic. Aber nicht nur. Im aktuellen Rundbrief kritisiert Freundeskreis-Sprecher Dolf Mehring eine Westerfilder „Service-Wüste“.

Seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr sei die Sparkassen-Filiale dicht. Sie gehöre zu den Filialen, die dauerhaft geschlossen bleiben. Als „neuesten Clou“, so Mehring, gebe es nun in der Filiale der Volksbank Dortmund-Nordwest keine Kontoauszüge mehr.

„Beide Maßnahmen sind insbesondere für ältere Menschen und solche, die aus guten Gründen kein Online-Banking machen möchten, ein echter Schlag“, moniert er. Gut ein Drittel der Westerfilder, schätzt der Freundeskreis, hätten keinen Computer und keine E-Mail-Adresse.

Christopher Wolff von der Volksbank bestätigt den Abbau des Kontoauszug-Druckers. „Er wurde immer weniger frequentiert“, sagt er auf Anfrage dieser Redaktion. „Als Ersatz-Investitionen anstanden, wurde er ausgebaut. Wir machen das auch nicht gerne“, erklärt Wolff. Er verweist aber auf die Zunahme des Online-Bankings.

Kontoauszüge per Post

Der Leiter Marketing und Vertrieb hat jedoch auch eine gute Nachricht: Kunden müssten für Auszüge nicht bis nach Mengede zur nächstgelegenen Filiale fahren. Vor allem älteren Menschen biete die Volksbank Dortmund-Nordwest an, sich die Kontoauszüge nach Hause schicken zu lassen. „Dafür müssen sie nur mit ihrem Bankberater sprechen.“

Für alle anderen Bankvorgänge verweist Christopher Wolff auf die Video-Beratung in der Westerfilder Filiale. Klassische Überweisungen auf Papier können Kunden auch in den Briefkasten der Westerfilder Filiale werfen.

Petra Feierabend hat an der Westerfilder Straße ein Geschäft für Zeitschriften, Tabakwaren und Geschenkartikel. Vor Jahren übernahm sie die Station von Post und Postbank und integrierte sie in ihren Laden.
Petra Feierabend hat an der Westerfilder Straße ein Geschäft für Zeitschriften, Tabakwaren und Geschenkartikel. Vor Jahren übernahm sie die Station von Post und Postbank und integrierte sie in ihren Laden. © Oliver Schaper (Archivbild) © Oliver Schaper (Archivbild)

Dolf Mehring hat im Rundbrief auch eine gute Nachricht: Petra Feierabend habe die Postbank-Station in ihr Geschäft integriert. „Sie und ihre Kolleginnen sind immer freundlich, hilfsbereit, kompetent. Das muss auch mal ausdrücklich erwähnt und hervorgehoben werden.“

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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