Am 6. März brannte eine Garage in Dortmund-Oestrich nieder. Schwerer Rauch zog durch das benachbarte Haus an der Castroper Straße. 16 Bewohner musste die Feuerwehr aus dem Haus retten. © Helmut Kaczmarek
Große Solidarität

Familie verlor ihr Zuhause: Fußballmannschaft sammelt für Teamkameraden

Die Garage brannte ab. Der Rauch verwüstete ein Haus, in dem 16 Menschen wohnten. Es ist unbewohnbar, zumindest auf mittlere Sicht. Nun gibt es eine Hilfsaktion, die einen Dortmunder Vororte eint.

Eike Sturmeit (24) war schockiert: „Kurz, nachdem ich den Artikel vom 6. März über den Garagenbrand in Oestrich gelesen hatte, musste ich feststellen: Einer der Betroffenen war ein Mitspieler aus meiner Fußballmannschaft.“ Anfang des Monats brannte es an der Castroper Straße im Dortmunder Vorort. Der Rauch, der entstand, beschädigte das Wohnhaus mehrerer Familien. Bis heute können sie dort nicht mehr wohnen. Vielleicht sogar nie wieder?

Die 1. Mannschaft der Sportfreunde Nette spielt in der Kreisliga B. Das Team hält zusammen: bei Siegen auf dem Fußballplatz, aber auch, wenn jemand in einer Lebenskrise Hilfe braucht.
Die 1. Mannschaft der Sportfreunde Nette spielt in der Kreisliga B. Das Team hält zusammen: bei Siegen auf dem Fußballplatz, aber auch, wenn jemand in einer Lebenskrise Hilfe braucht. © Sturmeit © Sturmeit

„Das Haus gilt als unbewohnbar, ein Großteil der Möbel und Dinge des alltäglichen Gebrauchs sind verbrannt“, sagt Eike Sturmeit. Er ist der Kumpel eines der Bewohner, eines 23-jährigen Oestrichers. Ihm, den anderen Bewohnern, seinen Eltern und Geschwistern, sei nichts groß passiert. „Es geht meinem Mannschaftskameraden den Umständen entsprechend gut“, berichtet Sturmeit, Amateurfußball-Kollege von den Sportfreunden Nette. „Und seiner Familie auch. Das ist das Wichtigste.“

Trotzdem war das Feuer ein Schock für alle. Eike Sturmeit ergriff die Initiative: Er und seine Mannschaftskameraden wollten unbedingt helfen. Die 1. Mannschaft des Clubs startete eine Online-Spendenaktion bei Paypal (paypal.me/pools/c/8xRev5Paf7). „Etliche Leute aus Nette und Umgebung habe sich schon beteiligt“, erzählt er am Sonntag.

5 Euro, 20 Euro, 15 Euro, 30 Euro, 50 Euro: Es sind kleine und mittlere Beträge, die die Menschen dort beisteuern. Aber Kleinvieh macht in diesem Fall viel Mist: Am Sonntagnachmittag (21.3.) stand der Zähler auf 950 Euro. Was für eine Aktion man machen könnte, sprach Sturmeit vorher mit seinem Teamkameraden ab. Der akzeptierte dankend. Der Mannschaftsrat fand eine Lösung bei Paypal. Jeder könne mitspenden, man brauche dazu auch kein eigenes Paypal-Konto, so Sturmeit. Online zu bezahlen, ist für viele Menschen heute sehr einfach gemacht: ein paar Klicks, schon ist einem anderen Menschen geholfen.

„Gerade in der jetzigen Zeit sollte man nicht nur als Mannschaft, sondern auch als Gesellschaft zusammenhalten“, findet Eike Sturmeit. „Deswegen war ich überwältigt, wie viele Menschen sich bisher an der Aktion beteiligt haben. Gerade unser Verein hat sich dafür stark gemacht“, erzählt er. „Trainer, Vorstand, Mitglieder: Viele haben ihre Unterstützung zugesagt und gezeigt.“

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Wohnungsbrand in Oestrich

16 Personen wohnten im Haus. Einige mussten über die Drehleiter der Feuerwehr heraus geholt werden. Sie haben viel von ihrem Hab und Gut verloren. Spendengelder können ihnen vieles nicht ersetzen. Aber sie können Hoffnung geben und eine große Starthilfe sein.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock
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