Die Deusener Firma BMV W. Bobe (hier Mitarbeiter Jörg Rehrmann) hat eine betrügerische Zahlungsaufforderung erhalten. Laut Amtsgericht Dortmund handelt es sich um keinen Einzelfall. © BMV W. Bobe
Dortmunder Firma betroffen

Fake-Rechnung vom Amtsgericht – eine bundesweite Betrugsmasche

Eine Dortmunder Firma erhält eine Rechnung über mehrere hundert Euro, die angeblich das Amtsgericht ausgestellt hat. Jetzt ist klar: Die betrügerische Zahlungsaufforderung ist kein Einzelfall.

Genau 627,50 Euro sollte eine Dortmunder Firma nach ihrem Umzug an das Amtsgericht Dortmund für die Eintragung ins Handelsregister zahlen. Die hohe Summe und auch die Aufmachung des Schreibens kamen der Firma Baumaschinenverleih Bobe mit Sitz in Deusen allerdings verdächtig vor.

Ein Anruf beim Amtsgericht Dortmund bestätigte den Anfangsverdacht. Tatsächlich handelte es sich um eine Fake-Rechnung. Die Zahlungsaufforderung kam nicht von dort. Der Eintrag, auch das erfuhr die Firma am Telefon, kostet nur 70 Euro. Das Unternehmen hat das Geld glücklicherweise nicht an die Betrüger überwiesen.

Betroffene Firma will andere Unternehmen warnen

Mitarbeiter Jörg Rehrmann möchte andere Firmen warnen und hat den Betrugsversuch über diese Redaktion deshalb öffentlich gemacht. Eine Anfrage dieser Redaktion beim Amtsgericht hat nun ergeben, dass es sich um keinen Einzelfall handelt.

„Diese betrügerischen Zahlungsaufforderungen nach etwaiger Eintragung in ein Register sind auch bezirksübergreifend und bundesweit bekannt geworden“, schreibt Jan-Hendrik Schwengers, Richter am Amtsgericht und Pressesprecher des Amtsgerichtes Dortmund.

Justizministerium Nordrhein-Westfalen ist der Fall bekannt

Sowohl dem Oberlandesgericht Hamm als auch dem Justizministerium Nordrhein-Westfalen sei der Fall bekannt. „Es gab auch entsprechende Warnhinweise auf Homepages und – soweit ersichtlich – auch Strafanzeigen bei den zuständigen Staatsanwaltschaften“, so Jan-Hendrik Schwengers.

© Screenshot Beate Dönnewald © Screenshot Beate Dönnewald

Der Dortmunder Richter empfiehlt Betroffenen, zunächst die Eintragungsnachricht der Behörde abzuwarten, „da dort konkrete Hinweise über die Zahlungsmodalitäten der Justiz enthalten sind.“

Pressesprecher des Amtsgericht gibt Tipps

Bei Zweifeln soll das angegebene Aktenzeichen der bisher (vor Eintragung) erfolgten Korrespondenz des Gerichtes verglichen werden, rät der Pressesprecher des Amtsgerichts. „Für eventuelle Rückfragen sollte nicht die in der Rechnung beziehungsweise Zahlungsaufforderung angegebene Telefonnummer genutzt werden“, betont er. Unternehmen sollten stattdessen den Telefonkontakt wählen, der in dem vor der Eintragung übersandten Schreiben genannt wurde.

Bundesanzeiger warnt vor der Betrugsmasche

Abschließend nennt Jan-Hendrik Schwengers noch eine Internetseite des Bundesanzeigers, auf der vor dieser Betrugsmasche gewarnt wird: www.bundesanzeiger.de/pub/de/howto-data-statistics?2

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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