Waschmaschinen, Kühlschränke und Kaffeevollautomaten – in der Werkstatt von David Schiedek ist schon viel los. © Holger Bergmann
Coronavirus

Ehemaliger DJ repariert jetzt Elektrogeräte in Mengede

Nach Ärger mit dem Chef ging der Job flöten. Mit Corona wurde der Nebenjob unmöglich. Dass David Schiedek den Weg zurück auf die Überholspur fand, ist ein gute Nachricht für Mengede.

Wenn das Geschäftsmodell von David Schiedek Erfolg hat, kann er voller Stolz erzählen, dass er ganz unten angefangen hat: Nachdem er Ärger mit seinem Chef gehabt hatte, verlor Schiedek im vergangenen Jahr seinen Job bei einem Elektro-Handel.

Mitten in der Corona-Krise. So konnte er auch seinen Nebenjob, DJ für Familien- und Betriebsfeiern, nicht mehr ausüben. Als DJ Calli hatte er sich nach eigenen Angaben bereits einen guten Namen erarbeitet, sei über Mundpropaganda an viele Aufträge gekommen.

Doch wegen Corona fielen sämtlich Partys weg und David Schiedek war aufgeschmissen. Bis zum Dezember 2020. Da entschied er sich, mit einem großen Schritt aus der Krise zu treten.

Geschäftsgründung in einer Garage

Zusammen mit seiner Familie zog er um, in das Haus des Onkels an der Straße Eckei. Das hat viele Räume und mehrere Garagen. Perfekt für David Schiedeks Plan. Er gründete einen Elektronik-Handel. Zunächst mit Schwerpunkt auf Reparaturen von Elektro-Geräten.

Schiedek setzt damit auf einen Trend, den die wenigen verbliebenen Elektro-Händler in Dortmund bestätigen: Immer mehr Kunden kaufen Elektro-Geräte dort, wo sie sich beraten lassen und lassen die Geräte später auch dort reparieren, statt billig neu zu kaufen.

„Als das Shoppen im Internet aufkam, gingen viele kleine Händler in den Vororten unter, weil sie bei den Preisen nicht mithalten konnten“, berichtet Schiedek. Die Kunden haben sich lieber die Waschmaschine für 249 Euro im Internet bestellt.

Vertrauensbeziehung mit den Kunden

„Doch dann haben sich die Kunden gewundert, wie schnell der Schrott für 249 Euro kaputt geht“, sagt David Schiedek, erreichbar unter Tel. (0163) 8740191. Heute würden Kunden bewusster einkaufen. Und zwar beim Händler ihres Vertrauens.

Und so ein Händler möchte David Schiedek jetzt für Mengede werden, wo es an der Versorgung mit Elektro-Geräten mangelt. Sein Reparaturservice sei bereits gut angelaufen, wie er findet. Der Verkauf soll langsam aufgebaut werden.

Nach bisherigem Plan wird es nur ein kleines Ladenlokal geben in der Garage, die man von der Straße aus sehen kann – irgendwann mit Schaufenster. Wichtiger für ihn wird die Reparatur sein. Die Werkstatt hat er sich in einer zweiten Garage eingerichtet.

Reparatur exklusiver Marken

Besondere Hoffnung setzt Schiedek in eine Art Premium-Reparatur-Service. Zu seinem technischen Repertoire gehören auch Geräte von exklusiven Herstellern, teilweise aus den USA, wie General Electric, Fisher&Paykel, La Cornue oder Falcon.

Für solche Reparaturen fährt David Schiedek dann schon mal weitere Wege. „In einem Umkreis von 300 Kilometern bin ich der Einzige, der diese Geräte reparieren kann“, behauptet er selbstbewusst.

Noch stemmt Schiedek die anfallenden Aufträge alleine. Wenn das Geschäft der erhoffte Erfolg wird, sucht er sich Hilfe in der Familie: „Mein Frau kann im Büro helfen und mein Bruder in der Werkstatt“.

DJ-Ausrüstung zu vermieten

In dem Lagerraum, in dem sich irgendwann Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher und andere Geräte stapeln sollen, liegt jetzt noch die DJ-Ausrüstung. Ob er sie jemals wieder benutzen wird, ist nicht klar.

Wenn sich sein neues Geschäft entwickelt, wie es gerade den Anschein hat, wird er keine Zeit mehr für Partys haben. „Vielleicht kann ich die Technik ja verleihen“, sagt Schiedek und denkt damit schon an die nächste Geschäftsidee.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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