Wir haben nachgefragt, Sie haben geantwortet: Diese Schlagzeilen wünschen sich die Dortmunder für 2021. © Grafik: Martin Klose
Ende 2020

Dortmunder wünschen sich gute Schlagzeilen für 2021

2020 war ein Jahr, das viele schlechte Nachrichten gebracht hat. Darum haben wir prominente Menschen aus Dortmund gefragt, was sie sich 2021 für Schlagzeilen wünschen. Das sind die Antworten.

Können Sie nicht mal etwas Schönes berichten? Diese Frage stellen Ansprechpartner und Journalisten häufig. Auch Familienmitglieder und Freunde quälen Reporter und Redakteure mit dieser Frage, die einen klaren Wunsch impliziert: Wir wollen gute Nachrichten lesen!

In diesem Jahr, das von schlechten Corona-Nachrichten geprägt war, haben wir diese Frage besonders oft gehört. Und jedes Mal mussten wir erklären, dass wir uns die Nachrichten ja nicht aussuchen können. Jetzt, zum Ende des Jahres, können wir endlich antworten: Wir bringen Ihre liebste Geschichte.

Wir haben gefragt, welche Schlagzeile die Menschen im Dortmunder Westen am liebsten 2021 lesen möchten. Das haben sie geantwortet.

Diese Schlagzeilen wünschen sich die Dortmunder

„Kein Gastronom aus Dortmund muss Insolvenz anmelden.“ Was nach einer Nachricht von der Satirenachrichtenseite Postillon klingt, ist der Wunsch von Antonio Link, der das Restaurant „Hopfen und Salz“ in Lütgendortmund betreibt.

Für ihn und seine Gastronomen-Kollegen war das Corona-Jahr nun wirklich nicht leicht.

Einen ähnlichen Wunsch hegt Tom Rose, der die Huckarder Fußballgruppe Untouchabled United gegründet hat: „Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass so viele kleine und große Geschäfte, vor allem in unseren Vororten, überleben, damit das Flair der Vororte bleibt. Für mein Fußball-Team wünsche ich mir, dass wir einigermaßen erfolgreich und mit viel Spaß an unserer ersten Liga teilnehmen können“, sagt Tom Rose.

Da schließt sich der Überschriften-Wunsch von Christian Oecking vom Huckarder Gewerbeverein an. Seine liebste Schlagzeile für 2021 lautet: „Huckarde – der lebenswerteste Stadtbezirk in Dortmund mit einer tollen Infrastruktur“

Das erinnert uns an eine Geschichte von 2019, in der wir herausgefunden haben, dass Hombruch als lebenswertester Stadtteil von Dortmund gilt. Aber klar, im Jahr 2021 kann das gern Huckarde sein.

Wilhelm Mohrenstecher von der Drogerie Zimmermann denkt natürlich auch ans eigene Stadtzentrum. Weil der Umbau der Konze-Immobilie und des „Becker“-Grundstücks Chancen für den Stadtteil bringt, lautet Mohrenstechers Zeile so: „Stadt Dortmund setzt zur Stärkung der Strukturen im Zentrum Lütgendortmunds eine*n Moderator*in ein und unterstützt den Gewerbeverein beim Baustellenmarketing in der Umbauzeit“.

Den Einzelhandel hat auch Kerstin Kesper im Blick. „Mit Energie und Pandemie: Die Wirtschaft fährt wieder hoch“ titelt die Inhaberin von Brautmoden „Marie beau“ in Marten. „Die Menschen kaufen Brautkleider statt Klopapier“, fügt sie als Unterzeile an.

Kerstin Kesper ist realistisch: „Die Pandemie wird es in zwei Jahren auch noch geben“, sagt sie. „Aber wir müssen da durch.“ Kesper hat auf die Krise reagiert. Neben Masken setzt sie bei den Brautmoden auf das Online-Geschäft.

Das wünschen sich Schulleitung und Lehrerin

2020 haben wir über Schul-Schließungen und Coronafälle in Klassen berichtet. Darum die Frage an Schulleiterin Sabine Schmidt-Strehlau vom Bert-Brecht-Gymnasium: Was wäre Ihre liebste Überschrift fürs neue Jahr?

BBG-Schulleiterin Sabine Schmidt Strehlau möchte eine Form von Schulalltag finden, in der nicht ständig wechselnde organisatorische Fragen wie der der Maskenpflicht im Vordergrund stehen. © Stephan Schütze (A) © Stephan Schütze (A)

Sabine Schmidt-Strehlau reicht gleich drei Überschriften ein.

  • „Musik, Tanz, Spaß und Streiche am BBG – Kirchlinder Abiturienten feiern ihr Abitur mit der ganzen Schule“
  • „Digitalisierung hat extreme Fahrt aufgenommen – Glasfaserkabel ist am Schulzentrum Kirchlinde angekommen“
  • „Haben die Kitas und Schulen im Dortmunder Westen in den kommenden Jahren genug Platz für die Coronababys?“

Auch BBG-Lehrerin Janina Hofmann ließ es sich nicht nehmen, uns ihre drei liebsten Überschriften zu schicken:

  • „Wespen im Westen – BBG-Bachpaten melden erhöhtes Insektenaufkommen am Dellwiger Bach“
  • „Bioteria 2.0 – Pausensnacks in Bioqualität sind wieder die erste Wahl für die Gymnasiasten des BBGs“
  • „BBG-SV setzt Recht auf Homeoffice-Tag für alle Oberstufenschüler durch“

Das wünschen sich Polizei, Feuerwehr und ein Kinderarzt

Ein bisschen ernster sind die Wünsche von Egbert Gössing. Er leitet seit zwei Jahren die Polizeiwache in Huckarde, die auch für Dorstfeld zuständig ist. Sein innigster Schlagzeilen-Wunsch: „Kein Rechtsextremismus mehr: Demokratisches und multikulturelles Zusammenleben in Dortmund funktioniert wunderbar“

Weil Gössing auch zu Wischlingen eine tiefe Verbindung hat, träumt er davon, dass sich alle Menschen mit „Jubel, Trubel und Heiterkeit“ wieder im Revierpark Wischlingen wohlfühlen können. Darum lautet seine zweite Überschrift: „Revierpark Wischlingen: Alle Freizeitangebote sind uneingeschränkt nutzbar.“

An ein Leben ohne Einschränkungen glaubt Andreas Flur nicht. „Corona eingedämmt – keine neuen Toten mehr“, wünscht sich der Löschzugleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bodelschwingh als Schlagzeile. „Wir werden es 2021 nicht schaffen, Corona zu besiegen“, sagt er. „Aber aus Feuerwehr-Sicht müssen wir vor die Lage kommen.“

Andreas Flur ist Leiter des Löschzugs Bodelschwingh und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Dortmund.
Andreas Flur ist Leiter des Löschzugs Bodelschwingh und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Dortmund. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren in Dortmund hofft im neuen Jahr, „dass wir zurück zur Normalität kommen. Uns fehlen das Vereinsleben und der soziale Austausch.“ Auch wenn viele Menschen sich in der Krise dem Digitalen geöffnet hätten, fehle doch das Zusammensitzen in der Runde. Andreas Flur denkt dabei insbesondere auch an die älteren Mitbürger.

Das Ende der Maskenpflicht hat der Kinderarzt Dr. Ulrich Nollmann aus Marten im Blick: „Endlich kann ich meine kleinen Patienten ohne Mund-Nasen-Schutz wieder mit einem Lächeln ansehen und untersuchen“, schreibt er. Die passende Schlagzeile: „Endlich ohne Maske: Ein Lächeln nimmt Kindern die Angst vor der Untersuchung“.

Das wünschen sich Engagierte in den Stadtteilen

Marten ist im Aufbruch. Gleich mehrere Initiativen engagieren sich, dass es voran geht. In diesem Kontext textet Christian Höfener-Wolf, Pfarrer der evangelischen Elias-Gemeinde: „Marten – mehr als nur ein (W)Ort: Kirchengemeinden, Geschäfte und Institutionen arbeiten Hand in Hand“.

Franz-Heinrich Veuhoff engagiert sich in mehreren Vereinen. Zu allererst sieht er sich als
Franz-Heinrich Veuhoff engagiert sich in mehreren Vereinen. Zu allererst sieht er sich als “alter Mengeder”. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Das gesellschaftliche Leben in den Vereinen liegt brach. Veranstaltungen fallen aus. In diesem Sinn textet Franz-Heinrich Veuhoff: „Erste Treffen nach langer Zeit: Vereine sprühen voller Ideen“. Zusammenkünfte, in denen kreative zukunftsweisende Ideen geboren werden, fehlen derzeit am meisten, sagt der Ur-Mengeder, der in mehreren Vereinen aktiv ist.

Die Resonanz hat uns beeindruckt. Die Bandbreite der positiven Schlagzeilen ist groß. Wie die Gastautoren freuen wir uns auf 2021 – mit diesen und hoffentlich noch vielen weiteren positiven Schlagzeilen. Das Redaktionsteam Dortmund-West wünscht allen Lesern ein gutes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr.

Ihre Autoren
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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