In dieser Tonne sind die Lämmer von der Tierschutzorganisation gefunden worden. © Gabi Bayer
Arche90

Dortmunder Tierschützer finden tote Lämmer in einer Mülltonne

Mehrere tote Tiere hat die Tierschutzorganisation Arche90 in einer orangenen Mülltonne in Dortmund gefunden. Ein Anrufer hatte der Organisation einen Hinweis gegeben – und die hat einen Verdacht.

Die Tierschutzorganisation Arche90 hat am Freitag (12.2.) mehrere tote Lämmer und ein totes Muttertier in einer orangefarbenen, eigens für Tierkadaver vorgesehenen Mülltonne an einem Stall in Dortmund-Oestrich gefunden. Der Anruf eines Informanten hatte laut einer Mitteilung der Organisation die Tierschützer auf das frei zugängliche Gelände geführt. Die grausamen Bilder des Fundes liegen der Redaktion vor.

Der Vorwurf der Tierschützer: Nach Informationen von Arche90 soll der Stall, neben dem die Tiere in der Mülltonne gefunden wurden, dem polizeibekannten „Problemschäfer“ aus Castrop-Rauxel gehören.

So fand Arche90 die toten Tiere in der Tonne. © Arche90 © Arche90

Die von Arche90 verständigte Polizei bestätigt den Verdacht, dass die in der Mülltonne entsorgten Tiere erfroren oder verhungert sein könnten. Die Polizei verständigte das Veterinäramt, das ebenfalls auf dem Hof erschien und ermittelt wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Der 74-Jährige bekommt seit einem Jahr wiederholt Auflagen vom Veterinäramt, weil er seine Schafe und Hunde, die auf Weiden im Dortmunder Nordwesten stehen, stark vernachlässigen soll.

Bei der Tierschutzorganisation habe man die Befürchtung, dass es sich bei den Tieren um jene handelte, für deren Einstallung sie sich noch am vergangenen Sonntag (7.2.) stark gemacht hatten. An dem Tag hätten zum wiederholten Male neugeborene Lämmer auf der Wiese in der Kälte gelegen.

Beweisen, dass es sich bei den am Freitag gefundenen Tieren um die von Sonntag handelte, kann die Tierschutzorganisation allerdings nicht. Arche90-Vorsitzende Heike Beckmann will jedoch das oberste Tier, ein schwarz-weißes Lamm, wiedererkannt haben.

Handgreiflichkeiten zwischen Tierschützern und Schäfer

Die Emotionen zwischen Tierschützern und dem Schäfer schaukelten sich bereits am vergangenen Sonntag hoch – es sei zu Handgreiflichkeiten mit gegenseitigen Anzeigen gekommen. Wer zuerst angegriffen habe, ermittelt nun die Polizei.

Eines der toten Lämmer.
Eines der toten Lämmer. © Arche90 © Arche90

Zuvor habe der Schäfer der Tierschutzorganisation laut Vereinssprecherin Gabi Bayer zwei halbtote Lämmer in einem Eimer übergeben. Eine Tierärztin aus Waltrop griff schnell ein und konnte die Tiere retten.

Veterinäramt nimmt Fall auf

„Das Veterinäramt hat den Fall von Freitag dokumentiert und zur Kenntnis genommen“, wird Gabi Bayer in der Mitteilung weiter zitiert. „Die Tiere wurden allerdings nicht beschlagnahmt.“ Abtransportieren durfte die Arche90 die Tiere nicht. Laut des Mitarbeiters des Veterinäramts seien die Kadaver Eigentum des Schäfers.

Laut Gabi Bayer habe der Bauer vor Ort angegeben, dass die gefundenen Schafe nicht aus seinem Stall stammen würden. Dieser habe jedoch einen seiner Ställe an den Skandal-Schäfer aus Castrop-Rauxel vermietet, sagt sie.

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1995er Jahrgang, in Bochum geboren. Seit 2016 bei den Ruhr Nachrichten. Von da an verschiedene Abteilungen durchlaufen. Mittlerweile überwiegend in der Dortmunder Lokalredaktion aktiv.
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Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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