Leonardo und Clara sind enttäuscht über das Rodelverbot an ihrem Lieblings-Hang. Jahrzehntelang hatte die Klinik das Schlittenfahren hier erlaubt. © Beate Dönnewald
Patienten-Beschwerden

Dortmunder Krankenhaus sperrt überraschend beliebten Rodel-Hang

Seit Jahrzehnten ist der Rodel-Hang in einem Dortmunder Klinik-Park bei Kindern total beliebt. Doch auf einmal ist das Schlittenfahren dort verboten – mitten im Corona-Lockdown.

Leonardo (11) und Clara (11) stehen vor ihrem Lieblings-Rodel-Hang und blicken sehnsüchtig nach oben. Nach dem Homeschooling haben sich die beiden Gymnasiasten riesig auf eine Rodelpartie gefreut. Doch daraus wird nichts – trotz der idealen Schneeverhältnisse. Denn überall blicken sie auf Schilder, die das Schlittenfahren an dieser Stelle verbieten.

Nicht nur die beiden Lütgendortmunder Nachbarskinder verstehen die Welt nicht mehr. Auch ihre und andere Eltern können das Rodel-Verbot nicht ganz nachvollziehen. Schließlich sind auch sie früher genau hier im Park des heutigen Knappschaftskrankenhauses Lütgendortmund gerodelt. Daran habe sich in all den Jahren nie jemand gestört, so eine Mutter.

Schüler enttäuscht: „Nichts ist im Lockdown erlaubt“

Doch seit Dienstag (9.2.) sind Kinder zumindest an dem größten Rodel-Hang, der direkt an das Klinikgebäude grenzt, nicht mehr willkommen. Am besten erreicht man ihn über den Park-Eingang an der Limbecker/Ecke Westermannstraße. Bis vor kurzem stand hier noch ein Monolith.

Der 11-jährige Leonardo ist über das neue Rodel-Verbot maßlos enttäuscht.: „Nichts ist im Lockdown erlaubt. Und jetzt wird auch noch dieser tolle Hang gesperrt.“

Schwerstkranke Patienten bitten um Rücksichtsnahme

Die Schilder drum herum erklären die Maßnahme. „Da es sich hier um ein Privatgelände des Krankenhauses handelt und hinter den Fenstern schwerstkranke Patienten liegen, bitten wir höflich um Rücksichtnahme“, ist darauf zu lesen.

Klaus-Peter Wolter, Pressesprecher des Klinikums Westfalen, fügt auf Anfrage dieser Redaktion hinzu: „Die Patienten, die sich dort im Zuge von teilweise schwersten Erkrankungen aufhalten, hatten darum ausdrücklich gebeten.“

„Ältere Menschen haben uns zugelächelt“

Das Verbot gelte für den Teil-Hang, der unmittelbar an Praxisräume und Patientenzimmer grenzt. „Im direkten Gespräch wurde von den Nutzern Verständnis für die Einschränkung geäußert“, so der Klinik-Sprecher.

Am Rodel-Hang finden sich viele Verbotsschilder.
Am Rodel-Hang finden sich viele Verbotsschilder. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Leonardo und Carla erzählen von diesen Erfahrungen: „Wir haben ältere Menschen an den Fenstern gesehen, die uns zugelächelt haben. Die haben sich richtig über die Abwechslung gefreut“, sagen sie. Sie seien aber auch dabei gewesen, als ein Mann mit den rodelnden Kindern geschimpft und auf die kranken Menschen hingewiesen habe, erzählen sie. „Furchtbar laut waren wir aber gar nicht.“

Klinik-Sprecher klärt Missverständnis auf

Die beiden Kinder sind am Mittwoch (10.2.) mit ihren „Poporutschern“ unverrichteter Dinge wieder nach Hause gegangen. Denn sie haben die Verbotsschilder so interpretiert, dass ein generelles Rodelverbot rund um das Krankenhaus gilt.

Das sei aber gar nicht so, sagt Klaus-Peter Wolter. „Die Schilder begrenzen das Verbot eindeutig nur auf diesen Teilbereich innerhalb der Hügellandschaft“, schreibt er. Überall sonst könne weiterhin gerodelt werden. Allerdings ist wohl keine Stelle so gut zum Schlittenfahren geeignet wie diese.

Grundsätzlich halte die Krankenhaus-Leitung das Gelände rund um das Krankenhaus ganz bewusst frei, zum Beispiel für Spaziergänger. „Und daran wollen wir auch in Zukunft festhalten“, so Klaus-Peter Wolter.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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