Comedian Oliver Pocher geht mit einer Instagramerin, die ihren Geburtstag mitten in der Corona-Krise groß gefeiert, hart ins Gericht. Ein Dortmunder meldete eine ähnliche Party nun dem Ordnungsamt. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Dortmunder ist genauso genervt wie Oliver Pocher und zeigt Corona-Party an

Kürzlich lästerte Comedian Oliver Pocher öffentlich über eine Corona-Party, jetzt zieht ein entrüsteter Dortmunder nach. Er hat die Party einer Dortmunder Instagramerin dem Ordnungsamt gemeldet.

Bilder und Videos einer ausgelassenen Geburtstags-Party, die eine Dortmunder Instagramerin am vergangenen Wochenende gepostet hat, gehen einem jungen Mann aus dem Dortmunder Westen gehörig gegen den Strich. „Das ist doch scheiße, die Leute sind einfach unbelehrbar. Aufgrund solcher Partys und Veranstaltungen haben wir doch den ganzen Salat hier.“

Mit „Salat“ meint der Kritiker die Corona-Krise, die immer noch hohen Infizierten-Zahlen und die vielen Todesfälle in Zusammenhang mit Covid 19. In dem Video und auf den Bildern sind mehrere junge Leute zu sehen, die ohne Abstand und Maske an einem üppig gedeckten Tisch sitzen, eng miteinander tanzen und für kuschelige Gruppenbilder posieren.

Die feucht-fröhliche Zusammenkunft ist ein klarer Verstoß gegen die aktuelle Coronaschutzverordnung. Darin heißt es nämlich unter anderem, dass Partys und vergleichbare Feiern generell untersagt sind. Dazu gehören neben privaten Feiern auch Volks-, Dorf-, Wein- oder Schützenfeste.

Wegen „selbstsüchtiger Hohlfritten geht der Lockdown weiter“

Erst jüngst hatte Comedian Oliver Pocher via Instagram über die „frechste Geburtstagsparty der Corona-Zeit“ gelästert und harte Worte dafür gefunden. Wegen der Dummheit, Ignoranz und Selbstverliebtheit vieler Menschen mit Instagram „haben wir jetzt die Probleme, die wir haben“, so Pocher. „Sie kriegen es einfach nicht hin, sich an zwei oder drei Regeln in einer Pandemie zu halten.“ Richtung Corona-Partyvolk kritisiert Pocher: Wegen solcher „selbstsüchtiger, durchoperierter Hohlfritten“ gebe es die „ganze Kacke“ und gehe der Lockdown weiter.

Der verärgerte Dortmunder geht einen anderen Weg. Er hat die Corona-Geburtstags-Party dem Ordnungsamt per Mail gemeldet und Beweismaterial gleich mitgeschickt. Auch den Namen eines Gastes habe er weitergegeben, berichtet er im Gespräch mit dieser Redaktion. Er möchte aber nicht, dass wir seinen Namen veröffentlichen.

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Auf Anfrage bestätigte die Stadt Dortmund, dass man diesem Hinweis nachgehen werde. „Sofern belastbare Daten vorhanden sind und die ladungsfähige Anschrift des Zeugen oder der Zeugin bekannt ist, wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet“, teilt Stadtsprecher Maximilian Löchter mit.

Nicht die erste Meldung einer Corona-Party

Es sei im übrigen nicht der erste Meldung einer privaten Party in Corona-Zeiten. „Solche Hinweise gehen vereinzelt ein.“ Das Ordnungsamt selbst wende die Internet-Recherche nicht an, berichtet der städtische Pressereferent.

Maximilian Löchter appelliert: „Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund unterstreicht noch mal die Notwendigkeit, zur Pandemiebekämpfung die Bestimmungen der Coronaschutzverordnung strikt einzuhalten und insbesondere Kontakte zu minimieren.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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