Die Decke des Eingangs der Grafengrundschule musste repariert werden, weil sie vor Weihnachten beinahe herabgefallen wäre, erzählt die Schulleiterin Laura Stachowiak (2.v.r). Sabine Adamek (r., Pädagogin), Claudia Brückel (CDU) und Marcel Thiemann (l., Schulpflegschaftsvorsitzender) schauen sich mit der Leiterin die Mängel in der Schule an. © Freddy Schneider
Schulen in Dortmund

Dortmunder Grundschule hat Platznot: Nur zwei nutzbare Klassenräume

Die Grafengrundschule will ein Vorbild sein. Um aber die Projekte umsetzen zu können, die sich die Schule vorgenommen hat, braucht sie mehr Platz. Denn: Bald kommen noch mehr Schüler.

Aktuell gehen 100 Schülerinnen und Schüler zur Grafengrundschule. Und schon jetzt wird es in der einzügigen Schule eng. Bald wird es noch enger werden: Ab Sommer kommen rund 30 i-Dötzchen an die Deusener Schule. Außerdem möchte die Schulleiterin Laura Stachowiak, dass die Grafengrundschule ab dem Schuljahr 22/23 eine Offene Ganztagsschule (OGS) wird. „Denn der Bedarf ist absolut da“, sagt sie.

Stachowiak will Eltern die Möglichkeit anbieten, ihre Kinder auch im Nachmittagsbereich zu betreuen. Ab 2025 soll es dann auch schon einen Rechtsanspruch für Kinder im Grundschulalter auf die OGS-Betreuung geben.

Wer denkt, die Kinder an der Grafengrunschule kommen meist aus Deusen, irrt sich: Es kommen viele Kinder aus Huckarde und Mengede hierher. Das sagt der Schulpflegschaftsvorsitzende Marcel Thiemann. „Das belegt: Deusen ist beliebt.“ Die Schule wachse.

Die Kinder der Grafengrundschule hoffen, dass alle gesund bleiben.
Die Kinder der Grafengrundschule hoffen, dass alle gesund bleiben. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Doch: Viele Kinder brauchen auch viel Platz. Und aktuell seinen nur zwei Klassenräume und ein Betreuungsraum zu nutzen. Das liegt unter anderem daran, dass die Decke im Eingangsbereich der Schule vor Weihnachten „runter hing“, so Stachowiak. „Es bestand Einsturzgefahr.“

Notbetreuung fiel aus

Durch die Arbeiten mussten drei Notbetreuungstage ausfallen. Zum anderen fällt der Platzmangel dadurch auf, weil die Kinder in der Pandemie mit Abstand unterrichtet werden müssen.

Die Grafengrundschule nutzt derzeit zwei Container: einen als Spieleausleihe, den anderen als Keller-Ersatz.
Die Grafengrundschule nutzt derzeit zwei Container: einen als Spieleausleihe, den anderen als Keller-Ersatz. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Die Grafengrundschule nutzt derzeit zwei Container: einen als Spieleausleihe, den anderen als Keller-Ersatz. Auch hier dasselbe Grund: Platzmangel. Der Keller dürfe derzeit nicht genutzt werden, weil er zu feucht ist („Im Frühjahr wird er wieder auf Schimmelsporen untersucht“, so Stachowiak). Darum werden die Materialien in dem zweiten Container genutzt, der auf dem Schulhof steht. Dort ist darum aber wiederum weniger Platz zum Spielen.

So sieht der zweite Container aus: Er wird als Keller-Ersatz genutzt.
So sieht der zweite Container aus: Er wird als Keller-Ersatz genutzt. Laura Stachowiak (l, Schulleiterin) und Claudia Brückel (CDU) schauen sich den Inhalt des Containers an. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Einen Container hat die Bezirksvertretung Huckarde zur Verfügung gestellt. Der Platzmangel sei schon länger bekannt, so Claudia Brückel (CDU) und Stefan Keller (SPD). Die Bedarfsmeldung durch das Schulamt an die entsprechenden Fachbereiche sei im Januar erfolgt, sagt Stachowiak.

Die Schulleiterin, die seit einem Jahr an der Grafengrundschule tätig ist, betont, wie „konstruktiv und kooperativ“ die Zusammenarbeit mit dem Schulverwaltungsamt sei. Jedoch wisse die Schulleiterin nicht, wie die Grafengrundschule dem gerecht werden kann, was in der Schulbauleitlinie der Stadt Dortmund steht.

Schulleiterin stellt Büro zur Verfügung

Dort ist geregelt, wie Grundschulen räumlich organisiert sein sollen. Beispielsweise sollen sich Schüler einer vierzügigen Grundschule in „Cluster-Bereichen“ sammeln können. Heißt: Von einem großen Raum gehen Unterrichtsräume, Toiletten und Betreuungsräume ab. Der besagte große Raum könnte auch eine Mensa sein, von der aus die Kinder WCs, einen Sanitäter-Raum oder die Bibliothek erreichen könnten.

Laura Stachowiak hat ihr eigenes Büro dem Kollegium für Gespräche unter vier Augen zur Verfügung gestellt. Aus Platzmangel.
Laura Stachowiak hat ihr eigenes Büro dem Kollegium für Gespräche unter vier Augen zur Verfügung gestellt. Aus Platzmangel. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Doch der Besuch vor Ort zeigt: Dafür ist hier kein Platz. Die Schule soll laut dem Masterplan Schule des Schulministeriums NRW auch eine stellvertretende Schulleitung bekommen. Die Konrektorin oder der Konrektor bräuchte aber auch einen Arbeitsplatz. Wo soll der hin?

Aktuell stellt Laura Stachowiak ihr eigenes Büro für Zweiergespräche zur Verfügung. Sie selbst sitzt im Sekretariat. „Das mache ich gerne, wenn es der Allgemeinheit nutzt“, sagt sie.

Das ist ein Klassenzimmer, das aktuell genutzt werden kann.
Das ist ein Klassenzimmer, das aktuell genutzt werden kann. © Freddy Schneider © Freddy Schneider

Schulleiterin, Schulpflegschaftsvorsitzender und Sonderpädagogin sind sich sicher: „Hier gibt es Raum für gute Ideen.“ Wie der Idee, naturnah mit den Kindern zu arbeiten. Auch Projekte mit einem Imker sollen ermöglicht werden.

Pädagogin Sabine Adamek wünscht sich, inklusiv arbeiten zu können. Der Bau sei aber nicht für Kinder mit Behinderungen geeignet. Der Raum dafür sei da, nur eben noch nicht der Platz.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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