Anwohner dieser Dortmunder Sportanlage fühlen sich durch öffentliches Urinieren auf ihren Grundstücken belästigt. © Beate Dönnewald
Beschwerde

Dortmunder Anwohner klagen über Wildpinkler: „Hemmungsloses Urinieren“

Anwohner einer Bezirkssportanlage fühlen sich massiv gestört: Sie klagen über Besucher, die während der Fußballspiele ungeniert in ihren Gärten urinieren. Die Vereinsvorstände sind überrascht.

Die Vorstellung ist wirklich nicht schön: Da sitzt man gemütlich bei Kaffee und Kuchen auf der Terrasse und wird dann mit dem Anblick eines „Wildpinklers“ konfrontiert. Solche und ähnliche Szenen sollen sich regelmäßig im Bereich der Bezirkssportanlage an der Kaubom-/Evastraße in Lütgendortmund abspielen. Die Vereinsvorstände der beiden dort beheimateten Fußballvereine waren bislang ahnungslos, zeigen sich aber verständnisvoll.

Anwohner der umliegenden Straßen haben sich aber nicht an die Vorsitzenden Norbert Sack (Hellweg Lütgendortmund) und Dirk Scharpenberg (SV Urania), sondern an die Politik gewandt. Über den örtlichen SPD-Ortsverein gelangte das Thema schließlich auf die Tagesordnung der September-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund.

In seinem Antrag gibt SPD-Fraktionssprecher Andreas Lieven die Anwohner-Schilderungen wieder. „Das größte Ärgernis ist das hemmungslose Urinieren von männlichen Gästen in die Gärten der Anwohner. Dieser Zustand entstand erst durch den Umbau des Sportplatzes und Entfernung der Sträucher am Zaun.“

Insektenfreundliche Sträucher

Gleichzeitig präsentierte Lieven eine Lösung, damit die Anwohner wieder ihre Gärten ohne unappetitliche Störungen genießen können. In seinem Antrag an die Verwaltung schreibt er: „Das Urinieren und der Einblick in die Gärten sind nur dauerhaft zu verhindern, indem eine Wiederherstellung durch insektenfreundliche, pflegeleichte Strauchbegrünung geschieht. Dies ist auch Wunsch der Bürger.“

Auf dem Vereinsgelände gibt es rund zehn öffentliche Toiletten für Männer. Laut Vereinsvorständen werden die von den Besuchern genutzt.
Auf dem Vereinsgelände gibt es rund zehn öffentliche Toiletten für Männer. Laut Vereinsvorständen werden die von den Besuchern genutzt. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Hellweg-Vorsitzender Norbert Sack begrüßt den Vorschlag: „Eine insektenfreundliche Bepflanzung finde ich richtig gut.“ Nur dass sie vor „Wildpinklern“ schützen soll, irritiert ihn etwas: „Wenn wir alle 14 Tage unsere Spiele haben, bin ich in der Regel auf dem Platz. Ich habe noch nie jemanden beobachtet, der in die Gärten uriniert. Sonst hätte ich denjenigen auch sofort angesprochen.“

Genügend öffentliche Toiletten

Möglicherweise seien die „Täter“ Jugendliche oder junge Erwachsene, die sich hin und wieder unerlaubt Zugang zum Gelände verschafften und auf dem Kleinfeld kickten. „Dann sind ja unsere Toiletten geschlossen.“ Möglicherweise würden sie sich hinter dem letzten Tor „erleichtern.“ Er wolle das Ärgernis keinesfalls bestreiten oder klein reden, betont er.

Wie Norbert Sack hält auch Dirk Scharpenberg die Anzahl der öffentlichen Toiletten auf dem Gelände für ausreichend. Der SV-Urania-Vorsitzende hörte im Gespräch mit dieser Redaktion ebenfalls das erste Mal von dem Problem. Direkt an die Anlage grenzten allerdings nur wenige Gärten, räumte er ein.

Die BV stimmte für den SPD-Antrag. Demnach soll eine insektenfreundliche Randbegrünung im Umfeld der anliegenden Häuser die betroffenen Anrainer schützen. Um die Pflege der Hecke sollen sich die Betreiber der Anlage kümmern.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Beate Dönnewald

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.