Astrid Schwarzkopf (54) freut sich, dass sie wieder Einzelunterricht in ihrer Hundeschule anbieten kann. Dennoch reicht das Training nicht aus. © Pfötchenuni
Hundeschulen

Corona-Lockerung: Training an Hundeschule ist eingeschränkt möglich

Astrid Schwarzkopf (54) ist Leiterin der Hundeschule „Pfötchenuni“. Sie darf seit Montag wieder arbeiten. Dennoch bleibt ihr Unterricht mit Hunden eingeschränkt. An zentralen Stellen sogar.

Hundeschulen dürfen seit Montag (22.2.) unter besonderen Regeln wieder öffnen und einzelne Veranstaltungen anbieten. Das freut Astrid Schwarzkopf.Sie ist die Leiterin der Dorstfelder Hundeschule „Pfötchenuni“. Doch vom „normalen Betrieb“ ist die Hundeschule noch weit entfernt.

Die 54-Jährige darf nämlich nur Einzeltrainings anbieten. „Das Gruppentraining ist noch nicht erlaubt“, sagt die Hundefreundin. Die Einzeltrainings finden mit Abstand und Maske auf dem mehr als 2000 Quadratmeter großen Gelände der Hundeschule statt.

Schwarzkopf versteht nicht, warum sie keine Trainingseinheiten mit mehreren Teilnehmern veranstalten darf. Sie hat den Platz, bietet Desinfektionsspray an und die Übungen finden an der frischen Luft statt.

Zudem könnte sie Kunden durch zwei Eingänge auf das riesige Trainings-Gelände leiten. „Bei einem Eingang geht‘s raus, bei dem anderen rein“, erklärt Schwarzkopf, wie sie ihre Kunden vor Kontakten schützen könnte.

Agility Training, bei dem Hunde einen Parcours überwinden müssen, findet auch nicht statt. Denn: „Ich müsste die Geräte nach Nutzung desinfizieren, obwohl die Kunden sie selbst gar nicht berühren.“ Der Aufwand wäre viel zu groß.

Auch Hausbesuche sind noch nicht erlaubt. Das sei besonders schade, denn „Hunde lernen ortsbezogen“. Heißt: Der Hund hat verstanden, dass er auf dem Trainings-Gelände niemanden anfallen darf. Dass diese Regel auch für sein Zuhause gilt, sei aber nicht selbstverständlich.

Die „Pfötchenuni“ war seit Dezember geschlossen. Schwarzkopf konnte nur online Kurse geben. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Videos gedreht und Webinare angeboten, um „den Kunden eine Orientierung zu bieten“. Finanziell hat sie den zweiten Lockdown nur überstanden, weil sie Rücklagen gebildet hatte.

So laufen die Einzeltrainings ab

Jetzt freut sich die Hundefreundin erstmal, dass sie Einzeltrainings anbieten kann. Schon am Sonntag riefen viele Kunden an, um einen Termin auszumachen. „Die meisten Anrufer waren enttäuscht, als sie hörten, dass es kein Gruppentraining gibt“, erzählt sie.

Die Warteliste für den Junghundekurs ist entsprechend lang. „Von gestern auf heute habe ich 15 Menschen auf die Warteliste geschrieben“, sagt sie am Montag. Sie müssen bis Mai warten. Im coronakonformen Einzeltraining üben Hundebesitzer und Tier zum Beispiel das Laufen an der Leine.

Viele Menschen haben neue Tiere bekommen

Dass das Training aktuell eingeschränkt ist, sei aus mehreren Gründen für die Hunde ungünstig. Zum einen gibt es aktuell eine „Welpenschwemme“, so Schwarzkopf. Im Frühjahr und Herbst werden Welpen geboren, die im besten Fall sofort trainiert werden sollten.

Zum anderen haben sich viele Menschen während der Pandemie einen Hund gekauft oder vom Tierschutz übernommen. „Weil sie mehr Zeit haben und weil sie auch nicht in den Urlaub fahren konnten“, sagt Schwarzkopf.

Diese Hunde kennen unter Umständen noch keine Leine, könnten im Umgang mit Fremden aggressiv sein und brauchen eine sinnvolle Beschäftigung. Ihre Angst ist, dass nach der Pandemie die meisten Menschen diese Tiere wieder abgeben.

Astrid Schwarzkopf hofft auf einen sinkenden Inzidenzwert. „Damit wir wieder wie gewohnt trainieren können.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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