Sechs Bewohner des Altenheims haben sich nach der ersten Impfung mit dem Corona-Virus infiziert. © privat
Awo-Pflegeheim

Corona-Ausbrüche trotz erster Impfung in Dortmunder Altenheim

In einem Altenzentrum in Dortmund ist das Coronavirus ausgebrochen. Das Tragische: Die Bewohner gehörten zu den ersten, die geimpft wurden. Bald hätten sie die zweite Spritze bekommen.

„Und das auf den letzten Metern“, sagt eine Angehörige, die am Mittwoch (13.1.) eine traurige Nachricht bekam. Ihr Ex-Schwiegervater ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er ist 94 Jahre alt und lebt im Awo-Pflegeheim in Kirchlinde.

Nun liegt der ältere Herr im Kirchlinder Krankenhaus. „Ich wurde vom Krankenhauspersonal gefragt, ob es eine Patientenverfügung gibt“, sagt die Angehörige, deren Name der Redaktion bekannt ist.

Sollte ihr Schwiegervater die Krankheit überleben, soll er wieder in dem Altenheim leben können, in dem er seit einigen Jahren wohnt. „Er fühlt sich dort sehr wohl.“ Er soll dann nicht mit diesem Artikel in Verbindung gebracht werden, so die Hoffnung der Angehörigen.

Schnell- und PCR-Test sind positiv

Die Dortmunderin erzählt: „Am 2. Januar wurde er geimpft, am 7. Januar habe ich ihn zuletzt besucht.“ Bei dem Besuch habe sie eine FFP2-Maske getragen. Dann, am Mittwoch, kam die schlechte Nachricht per Telefon: Der Ex-Schwiegervater wurde positiv auf das Coronavirus getestet. „Erst war der Schnelltest positiv, dann auch der PCR-Test.“

Für die Dortmunderin und ihre Familie ist der Gedanke am schlimmsten, dass der Angehörige schon relativ bald seine zweite Corona-Impfung bekommen hätte. Nach der ersten Impfung dauert es Studien zufolge etwa zwei Wochen, bis die Spritze echten Schutz entfaltet.

Erst Tage nach der zweiten Impfung gilt der Schutz als richtig hoch. Es ist also gut möglich, dass jemand sich trotz einer ersten Impfung infizieren kann, wenn diese noch nicht lange zurückliegt.

Die letzte Zeit war für den Angehörigen der Dortmunderin schwierig. „Das letzte Dreivierteljahr lief nur auf dem Gang hin und her. Essen gibt‘s ja leider nur noch auf dem Zimmer, um eine mögliche Ansteckung zu verhindern“, sagt die Dortmunderin.

Bei ihrem letzten Besuch am 7. Januar habe er sie nicht mehr wiedererkannt. Seit der Pandemie habe dem 94-Jährigen die Demenz immer mehr zugesetzt.

Sechs positive Corona-Fälle

Katrin Mormann, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Arbeiterwohlfahrt, bestätigt den Corona-Ausbruch in dem Awo-Pflegezentrum. „Aktuell gibt es im Seniorenzentrum Kirchlinde sechs positive Corona-Fälle, nachdem wir dort 9 Monate lang keine positiven Fälle hatten. Die Angehörigen sind darüber informiert worden“, sagt Mormann auf Anfrage.

Das Gesundheitsamt sei ebenfalls informiert worden. Es habe entschieden, dass alle Mitarbeitenden und Bewohner getestet werden. „Dies ist heute geschehen. Die Ergebnisse stehen natürlich noch aus“, so Mormann am Donnerstag (14.1.). Vorher habe es regelmäßige Reihentestungen gegeben.

Auch nachdem die Bewohner geimpft wurden, halte die Pflegeeinrichtung alle Corona-Schutzmaßnahmen ein. „Eine hohe Immunität stellt sich beim Impfstoff von Biontech/Pfizer etwa eine Woche nach der 2. Impfung ein.“ Mormann bedauere die Fälle sehr. „Das ist sehr traurig und tut mir wirklich leid.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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Frederike Schneider

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