Manfred Konieczny kritisiert die Einbahnstraßen-Regelung wegen der sogenannten Lagertanks an der Huckarder Straße. Dadurch wird der Verkehr zu großen Umwegen gezwungen. © Holger Bergmann
Huckarder Straße

Container auf der Straße: Autofahrer ignorieren Einbahnstraßenschild

Anfang Januar kippte ein Gefahrgut-Transporter auf der Huckarder Straße um. Jetzt wird den Anwohner bewusst, dass dieser Unfall weitere gefährliche Folgen haben könnte.

Der Tankwagen kippte am Freitag (8.1.) auf der Kreuzung der Huckarder Straße um. Das Wrack und das gesundheitsschädliche Naphthalin konnten von einem spezialisierten Unternehmen entsorgt werden.

Die Fahrbahn rund um den Unfallort wurde erneuert, die Erde in einem Grünstreifen ausgebaggert. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als seien die Folgen des Unfalls beseitigt.

Lagertanks sind zurückgeblieben

Doch beim Entfernen der Unfallfolgen hat sich ein Problem ergeben, dass sich erst jetzt zu einer Gefahr entwickelt hat. Zum Aufnehmen des Naphthalin wurden sogenannte Lagertanks der Firma Baker genutzt.

Drei dieser Tanks stehen noch auf der Huckarder Straße, in dem Bereich kurz vor der Heinrich-August-Schulte-Straße, und blockieren die Fahrbahn in Richtung der Auffahrt zur Mallinckrodt-Straße.

Einbahnstraße behindert den Verkehr

Weil die drei Tanks ziemlich viel Platz wegnehmen und ein Herumfahren erschweren, wurden provisorisch Einbahnstraßen-Schilder aufgestellt. Das ist deshalb ein Problem, weil die Huckarder Straße ziemlich stark befahren ist.

Denn sie ist die Zufahrt zu gleich zwei Logistikzentren: von der Firma Dachser und der Firma GLS. „Hier fahren täglich tausend Lastwagen durch“, schätzt Unternehmer und Anwohner Manfred Konieczny.

Große Umwege für Lieferverkehr

Diese Lastwagen müssen durch die Einbahnstraßen-Regelung nun große Umwege in Kauf nehmen, um zurück zum Autobahnzubringer zu kommen. Der eine Umweg führt über die Heinrich-August-Schulte-Straße und die Westfalia-Straße, der andere über die Rheinische Straße.

„Das sind jeweils vier Kilometer Umweg“, rechnet Manfred Konieczny vor. „In Zeiten, in denen wir uns alle um das Klima sorgen und über Dieselabgase diskutieren, finde ich es unmöglich, dass man so ein Hindernis nicht sofort entfernt.“

Ortsunkundige Fahrer finden nicht zurück

Eine Antwort der Firma Baker, der die Tanks gehören, auf diese Frage gibt es nicht. Die Pressestelle war bislang nicht erreichbar.

Hinzu kommt, dass nicht alle Fahrer, die die Logistik-Zentren ansteuern, ortskundig sind. Die für ausländische Speditionen fahrenden Trucker stehen oft ratlos vor den Einbahnstraßen-Schildern. Eine Umleitung ist nicht eingerichtet.

Nicht wenige Autofahrer, so Manfred Konieczny, ignorieren die Einbahnstraßen- Schilder und fahren verbotenerweise auf der Gegenspur um die Tanks herum. „Da ergeben sich haarsträubende Situationen“, schildert der Anwohner. Er hofft, dass die Firma die Tanks bald abholt, bevor es einen schweren Unfall gibt.

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Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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