Nikolaj Reiswich am Düker Bärenbruch. Er wünscht sich, dass die Pläne für die Brücke, die den Düker ersetzen sollen, überarbeitet werden. © Holger Bergmann
Düker Bärenbruch

Brücke am Bärenbruch: Mann aus Marten legt Widerspruch gegen Pläne ein

Mit dem geplanten Bau einer Brücke über den Roßbach in Dortmund sind nicht alle Martener einverstanden. Nikoley Reiswich, dessen Haus direkt an der Brücke liegt, will den Bau verhindern.

Der Garten hinter dem Mehrfamilienwohnhaus von Nikoley Reiswich ist einer der tiefsten Punkte von Marten. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte stand das Haus mehrfach unter Wasser. Zuletzt nach dem Jahrhundert-Regen im Jahr 2008.

Deshalb ist Nikoley Reiswichs Verhältnis zum Roßbach, der Leistungsfähigkeit der Kanalisation und zur Emschergenossenschaft nicht von Vertrauen geprägt. Die Pläne der Emschergenossenschaft, für die Straße Bärenbruch eine Brücke über den Rossbach zu bauen, sieht er daher kritisch.

Angst vor dem Starkregen

„Ich denke immer, welche Auswirkungen hat das auf das Wasser?“, sagt der Vermieter von Haus Bärenbruch 14. Als er von der Brücke erfuhr, dachte er daher sofort: „Eine Brücke hat ein Gefälle, Regenwasser wird anders abfließen als früher.“

Seiner Meinung nach haben die Gullys oft genug bewiesen, dass sie die Wassermengen eines Starkregenereignisses nicht aufnehmen können. Und durch das Gefälle der Brücke, voraussichtlich sechs Grad Neigung, werde Regenwasser genau auf die Straße vor seinem Haus abfließen, dann in seinen Garten, der unter Straßenniveau liegt, und danach in den Keller.

Ingenieure sind zuversichtlich

Nikoley Reiswich hat die Ingenieure angeschrieben, die die Brücke planen. Die sagten ihm, die Abflüsse der Brücke hätten eine ausreichende Kapazität für jeden Regen, es gebe sogar doppelt so viele Abläufe wie die jetzige Straße.

Doch Nikoley Reiswich ist skeptisch, ob das Regenwasser seitlich in die Abzugrinnen laufen wird, oder dem Gefälle in Richtung seines Hauses folgt.

Deshalb hat Nikoley Reiswich das Planfeststellungsverfahren genutzt und fristgerecht eine Einwendung gegen den Bau der Brücke eingereicht.

Hochwasserschutz ist Kernaufgabe

Er möchte, dass die Brücke im Hinblick auf den Hochwasserschutz umgeplant wird. Ob das funktionieren wird? Dazu kann Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft, noch nichts sagen.

Er versichert aber: „Wir können sagen, dass wir vor allem in puncto Entwässerung und Hochwasserschutz immer so planen und bauen, dass es nicht nachteilig für die Bevölkerung ist. Der Hochwasserschutz ist unsere absolute Kernaufgabe und diese nehmen wir sehr ernst.“

Erörterungstermin nach dem Lockdown

Während des Planfeststellungsverfahrens werde es einen Erörterungstermin geben, sobald die Kontaktbeschränkungen der Corona-Maßnahmen das zulassen, voraussichtlich im 2. Quartal 2021. Dann soll über die Einwendungen gesprochen werden. Denn es gibt mehrere.

Auch Ortspolitiker Reinhard Gallen hat eine Einwendung eingereicht. Ihm ist der Durchlass für den Roßbach unter der Brücke zu eng. Er nennt die Brücke „Rialto-Brücke“ und schlägt vor, dass dem Bach mehr Raum in der Breite gegeben wird.

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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