Aufgrund von Abrissarbeiten am Nachbargebäude bleibt die beliebte Hochzeitskapelle vorerst geschlossen – obwohl sie komplett saniert ist. © Stephan Schuetze
Heiraten in Dortmund

Baustelle nebenan: Sanierter Ambiente-Trauort bleibt vorerst geschlossen

Die romantische Kapelle ist vom Holzwurm befreit und frisch saniert. Trotzdem wird das Fachwerkhaus vorerst nicht geöffnet – weil Abbrucharbeiten nebenan Hochzeitspaare und Gäste stören würden.

Im Grunde sind es gute Nachrichten. Die bei Heiratswilligen so beliebte Fachwerkkapelle ist ihren lästigen Holzwurm losgeworden und obendrein noch in den Genuss einer grundlegenden Sanierung gekommen. Trotzdem wird Dortmunds angesagter Ambiente-Trauort, die Kapelle Wischlingen, vorerst geschlossen bleiben.

Grund dafür ist das Nachbar-Gebäude, das Haus Wischlingen, das ein Fall für den Abbruchbagger ist. Weil aber noch nicht feststeht, wann die traditionsreiche Feier-Location dem Boden gleich gemacht wird, „halten wir es aktuell nicht für sinnvoll, die Kapelle für Hochzeiten freizugeben“, so Bernd Kruse, Geschäftsführer des Revierparks Wischlingen, auf Anfrage dieser Redaktion. Denn wer wolle schon direkt neben einer Baustelle heiraten?

Haus Wischlingen: Abriss ist alternativlos

Aktuell sei die Nachfrage wegen der Corona-Krise aber ohnehin sehr gering. „Weil niemand weiß, wann wir wieder feiern können, planen die wenigsten eine Hochzeit“, so Kruse. Im Sommer könnte sich das natürlich schlagartig ändern.

Deshalb sei man gerade mit der Stadt als Haus- und Grundstückseigentümer im Gespräch, um einen Zeitplan für die Abbrucharbeiten festzulegen. Wann es mit den Arbeiten losgehen wird, wisse man aktuell nicht, so Kruse.

Klar ist bislang nur eins: Der Abriss des traditionsreichen Hauses Wischlingen ist alternativlos. „Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten macht eine Sanierung keinen Sinn“, erklärt Bernd Kruse.

Bislang keine Finanzierung für einen Neubau

Grund für die radikale Maßnahme seien handgroße Setzungsrisse im Mauerwerk, so der Revierpark-Geschäftsführer. „Baugrund-Gutachter haben festgestellt, dass der Boden nicht mehr homogen und das Gebäude in Bewegung gekommen ist.“ Bernd Kruse hofft, dass nach dem Abriss ein neues Gebäude mit einem ähnlichen Nutzungskonzept errichtet wird. „Eine Finanzierung dafür gibt es aber noch nicht.“

Wegen Corona musste der frühere Pächter im vergangenen Jahr ohnehin fast alle Veranstaltungen im Haus Wischlingen streichen. Nun ist das Gebäude dauerhaft geschlossen. „Der Pächter hat einen neuen Standort gefunden, ein Hotel mit Veranstaltungsräumen in der Nähe der holländischen Grenze“, weiß Kruse. Leider habe ihn auch dort der Lockdown mit voller Wucht getroffen.

Neue Entscheidung nach der Corona-Krise

Im Falle eines Hochzeitsbooms nach der Corona-Krise müsse man die jetzige Entscheidung möglicherweise neu überdenken, so Bernd Kruse. „Dann weisen wir die Interessenten auf die Abbruchaktivitäten hin, und sie können dann selber entscheiden, ob sie damit leben können.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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