Im Morgengrauen des Donnerstags rissen Bagger einen ehemaligen Getränkemarkt ab. © Helmut Kaczmarek
Zentrale Kreuzung

Abrissbagger zerlegen Häuserblock – und schaffen Platz für Senioren

Abrissbagger nagen an alten Hausfassaden und einer ehemaligen Brotfabrik. Sie machen Platz für Neues – und verändern den Charakter einer markanten Straßenkreuzung.

Im Süden eine Zechensiedlung. Im Norden eine einst belebte Geschäftsstraße. Im Osten eine viel befahrene Brücke. Seit Tagen machen Abrissbagger ein ehemaliges Wohn- und Gewerbeareal dem Boden gleich, nagen an den Fassaden längst verlassener Häuser.

An der vielbefahrenen Kreuzung von Königshalt und Hansemannstraße in Dortmund-Oestrich haben die Abrissarbeiten an einem Teil eines Häuserblocks begonnen.

Busse fahren Umleitung

Die Busse der Linien 471 und 472 fahren bis voraussichtlich Anfang März über eine andere Strecke. DSW21 hat die Haltestellen Castroper Straße/ Mengede Bahnhof sowie die Endhaltestelle Auf dem Brauck verlegt.

Noch im Morgengrauen des Donnerstags (18.2.) begann ein Unternehmen mit dem Abriss der Häuser Hansemannstraße 8 bis 10. Hier war bis vor einigen Jahren noch ein Getränkemarkt.

Es folgen die Häuser mit den Nummern 12 und 14. Letzteres ist ein markantes Eckhaus mit farbigen Verzierungen im Jugendstil.

Großbrand hielt Anwohner im Juni 2020 in Atem

Hinter den Fassaden der Häuserzeile erstreckte sich einst die Brotfabrik Lorenz Peine. Einen markanten, den Häuserblock überragenden Schornstein ließen die früheren Eigentümer bereits abtragen. Bergschäden hatten ihn in Schieflage gebracht.

Schon vor einigen Tagen hat der Abriss hinter den Fassaden der Häuser an der Hansemannstraße begonnen.
Schon vor einigen Tagen hat der Abriss hinter den Fassaden der Häuser an der Hansemannstraße begonnen. © Helmut Kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Die Ladenlokale an der Hansemannstraße standen ebenso wie die Wohnungen seit geraumer Zeit leer. Hier entsteht voraussichtlich ab kommenden Sommer eine Seniorenresidenz mit 150 Pflegeplätzen.

Im Juni 2020 hielt ein Großbrand mit zwei Brandherden unter der Vorhalle des Getränkemarkts und in einem innenliegenden Wohngebäude die Anwohner des Häuserblocks in Atem.

Zum Areal gehörte auch ein Flachbau mit einem Imbiss an der Castroper Straße, der ebenfalls abgerissen wird. Hier sollen einhergehend mit der Seniorenresidenz eine Tagespflege und 15 barrierefreie Appartements entstehen, erklärt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage. Mehr teilt das Bauordnungsamt nicht mit.

Nur wenig Verzögerung in der Zeitplanung

Allein das denkmalgeschützte Haus an der Ecke Hansemannstraße/Castroper Straße und die beiden benachbarten Wohnhäuser Hansemannstraße 2 bis 6 bleiben stehen.

Investor für die Senioreneinrichtungen ist die Lindhorst-Gruppe aus Winsen an der Aller im niedersächsischen Landkreis Celle. Das ergaben Recherchen dieser Redaktion nach dem Großbrand im Juni 2020.

Das vor 90 Jahren gegründete Familienunternehmen bietet eigenen Angaben zufolge „Dienstleistungen in den Bereichen Landwirtschaft, Bioenergie, Immobilien und Seniorenpflege“.

Unmittelbar nach dem Brand erklärte ein Unternehmens-Mitglied, die Ruine „schnellstmöglich entrümpeln“ zu wollen und dann die Abrissgenehmigung zu beantragen. Der geplante Zeitpunkt zum Jahreswechsel habe sich nun nur wenig verzögert.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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