Dieses Foto aus dem Kalender zeigt die Krankenschwester Mamam Theresia bei Medikamentenausgabe auf dem Ambulanzboot. © Harald Flügge
Hilfsprojekt

Wie Sonnenstrom aus Dortmund immer wieder Menschenleben im Kongo rettet

Es ist eine Idee aus den 1990er-Jahren. Was daraus wurde, ist eine Erfolgsgeschichte, die schon Leben im Kongo rettete. Jetzt zahlt sich diese Idee erneut für viele Menschen aus.

Es hat damals viel Geld gekostet, dieses Projekt umzusetzen. Heute zahlt sich die Investition nicht nur mit einem finanziellen Ertrag aus, sondern auch mit dem guten Gefühl, anderen Menschen damit helfen zu können.

Seit 1998 besteht der Verein „Neue Energien Eichlinghofen“. Er betreut und verwaltet die Solaranlage auf dem Gemeindehaus „Haus der Begegnung“ neben der Evangelischen Kirche an der Eichlinghofer Straße. Damals präsentierten Pfarrer Ulrich Strunck und seine Mitstreiter stolz die Solarkollektoren auf dem Dach des Gemeindezentrums.

Diese Solaranlage auf dem Haus des Gemeindehauses hilft seit Jahren den Menschen im Kongo.
Diese Solaranlage auf dem Haus des Gemeindehauses hilft seit Jahren den Menschen im Kongo. © Gemeinde © Gemeinde

Ins Leben gerufen hatte das Projekt der Förderverein der ökumenischen Friedensgruppe in den Eichlinghofer Kirchengemeinden. Über zwei Jahre liefen die Vorbereitungen. Man hatte sich verpflichtet, den finanziellen Ertrag, den die Anlage liefert, „umweltfördernd“ einzusetzen. Und so hilft das Geld nun schon viele Jahre dabei, Solaranlagen auf Krankenstationen im Kongo aufzubauen.

Leuchtturmprojekt ist das „Ambulanzboot“, das von vielen Spendern aus Dortmund unterstützt wird. Auf dem Ambulanzboot arbeiten zwei Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, sowie der Bootsführer. Die Leitung hat der kongolesische Arzt, Dr. Bosolo, der in den Dörfern viele lebensnotwendige Operationen durchführe, berichtet Ulrich Strunck.

Noch in diesem Monat sollen 2000 Euro überwiesen werden

Mehr als 20 Jahre später ist Ulrich Strunck längst Pfarrer im Ruhestand. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass er sich noch immer für die gute Sache engagiert und er und seine Mitstreiter nun erneut Geld zu diesem Zweck in den Kongo überweisen können: 2000 Euro sollen noch in diesem Monat auf den afrikanischen Kontinent überwiesen werden.

Der Pfarrer im Ruhestand weiß, wovon er spricht: Viele Male hat er das Land selbst besucht, das für europäische Maßstäbe ein riesiges ist. „Die Grenzen reichen – auf eine europäische Landkarte übertragen – von Paris, St. Peterburg bis nach Istanbul“, sagt Ulrich Strunck.

Dieses Kalenderblatt aus dem Juli zeigt ein Foto vom Kirchentag 2019 in Dortmund mit den Gästen aus dem Kongo: Dorothea Philipps mit Ullrich Sierau der als damaliger Dortmunder Oberbürgermeiser das Ambulanzboot von Anfang an unterstützte, Dr. Bosolo, Kirchenpräsidentin Eliki Bonanga, Francine B Bolumbu und Oscar Pekombe.
Dieses Kalenderblatt aus dem Juli zeigt ein Foto vom Kirchentag 2019 in Dortmund mit den Gästen aus dem Kongo: Dorothea Philipps mit Ullrich Sierau der als damaliger Dortmunder Oberbürgermeiser das Ambulanzboot von Anfang an unterstützte, Dr. Bosolo, Kirchenpräsidentin Eliki Bonanga, Francine B Bolumbu und Oscar Pekombe. © Andreas Denda © Andreas Denda

Fischer retten das Boot, als das selbst in einem Sturm Hilfe braucht

Die langjährige Hilfe geschieht im Rahmen der Partnerschaft „Evangelischer Kirchenkreis Dortmund – Kirchenkreis Bolenge/Kongo“, die seit 1985 besteht.

Von seiner Arbeit berichtete Dr. Bosolo 2019 auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund.

Es gibt viele Geschichten um das Boot, zum Beispiel jene, dass sich eines nachts bei einem starken Tropensturm das Schiff losriss und führerlos auf dem großen Kongofluss trieb. Erst 20 Kilometer weiter sehen Fischer das Boot, die es schließlich mit ihren kleinen Booten einfangen, um anschließend 20 Kilometer zu Fuß zum Doktor zu laufen um ihm zu sagen, dass sie das Boot gerettet haben.

Oder die Geschichte von einer Frau, die wegen einer schweren Erkrankung einen überdimensionierten Bauch hatte und als Hexe von der Gesellschaft ausgestoßen wurde. Auf dem Schiff kann sie erfolgreich operiert werden.

Jedes Jahr gibt der Verein einen Kalender heraus, der Bilder von der Arbeit im Kongo zeigt. Unter den Mitgliedern sei man einfach nur glücklich, „dass Sonnenstrom aus Eichlinghofen kranken Menschen im Kongo hilft, gesund zu werden“, sagt Ulrich Strunck, der in der großen weiten Welt viel herumgekommen ist und dem der Kongo ganz offensichtlich ans Herz gewachsen ist.

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Britta Linnhoff

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