Links die Gesamtschule, rechts Wohnbebauung: Fritz-Kahl-Straße und Klüsenerskamp sind vergleichsweise kleine Straßen. Eine Studie soll auch die Auswirkungen auf das Umfeld klären. Sie ist aber noch in Arbeit. © Britta Linnhoff
Studie im Sommer

Wenn die Gesamtschule wächst: Was bedeutet das für die Anwohner?

Der Schulstandort werde deutlich an Attraktivität gewinnen, so steht es in den Unterlagen. Ob der Ausbau der Gesamtschule auch für sie attraktiv ist, darüber machen sich Anwohner Sorgen.

Sie wissen von den Plänen, und die machen manche Nachbarn der Gesamtschule unruhig: Man sei zwar, wie sie in der Einwohnerfragestunde in der Bezirksvertretung berichteten, „im Austausch mit der Stadt“, beklagen aber, „keine klaren Aussagen zu bekommen“.

Man habe nichts gegen die Schule und auch nichts gegen deren Erweiterung, aber man wolle einfach wissen, was auf einen zukomme. „Vielleicht machen wir uns ja auch umsonst Sorgen“, sagt eine Anwohnerin. Sorgen bereitet ihr vor allem der Verkehr, der – mit normalem Präsenzunterricht und BVB-Spielen mit Zuschauern – bereits jetzt eine Katastrophe sei.

Es geht um die geplante Erweiterung der Gesamtschule Brünninghausen. Es gibt einen entsprechenden Ratsbeschluss vom Dezember 2020. Die Zügigkeit der Gesamtschule Brünninghausen soll um zwei auf dann sechs Züge erhöht werden. Die notwendige Genehmigung der Bezirksregierung in Arnsberg liege inzwischen ebenfalls vor, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

Stadt rüstet bei Gesamtschulplätzen massiv auf

In Dortmund fehlt es massiv an Gesamtschulplätzen. Neben Brünninghausen wird auch an anderen Standorten aufgerüstet: Daher wurden parallel auch an der Anne-Frank-Gesamtschule in der nördlichen Innenstadt und an der Europa-Gesamtschule in Brackel jeweils zwei zusätzliche Schulzüge eingerichtet.

Zudem wurde die bisherige Reinoldi-Sekundarschule in Mengede zum kommenden Schuljahr 2021/22 hin eine Gesamtschule umgewandelt und um einen Zug erweitert. Insgesamt sind daher sieben neue Schulzüge für die Schulform Gesamtschule entstanden, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen.

Die zusätzlich eingerichteten Eingangsklassen seien inzwischen bereits „ausgebucht“ und noch immer gebe es 100 Schülerinnen und Schüler, die nicht an einer Gesamtschule hätten untergebracht werden können. Bereits im Sommer 2020 war die Gesamtschule sechszügig in den neuen Jahrgang gestartet.

Schüler sollen vom Hombruchsfeld zurückkehren

Der Bedarf ist also klar, weniger aber noch die Folgen für das Umfeld. Die Projektentwicklung zu dem Standort Am Klüsenerskamp sieht vor, dass die Schule entsprechend der Schulbauleitlinie einen Erweiterungsbau für die zwei zusätzlichen Schulzüge erhält.

Auch die Sekundarstufe II, die aktuell am Standort Am Hombruchsfeld unterrichtet wird, soll dorthin umziehen – wenn es denn irgendwann wieder Präsenzunterricht gibt. So ist es zumindest in den Unterlagen der Stadtverwaltung an den Rat nachzulesen.

Warten auf Projektentwicklung und Machbarkeitsstudie

Zu den möglichen Folgen für Anlieger steht da wenig. Und die Stadt sagt dazu auf Anfrage auch nur soviel: „Die Projektentwicklung inklusive Machbarkeitsstudie kann voraussichtlich Mitte dieses Jahres abgeschlossen werden. Vorher können wir zum möglichen Baufeld, zu Aussehen und Form sowie zu Zeitplänen noch keine Aussage treffen. Das baut ja alles aufeinander auf“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön.

Sieht also so aus, als müssten sich die Anlieger der Schule bis dahin gedulden, was „klare Aussagen“ angeht.

Die Schule wird derzeit aufwändig saniert. Damit das überhaupt geht, müssen Schülerinnen und Schüler vorübergehend in diese Container ausweichen.
Die Schule wird derzeit aufwändig saniert. Damit das überhaupt geht, müssen Schülerinnen und Schüler vorübergehend in diese Container ausweichen. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Vor einem Jahr, im Februar 2020 hatte es noch geheißen, dass bis Ende 2020 die Projektentwicklung abgeschlossen sein soll, und dass „neben dem bestehenden Bau auch das Umfeld und die Infrastruktur in die Überlegungen einbezogen werden“.

Die Schulkonferenz der Gesamtschule hatte gegen eine Ausweitung gestimmt. Deren Argumente, so die Stadt, hätten sich aber „auf die derzeit nicht vorhandenen Raumressourcen für noch mehr Schülerinnen und Schüler bezogen“. Aber diese neuen Räume würden geschaffen. Auch die Ausstattung mit Lehrpersonal sei für die Schulkonferenz ein Gegenargument gewesen. Man gehe aber davon aus, dass das Land ausreichend Lehrer sicherstellen werde.

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Britta Linnhoff

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