Hanna und Willi Költz in ihrer Küche. Da, wo sonst die Spüle steht, steht jetzt nur ein kleiner Tisch. Zum Spülen geht Hanna Költz ins Badezimmer. Die Schäden an der Wand sind sichtbar. © Britta Linnhoff
Am Bahnhof Tierpark

Vonovia-Mieter: Schimmel an der Decke, feuchte Wände und Warten auf Handwerker

Mehr als 50 Jahre wohnt das Ehepaar Költz Am Bahnhof Tierpark. Die Lage gleichermaßen idyllisch wie zentral. Dieses 51. Jahr ist für die beiden und ihre Wohnung allerdings kein gutes.

Ein halbes Jahrhundert wohnen Hanna und Willi Költz in diesem Mehrfamilienhaus Am Bahnhof Tierpark. An ihrer Begeisterung für die Wohnlage hat sich in den all den Jahrzehnten nichts geändert: zentral angebunden, direkt neben dem Rombergpark, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Und doch sind die beiden in diesen Tagen mehr als unzufrieden mit ihrer Wohnung – oder besser, ihrem Vermieter, der Vonovia.

Der Grund: Es gibt Ärger mit einem Abflussrohr in dem sechsgeschossigen Wohnkomplex. Mit dem, so sagen Hanna und Willi Költz, hätten sie schon „seit einem Jahr Ärger“. Immer wieder sei der Abfluss in der Küchenspüle verstopft gewesen. Und immer wieder habe man sich bei Vonovia gemeldet und sei entweder vertröstet worden oder die Handwerker hätten nicht dauerhaft helfen können.

Schwarzes Wasser aus dem Abflussrohr in der Küche

„Bis wir am 17. Juni den Totalschaden hatten“, erinnert sich Hanna Költz. Totalschaden heißt in dem Fall, dass „schwarzes Wasser aus dem Abfluss schoss“. In diesem Moment seien Handwerker dagewesen, eigentlich, um den Schaden zu beheben, berichtet das Paar. Sie hätten aber alles nur schlimmer gemacht. Hanna Költz: „Ich musste zugucken, wie das schwarze Wasser über die Spüle läuft. Ich habe die Wohnungstür aufgerissen und um Hilfe geschrien“, sagt sie. Die Handwerker waren ja noch da.

Das Abflussrohr, das vermutlich den Ärger macht, liegt in der Wand zwischen Küche und Schlafzimmer der Költzs. Nicht nur sie mit ihrer Wohnung in der ersten Etage merken von dem offenbar schadhaften Rohr, sondern auch die Nachbarin über ihnen in der 2. Etage. Ursula Siegmann spricht von „Flecken an meiner Wand“: „Ich habe gedacht, was ist das denn, und habe das weggewischt. Kurze Zeit später waren die Flecken wieder da.“

Hinter dem Schrank und oben an der Decke ist zu sehen, dass die Wand feucht geworden ist.
Hinter dem Schrank und oben an der Decke ist zu sehen, dass die Wand feucht geworden ist. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Siegmann nahm Kontakt auf zu den Költzs. Denen ist nun seit Anfang Juli klar: Man muss ran an ihre Wand. Die ist ordentlich feucht geworden. Das ist von außen gut sichtbar an den Flecken an der Wand – sowohl in der Küche als auch im Schlafzimmer. Konsequenz: Im Schlafzimmer laufen die Luftentfeuchter, in der Küche haben Handwerker die Spüle abgebaut, damit die Wand trocknen kann.

Aussage: Wand muss mehrere Wochen trocknen

Das dauere Wochen, habe man ihnen bei Vonovia gesagt, so Willi Költz. Später dann müsse neu verputzt und gefliest werden. Aber seit mehreren Wochen bekomme man auch keine weiteren Informationen. Viele Anfragen seien unbeantwortet geblieben, sagt Költz und klagt: „Ich hätte mal gerne einen gesprochen, der irgendwie den Hut auf hat in dem Laden, aber das war nicht möglich. Uns reicht es jetzt ziemlich.“

Willi und Hannas Költzs Spüle steht nun seit dem 11. August im Hausflur statt in der Küche. Und Hanna Költz geht jetzt immer ins Badezimmer zum Geschirrspülen. „Das ist doch eine Katastrophe“, sagt ihr Mann.

Die Küchenspüle steht derzeit im Hausflur vor der Eingangstür des Ehepaares.
Die Küchenspüle steht derzeit im Hausflur vor der Eingangstür des Ehepaares. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Immerhin: Am Dienstag (17.8.) kündigt Vonovia für die Költzs überraschend am Telefon an, den großen Schrank im Schlafzimmer „heute“ abbauen zu wollen. Auf diese Nachricht haben Willi (87) und Hanna (84) Költz auch lange warten müssen. Denn ein pelziger Wandbelage hat sich längst von der Wand bis zur Schrankrückwand vorgearbeitet. Ihre Sachen haben die Senioren schon längst aus dem Schrank geräumt. Die liegen jetzt in Koffern verstaut.

Willi Költz und sein Schrank. Der muss erst einmal aus dem Schlafzimmer verschwinden.
Dieser große Schrank muss erst einmal aus dem Schlafzimmer verschwinden. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Ganz abgesehen davon, dass das Paar sich sorgt um eine mögliche gesundheitliche Belastung. Der Hausarzt von Willi Költz schreibt ihm, dass es „einen längeren Aufenthalt in einem von Schimmelbesatz betroffenen Raum unbedingt zu vermeiden gilt“.

Willi Költz rechnet „mit Weihnachten“, bis alles wieder so ist, wie es sein soll. Da macht ihm Vonovia allerdings am Dienstag (17.8.) auf Anfrage Hoffnung: „Am 18. August werden die Vorarbeiten bei drei Mietern durchgeführt. Direkt im Anschluss wird die Bautrocknung aufgebaut. Voraussichtlich wird diese dann am 1. September wieder abgebaut. Für die Wiederherstellung werden ca. 14 Tage benötigt“, teilt Unternehmenssprecherin Bettina Benner mit. Fertigstellung sei voraussichtlich in der 38. Kalenderwoche. Das wäre in der Woche ab dem 20. September.

Weiter teilt Vonovia mit: „Der Zeitraum zwischen Bekanntwerden des Mangels und der Behebung ist lang. Wir können den Unmut der Mieter daher vollkommen nachvollziehen, hier hat sich die Abarbeitung entgegen unseres Standards für Kundenservice und Qualität deutlich verzögert.“ Dafür könne man sich nur entschuldigen. Und: „Selbstverständlich erhalten die Mieter eine angemessene Mietminderung.“

Probleme bis rauf in den vierten Stock

Problematisch sei es, dass mehrere Wohnungen betroffen seien. Ein Sachverhalt, den Hanna Költz bestätigt. Probleme gebe es hoch bis zum vierten Stock. Diese Tatsache habe eine Terminkoordination mit allen Mietparteien erfordert. Und das habe sich als schwierig herausgestellt. „Zudem hat es bedauerlicherweise Kapazitätsengpässe bei den Monteurteams gegeben, die bei anderen Notfällen im Einsatz waren“, sagt Unternehmenssprecherin Bettina Benner.

Ursache für die Probleme sei eine defekte Küchenabflussleitung. Die Rohre müssten über mehrere Etagen erneuert werden. Dazu müssten die Küchen vom ersten bis zum vierten Geschoss abgebaut werden.

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Redaktion Dortmund
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Britta Linnhoff

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