Hier hört sie auf, die Universitätsstraße. Sie war einmal Teil einer ganz großen Verkehrsplanung. © Jörg Bauerfeld
Große Straßenpläne

Vierspurige „Geisterstraße“: Das Nichts endet unter der H-Bahn

Die Planungen waren schon gewaltig. Eine Universität auf dem freien Feld und dazu mächtige Zubringerstraßen. Eine davon ist nur noch als Torso vorhanden - und das wird erst einmal so bleiben.

Universitätsstraße heißt das vierspurige Monster, das sich von der Kreuzung mit der Stockumer Straße in Richtung Westen schiebt. Ein gewaltiges Zeichen der Fehlplanung, das kurz hinter der Abzweigung zum Uni-Gelände (Meitnerweg) im Nichts endet.

Direkt unter der H-Bahn-Trasse ist Schluss. Schutt und Müll liegen auf der vergessenen Fahrbahn, auf der nur für eine kurze Zeit Autos rollen durften. Da waren die letzten 100 Meter bis zur Straße Am Gardenkamp noch eine provisorische Baustraße. Die wurde dann aber dicht gemacht. Der Verkehr wurde in diesem Bereich zu heftig.

Auf dem toten Straßenstück gibt es sogar richtige Fußgängerüberwege. © Jörg Buerfeld © Jörg Buerfeld

Die ganz große Nummer war ja, die Universitätsstraße bis zum Krückenweg laufen zu lassen. Eine vierspurige Allee als Uni-Anbindung. 1985 gab es diese Pläne noch in dem Werk nachzulesen: Dortmunder Beiträge zur Raumplanung – die Universitätsstadt Barop.

Rat beschloss noch 1985 den Rückbau

Kurz darauf beschloss der Rat das Konzept Bereichsplanung Uni-Umland. Dieses sah den Rückbau der Universitätsstraße und die landschaftsplanerische Umgestaltung vor.

Die Sache mit der Weiterführung der Universitätsstraße war aber nie vom Tisch. Dieses tote Stück Straße sollte zweispurig rückgebaut werden. Und dann eben doch weitergehen. Bis zur Marie-Curie-Allee, die in die Straße Am Gardenkamp übergeht.

Bis kurz vor der H-Bahn-Trasse liegt der Asphalt. Keine Hundert Meter weiter ist die Straße Am Gardenkamp. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Aber wann wird das der Fall sein? Vermutlich nicht in naher Zukunft. Denn die Stadt Dortmund hat für diese Umsetzung im Moment keine Kapazitäten. Das machte Stadtrat Ludger Wilde noch einmal in einem Brief an die Mitglieder der Bezirksvertretung deutlich.

Tiefbauamt hat keine Kapazitäten

Das Tiefbauamt sei auf Jahre ausgelastet. Vermutlich könnte der Stadt Dortmund der „Nichtrückbau“ durchaus teuer zu stehen kommen. Denn in dem damaligen Plan, die Universitätsstraße an die Marie-Curie-Allee anzubinden, stecken Fördergelder in Millionenhöhe. Eine Rückzahlung in einer bestimmten Höhe standen eine Zeit lang im Raum.

Zumindest wird Eichlinghofen noch eine Zeit lang mit der Geisterstrecke leben müssen. Ein Asphaltband, das sich völlig ungenutzt durch die Natur schlängelt und nur als Lagerraum für Grünschnitt und Schutt zu gebrauchen ist.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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