Es wird langsam eng für das letzte Dortmunder Vorstadtkino. © Jörg Bauerfeld
Kultur in der Corona-Krise

Verlängerung des Lockdowns: Überlebt das letzte Dortmunder Vorstadt-Kino?

„Ohne Kunst und Kultur wird es still“, heißt die Aktion, bei der Künstler auf Kultur aufmerksam machen. Auch in der Film-Bühne „Postkutsche“ war 2020 ein stilles Jahr. Gibt es eine Zukunft?

Die Filme, die 2020 in dem altehrwürdigen Kino an der Schüruferstraße über die Leinwand flimmerten, kann man fast an seinen beiden Händen abzählen. Erst kam der erste Corona-Lockdown, dann kleine Lockerungen mit horrenden Auflagen und dann war am 2. November schon wieder Schluss mit dem Kinovergnügen in der Film-Bühne „Postkutsche“.

Wie geht es weiter in dem alten Kino?

Wie lange diese Phase noch andauern wird, das lässt sich nur erahnen. Vermutlich wird es im Januar keine Vorstellung mehr in den deutschen Kinos geben – auch nicht im letzten Dortmunder Vorstadtkino. Aber wie geht es im Aplerbecker Ortszentrum weiter? Ist die „Postkutsche“ überhaupt zu retten? Und was sagt Kino-Betreiber Robert Schütte?

Kinobetreiber Robert Schütte im Vorraum der Film-Bühne Postkutsche: Er hofft auf eine Besserung ab Februar.
Kinobetreiber Robert Schütte im Vorraum der Film-Bühne Postkutsche: Er hofft auf eine Besserung ab Februar. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Der Kino-Fachmann will auf jeden Fall für sein altes Kino, das mit neuester Technik glänzen kann, kämpfen. „Wir haben mit der Vermieterin zunächst einmal eine Einigung erzielt, dass die Miete gestundet wird“, sagt Robert Schütte. Denn es seien vor allem die laufenden Kosten, die den Kino-Betreibern das Genick brechen würden.

Klar sei eine Stundung keine Schenkung. „Das Geld müssen wir dann später aufbringen“, sagt Schütte, aber es würde zunächst einmal helfen. Doch trotz alledem sei die Lage bedrohlich. Denn es liegt ein Jahr hinter dem Kino-Betreiber, in dem es praktisch keine Einnahmen gab. „Wir leben im Moment nur von der Substanz.“

Seit 1954 existiert das Kino in Aplerbeck. Trotz modernster Technik versprüht es noch den Charme großer Kino-Zeiten.
Seit 1954 existiert das Kino in Aplerbeck. Trotz modernster Technik versprüht es noch den Charme großer Kino-Zeiten. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

So konnte er in den Vorstellungen, für die er das Haus geöffnet hatte, lediglich 30 bis 40 statt 200 Personen in den alten Kinosaal bitten. Die Corona-Hygieneverordnung ließ einfach nicht mehr Besucher zu. Im November gab es dann den letzten Film. 30 Besucher waren da, erinnert sich Robert Schütte.

Im November lief der letzte Film

Gezeigt wurden die Känguru-Chroniken. „Dann kam wieder der Lockdown“, sagt Schütte. „Es wird langsam bedrohlich“, so der Kino-Betreiber, der jetzt sehnsüchtig auf die beantragten Förderhilfen wartet. Schon beim ersten Lockdown gab es eine große Hilfswelle. Die Menschen kauften Gutscheine für diverse Kinovorstellungen.

„Die gibt es auch immer noch zu kaufen“, sagt Robert Schütte. „Das wäre natürlich eine große Hilfe. Nicht nur für uns.“ Aber zu Weihnachten habe man nicht viele der Gutscheine unter die Leute bringen können. „Vielleicht haben die Menschen einfach auch Angst, ob sie den gekauften Gutschein überhaupt noch einlösen können“, sagt der Kino-Betreiber.

Hoffen auf den Februar – und ein Ende der Pandemie

„Wir hoffen jetzt einfach, dass wir spätestens im Februar wieder eröffnen können“, sagt Robert Schütte, der auf ein besseres Jahr 2021 hofft. Zumal auch einige neue Filme anlaufen werden, die durchaus die Besucher auch wieder vor die Leinwand locken werden.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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