Der umstrittene Rewe-Markt schließt jetzt ganz offiziell eine wichtige Versorgungslücke. © Jörg Bauerfeld
Einzelhandel in Dortmund

Umstrittener Rewe schließt Versorgungslücke: Politik fühlt sich übergangen

Ausgerechnet ein mehr als umstrittener Supermarkt-Neubau ist der „Star“ des Masterplanes Einzelhandel, der die Nahversorgung sichert. Und der wurde nun wegen des Rewe-Marktes geändert.

Die Verwunderung war schon groß bei den Hombrucher Kommunalpolitikern. Ihnen wurde die Änderung des Masterplanes Einzelhandel vorgelegt und keiner der Bezirksvertreter hatte zuvor eine Information darüber bekommen oder wurde zu diesem Thema überhaupt befragt.

Und das, obwohl sich die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) doch in ihrem Stadtbezirk am besten auskennen. Nichtsdestotrotz gab es eben die Vorlage, die den 2017 eröffneten Rewe-Markt in den Fokus rückt. Denn der sichert nun den Einzelhandel in einem bestimmten Bereich im Dortmunder Süden.

Zahlreiche kleinere Geschäfte säumen die Kirchhörder Straße in Lücklemberg.
Zahlreiche kleinere Geschäfte säumen die Kirchhörder Straße in Lücklemberg. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Ausgerechnet der Rewe“, werden einige jetzt sagen. Denn der Supermarkt war unter Anwohnern immer umstritten und wurde sogar mehrfach beklagt. Selbst als die Geschäfte schon liefen. Jetzt ist er der „Magnet“ im südlichen Dortmunder Ortsteil Lücklemberg. Er veredelt ihn sozusagen.

Es geht dabei um ein Teilstück der Kirchhörder Straße an der Grenze zu Wellinghofen. Genauer gesagt um rund 700 Meter zwischen der Einmündung zur Durchstraße im Norden und der Einmündung zum Eddaweg im Süden.

Auszug aus der Masterplan-Vorlage

Durch die Ansiedlung des Vollsortimenters östlich der Kirchhörder Straße konnte die räumliche Versorgungslücke geschlossen und die Nahversorgung in diesem Bereich sichergestellt werden.“

So heißt es in der Änderung für den Nahversorgungsplan. Hier versammeln sich mehr als 22 verschiedene Einzelhandels-, Dienstleistungs- oder Handwerksbetriebe.

Die gab es dort schon vor dem neuen Rewe, doch erst mit dem Bau des unter Anwohnern umstrittenen Supermarktes bekommt das kleine Geschäftszentrum in Lücklemberg eine Aufwertung. Und wird jetzt offiziell als „Nahversorgungszentrum Lücklemberg“ ausgewiesen.

Ein Sicherungs- und Verteilungssystem für den Einzelhandel

Aber was bedeutet das nun genau?

„Hauptziele des Masterplans Einzelhandel sind der Erhalt und die Entwicklung der zentralen Versorgungsbereiche sowie die Sicherung einer möglichst flächendeckenden Nahversorgung in Dortmund.“

So ist es im Entwurf der Änderung des Masterplanes Einzelhandel zu lesen.

Zahlreiche Klagen gegen den Bau des neuen Rewe-Marktes

Also eine Art Sicherungs- und Verteilungssystem, der die bestehenden Geschäfte schützt und auch dafür sorgt, dass auch wieder Geschäfte dort an der Kirchhörder Straße angesiedelt werden, falls eines einmal schließen muss. Eine Art Bestandsschutz für den Einzelhandelsstandort in Lücklemberg.

Und das alles durch den umstrittenen Supermarkt, gegen den Anwohner sogar geklagt hatten und in einer ersten Instanz auch erfolgreichen waren. Geöffnet blieb er jedoch – und wird es auch wohl weiter bleiben.

Die Hombrucher Politiker stimmten der Änderung des Masterplanes zu. Wobei sie sich einig waren, dass sie in Zukunft an so einem Prozess beteiligt werden wollen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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