So sieht er aus. Der digitale Impfpass, den es zunächst in Papierform gibt. Enhalten ist ein QR-Code und dann wird es erst digital. © Jörg Bauerfeld
Digitaler Impfpass

Start des digitalen Covid-19-Impfpasses: So funktioniert er, das muss ich beachten

Es war nur ein leichtes Ruckeln in der Computer-Software am frühen Morgen. Dann lief das Ausstellen des digitalen Impfnachweises in der Apotheke im Dortmunder Süden reibungslos.

Eigentlich betreiben die Apotheken nur den „Zulieferservice“. Denn der Aussteller des digitalen Impfpasses, den es ab Montag (14.6.) deutschlandweit gibt und der dann Europaweit anerkannt ist, ist das Robert-Koch-Institut (RKI). Was die Aufgabe der Apotheken ist, ist das Sammeln und Weitergeben von Daten an das RKI. Auch Ärzte und Impfzentren werden mit den Impfunterlagen in Zukunft so genannte QR-Codes ausgeben, die dann in einer App auf dem Smartphone eingescannt werden können.

„Es ist ganz wichtig zu wissen, dass nach wie vor die Impfausweise gültig sind. Das Digitalisieren der Covid-19-Impfung ist freiwillig“, sagt Apotheker Martin Kemper. Der führt die beiden Apotheken in Berghofen (Orion) und eben die auf dem Höchsten. An beiden Standorten startete die digitale Impfpassvergabe pünktlich.

Apotheker Martin Kemper muss die Angaben für den Impfpass per Hand eingeben und an das RKI schicken. Die schickt den Code zurück. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Der Deutsche Apothekerverband hat ein Portal aufgelegt“, sagt Kemper. „Das ist für die Apotheken vor Ort. Jeder Apotheker und jeder Mitarbeiter hat einen Zugang dazu.“ Ganz wichtig sei, es werde nichts gespeichert – keine Daten des Kunden, der einen digitalen Impfpass haben möchte. Die Daten würden lediglich gesammelt und dann an das Robert-Koch-Institut weitergeben.

Das RKI sendet einen QR-Code zurück an die Apotheke

Von dort wird dann ein QR-Code gesendet, der von dem Kunden eingescannt werden kann. Entweder in der CovPass-App oder auch in der Corona-Warn-App. Der Code wird dann, trotz Digitalisierung, in der Apotheke ausgedruckt. Pro Impfung einer. In Form eines EU Covid-19 Vaccination Certificate.

Aber was muss man in die Apotheke mitbringen, um eines dieser Zertifikate in den Händen zu halten? Einen „weißen“ oder „gelben“ Impfausweis mit den eingetragenen Impfungen gegen Covid19 und einen Personalausweis. Um einen korrekten Ablauf garantieren zu können, muss jeder Mitarbeiter oder jede Mitarbeiterin der Apotheke, die die digitalen Impfausweise ausgibt, einen Belehrungsbogen unterschreiben.

So sieht das Ganze in der Cov-Pass-App aus. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Darin geht es um die Überprüfung der Dokumente (Impfpass und Personalausweis). „Es wurde uns auch angetragen, nur Personen einen Impfpass auszuhändigen, die im Umfeld leben“, sagt der Apotheker. Auch das habe mit der Datensicherheit zu tun, da man häufig die Personen kenne.

Das eigentliche Anfordern des QR-Codes ist, wenn die Software einmal läuft, ganz entspannt. Da aber die Daten für jede Impfung extra eingetragen und ausgedruckt werden müssen, „ist es durchaus Aufwand, den wir hier betreiben“, so Kemper. Der sieht sich aber nicht nur als „Pillenverkäufer“, sondern auch als Dienstleister. „Und daher bieten wir dies auch an.“

Praktischer ist eine Terminbuchung per Internet

Muss sich denn der Kunde einen Termin im Internet buchen oder kann er einfach vorbeischauen? „Wenn sich jemand online anmeldet, spart er sich natürlich Zeit, aber einfach vorbeikommen geht natürlich auch“, sagt Martin Kemper. Für die Kunden ist die Ausstellung des Impfpass-Codes kostenlos. Und der Apotheker, was verdient der an so einem Impfpass? Für die Ausstellung der Dokumente bekommt Martin Kemper 24 Euro. Das teilt sich so auf: 18 Euro für die beiden Impfungen (Biontec) und 6 Euro für die Belehrung.

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Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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