Anhand einer grafischen Darstellung eines Augapfels erklärt der Optiker, was bei einer Makuladegeneration im Auge passiert. © Jörg Bauerfeld
Innovation in Dortmund

Spezialbrille gegen Makuladegeneration: Dortmunder Optiker meldet Patent an

Ein spezieller Schliff bei Brillengläsern kann der Makuladegeneration, dem schwarzen Fleck, ein Schnippchen geschlagen. Ein Dortmunder Optiker hatte die Idee – und ließ sie sich patentieren.

Als Laie kann man der Erklärungen von Nils Berndt kaum folgen. Der Optiker aus dem Dortmunder Süden hat die Zeit während der Corona-Pandemie genutzt und in den Räumen seines Geschäftes „Sehzentrum Optik-Schmitz“ im Ortskern von Aplerbeck kräftig getüftelt.

Das Ergebnis ließ Oberbürgermeister Thomas Westphal erstaunen. „Ich freue mich riesig. Das ist genau das, was wir in Dortmund brauchen. Hier steckt sehr viel Innovationskraft drin. Das ist vorbildlich“, sagt Thomas Westphal. Zudem sei es wichtig, in der Pandemie eben nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern wie Nils Berndt die Zeit zu nutzen, um sich auch noch ein Patent zu sichern. „Besser geht es nicht“, sagt der Oberbürgermeister.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (r.) gratulierte Nils Berndt persönlich zu seinem Patent.
Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (r.) gratulierte Nils Berndt persönlich zu seinem Patent. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Neben dem Lob von der Dortmunder Stadtspitze gab es noch eine Videobotschaft von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Eine spezielle Brille gegen Netzhauterkrankungen

Aber was ist denn Optiker Nils Berndt gelungen? Es geht um eine spezielle Brille, die Menschen, die an einer Makuladegeneration leiden, den Durchblick wieder gibt – zumindest zum Teil. Bei dieser Art von Netzhauterkrankung kann der Erkrankte ein bestimmtes Areal des Blickfeldes nicht mehr erkennen.

Er sieht stattdessen einen schwarzen Fleck. Mit einer Art Bild in Bild Technik, die man von einem Fernseher kennt, verschieben die speziell geschliffenen Brillen-Gläser das Bild, das zuvor von einem schwarzen Fleck verdeckt wurde.

Die offizielle Urkunde vom Deutschen Patentamt in München.
Die offizielle Urkunde vom Deutschen Patentamt in München. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Die Spezialbrille verlagert das Bild auf einen Bereich der Netzhaut, der nicht geschädigt ist“, erklärt der Optiker.

Seit längerem gute Zusammenarbeit mit Augenärzten

Und so wird sichtbar gemacht, was erst nicht sichtbar war. Es grenzt fast ein wenig an Zauberei, ist aber das Ergebnis von ein wenig Tüfteln und modernsten Geräten, die Nils Berndt zur Verfügung hat. Er arbeitet ohnehin schon länger gut mit den Augenärzten zusammen und hat daher im Tagesgeschäft viel mit Kunden zu tun, die an dieser Augenkrankheit leiden.

„Letztes Jahr im Lockdown hatte ich ja Zeit, habe diese Brillen mal ausprobiert und habe überlegt, ob es für diese Gläser ein Patent gibt“, sagt Nils Berndt. Das habe es aber nicht gegeben und so hat der Aplerbecker Optiker die Unterlagen beim Patentamt in München eingereicht.

„Und die haben mir jetzt die Bestätigungsurkunde zugeschickt“, sagt Nils Berndt. Nicht allen Kunden mit der Erkrankung könne man helfen, aber einem Großteil, so Nils Berndt stolz.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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