Die neu markierten Radwege auf der Hagener Straße: Die Stadt hat jetzt nach Kritik die Art der Markierungen erläutert. © Brita Linnhoff
Radinfrastruktur

Sogar ein besseres Konzept? Stadt kontert Kritik an Hagener Straße

Als die Markierungen auf der Hagener Straße endlich aufgetragen waren, da gab es gleich Kritik: kein schlüssiges Konzept, hieß es. Die Stadt kontert: „Teilweise sogar besser.“

Kaum waren die letzten Pinselstriche gezogen auf der Hagener Straße, da gab es auch schon Kritik an den neuen Markierungen auf der frisch asphaltierten Straße. „Kein schlüssiges Konzept“ sei das. Jetzt hat die Stadt auf die mehrere Punkte umfassende Kritik ausführlich geantwortet.

In der Begründung der Maßnahmen heißt es unter anderem: „Die verbesserten Markierungen für den Radverkehr orientieren sich an den Möglichkeiten im Rahmen der Deckensanierung Hagener Straße […] deshalb wurden sowohl Radfahrstreifen (durchgezogene Linie; benutzungspflichtig) als auch Schutzstreifen (gestrichelte Linie, nicht benutzungspflichtig) angelegt.“

Die Markierungen entsprächen den aktuellen Anforderungen. Da der Straßenraum begrenzt sei, müssten sich Auto- und Radfahrende die Straße teilen. Wo es genügend Platz geben, seien Radstreifen angelegt worden. Für mehr oder weitere Veränderungen wäre eine kosten- und zeitintensivere Straßenneuplanung nötig gewesen.

„Aus heutiger Sicht den Ansprüchen nicht mehr genügend“

Zu der Kritik, man habe nicht mehr auf den vor Jahren als „innovativ“ gefeierten Lösungsansatz zwischen Bozener Straße und Schanze zurückgegriffen, teilt die Stadt mit, dass dieser „aus heutiger Sicht nicht mehr unseren Ansprüche genügt, da südlich der Bozener Straße ein Sicherheitstrennstreifen zum ruhenden Kfz-Verkehr fehlt“. Bei ausreichenden Platzverhältnissen würden eben Radfahrstreifen angelegt, die als höherwertige Radinfrastruktur gelten.

Bei der Neumarkierung der Hagener Straße sei größtenteils ein Schutzstreifen markiert, der ebenfalls bei Bedarf vom Kfz-Verkehr benutzt werden dürfe. Dieser Bedarf ergebe sich zum Beispiel im Bereich zwischen Zille- und Gotthelfstraße, wenn ein linksabbiegendes Auto aus Richtung Zillestraße auf eine Lücke im Gegenverkehr wartet, um zum Supermarkt zu fahren.

Durch die Mitbenutzung des Schutzstreifens sei es hier möglich, dass rechts neben dem wartenden Fahrzeug durch Benutzung des Schutzstreifen der Geradeaus-Verkehr weiter fließen könne.

Die Bahnbrücke: Sie wird nach einigen Verzögerungen voraussichtlich 2023 neu gebaut.
Die Bahnbrücke: Sie wird nach einigen Verzögerungen voraussichtlich 2023 neu gebaut. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Gewonnener Platz kommt Radfahrern zu Gute

Der gewonnene Platz sei einer großzügigen Radinfrastruktur inklusive Sicherheitstrennstreifen zu Gute gekommen. Der Ansatz eines bei Bedarf überfahrbaren Schutzstreifens wurde also auch hier (gezwungenermaßen) weiter verfolgt.

Im Unterschied zum einst „innovativen Ansatz“ südlich der Bozener Straße gibt es als Abgrenzung zum ruhenden Kfz-Verkehr nun sogar zusätzlich einen Sicherheitstrennstreifen, der den sogenannten Dooring-Unfälle (verletzte Radfahrer durch sich öffnende Autotüren) vorbeugt.

Dass der Radweg nördlich der Zillestraße quasi im Nichts endet, erklärt die Stadt so: „Die Markierung in nördlicher Fahrtrichtung läuft im Bereich der Wildrosenstraße aus. Nördlich der Wildrosenstraße ist der Gehweg für den Radverkehr freigegeben. Es gibt hier also keine sogenannte Benutzungspflicht. Das bedeutet, dass der Radfahrer sich hier entscheiden kann, ob er auf dem Gehweg in Schritttempo (und dem Fußgängerverkehr untergeordnet) weiterfährt oder auf der Fahrbahn weiter im Mischverkehr bleibt.“

Veränderte Wegeführung mit dem Neubau der Bahnbrücke

Die Frage, wie Fußgänger, die aus der Regionalbahn zur Bushaltestelle Weiße Taube kommen sollen, beantwortet die Stadt so: Am DB-Ausgang befinde sich in 70 Metern Entfernung die Haltestelle „Kirchhörde Bf.“. Von dort könne man mit der Linie 450 eine Haltestelle weiter zur „Weißen Taube“ fahren.

Diejenigen, die laufen wollen, können auf Höhe der Haltestelle die Straße an einer Ampel queren und auf der östlichen Seite auf einem vorhandenen Gehweg bis zur Haltestelle laufen. Außerdem sei davon auszugehen, dass sich im Zuge des Brückenneubaus die Wegeführung hier verändern werde.

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