Bekir Raka und Rosina Blotta Blaiotta: Der 45-Jährige wird zum Jahreswechsel offiziell von „Rosetta" übernehmen. © Britta Linnhoff
Im Stadtteil

Rosetta geht, aber Don Camillo bleibt: Neuer Chef im Restaurant

Es zerreiße ihr das Herz sagt Rosetta, die unzählige Menschen im Stadtteil im „Don Camillo“ trafen und treffen. Das aber ist bald Vergangenheit: Don Camillo bleibt, aber Rosetta geht.

Vor 40 Jahren, 1980, nimmt die Geschichte des „Don Camillo“ in Hombruch an der Singerhoffstaße ihren Anfang. Damals eröffnete Rosettas Mann Ruggero mit seinem Freund Mauro in der Singerhoffstraße im Herzen Hombruchs das kleine Lokal.

Das „Don Camillo
Das „Don Camillo“ in der Singerhoffstraße in Hombruch, direkt neben der Fußgängerzone. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Seit über 30 Jahren leitet Rosina Blotta Blaiotta, von den meisten nur Rosetta genannt, das „Don Camillo“. „Ich habe all mein Herz, meine Liebe und Energie in das Lokal gesteckt,“ sagt sie. Und dennoch: Sie hat sich „nach langen Überlegungen und aus persönlichen familiären Gründen dazu entschlossen, sich ab Januar 2021 aus der Gastronomie zurückzuziehen“.

Die Entscheidung sei ihr definitiv nicht leicht gefallen, und es zerreiße ihr das Herz: „Es fällt sehr schwer. Ich bin hier groß geworden. Ich habe mitbekommen, wie Kinder geboren wurden, habe selbst welche bekommen“, sagt die 59-Jährige.

Rosetta und Bekir Raka bei der Zubereitung von Pizza. Ab 12 Uhr ist geöffnet.
Rosetta und Bekir Raka bei der Zubereitung von Pizza. Ab 12 Uhr ist geöffnet. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Don Camillo soll weiterleben

Ihr sei es sehr wichtig, dass das Don Camillo in vertrauten Händen weiterleben kann: „Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, es an einen meiner langjährigen Mitarbeiter weiterzugeben.“ Rosetta verspricht in den sozialen Netzwerken den Kunden: „Er wird das Geschäft, so wie ihr es kennt, unter anderem mit dem bestehenden Don Camillo-Team, weiterführen.“

Don Camillo

Service im Lockdown

Don Camillo bietet einen Abhol- und Lieferservice an: dienstags bis sonntags zwischen 12 und 22.30 Uhr. Wer seine Speisen abholen möchte, muss vorbestellen unter Tel. (0231) 77 96 71.

Die vertrauten Hände, die gehören Bekir Raka. „Wir beide“, so erzählt Rosetta, „sind praktisch zusammen groß geworden.“ Seit 26 Jahren, so berichtet der 45-jährige Raka, sei er hier im Don Camillo tätig.

Da bedarf es bei der offiziellen Übergabe zu Jahreswechsel keinerlei Einweisung. Zumal Rosetta auch sofort klarstellt, dass sie sich gut vorstellen könne, hier mal einzuspringen im Restaurant, wenn es den Bedarf denn gebe.

Den ersten Lockdown für eine Renovierung genutzt

Vor Corona gab es hier sechs Mitarbeiter plus Aushilfen. Jetzt, da das Restaurant schon lange keine Gäste mehr gesehen hat, sind nur wenige im Einsatz. Den ersten Lockdown haben Rosetta und ihr Team genutzt, um alles ein bisschen auf Vordermann zu bringen.

Manches, so lacht Rosetta, habe noch den Charme der Zeit vor 40 Jahren gehabt. Nun sind zum Beispiel die Stühle neu gepolstert und viel frische Farbe an den Wänden. Und die Küche sei auch neu gemacht worden. Ansonsten aber, das versichern Rosetta und Bekir Raka unisono: „Ansonsten aber bleibt hier alles wie es war.“ Den Gästen hat es ja offenbar auch gefallen.

Die Bilder, die im Restaurant an der Wand hängen, hat ein Gast dem Restaurant vermacht. Hier richtet Don Camillo (l.) gerade einen flehentlichen Blick nach oben - die mögliche Wiederöffnug des Restaurants wäre für die Betreiber die Erfüllung des größten Wunsches.
Die Bilder, die im Restaurant an der Wand hängen, hat ein Gast dem Restaurant vermacht. Hier richtet Don Camillo (l.) gerade einen flehentlichen Blick nach oben – die mögliche Wiederöffnug des Restaurants wäre für die Betreiber die Erfüllung des größten Wunsches. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Rosina Blotta Blaiotta sagt, sie hätte sich gewünscht, sich anders verabschieden zu können, als das jetzt in der Zeit der Corona-Pandemie möglich sei. Sie werde „Don Camillo“ sicher vermissen. Es werde immer ein Teil ihres Lebens sein.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Leben erleben, mit allem was dazugehört, das ist die Arbeit in einer Lokalredaktion, und das wird auch nach mehr als 30 Jahren niemals langweilig, in der Heimatstadt Dortmund sowieso nicht. Seriöse Recherche für verlässliche Informationen ist dabei immer das oberste Gebot.
Zur Autorenseite
Britta Linnhoff

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.