Idyllisch gelegen: Das Gelände des Gebrauchshundesportvereins Eichlinghofen Am Gardenkamp. © Britta Linnhoff
Tiefenbach-Renaturierung

Planänderung bei Tiefenbach-Renaturierung? Hundesportverein erhält neue Chance

Ein Bach auf der Hundewiese? Beim Gebrauchshundesportverein Eichlinghofen haben die Pläne der Tiefenbach-Renaturierung Unmut ausgelöst. Nun erklärt die Verwaltung das weitere Vorgehen.

Der Gebrauchshundesportverein Eichlinghofen liegt genau dort, wo der Tiefenbach – im Zuge der Renaturierung – bald verlaufen soll. So sehen es zumindest die aktuellen Pläne des Umweltamtes und der Unteren Wasserbehörde vor, die den Verein Ende Januar per Post erreichten.

Neuer Erörterungstermin im Herbst

Für den Verein war das ein Schock. Sollte der Tiefenbach tatsächlich mitten über die Hundewiese des Gebrauchshundesportvereins laufen, mache dies „das Gelände für den Hundesportverein unbrauchbar“. Mit diesen Worten konfrontierte die Vereinsvorsitzende Irene Touloupi die Bezirksvertretung (BV) Hombruch in ihrer Sitzung im März.

Fabian Rips ist Teamleiter der Unteren Wasserschutzbehörde und des Umweltamtes. In der vergangenen Sitzung (4.5.) schilderte er der Ortspolitik den Umfang der Planung: Bereits seit 2007 betreue seine Behörde die Renaturierungsmaßnahmen. Damals habe sich das Umweltamt schon mit den Nutzern auf den betroffenen Flächen ausgetauscht, unter anderem auch mit dem Gebrauchshundesportverein Eichlinghofen.

Einen ersten Planentwurf gab es 2013. Aufgrund „strenger Verfahrensschritte“ sei es dann erst 2018 zu einem ersten Erörterungstermin in der Behörde gekommen. Hier hätte der Hundesportverein teilnehmen können – allerdings sei der damalige Vorsitzende verhindert gewesen.

Im Februar 2019 sei es dann erneut zu einem Termin vor Ort gekommen, unter anderem mit einem Teil der SPD aus der Bezirksvertretung. „Aus diesen Gesprächen ist dann der Plan gegossen worden, den wir nun vorliegen haben“, erklärte Fabian Rips. Dieser sei – mit Bitte um Stellungnahme – an alle Beteiligten geschickt worden.

Der Plan soll nun den vorliegenden Stellungnahmen angepasst werden. Einen nächsten Erörterungstermin soll es voraussichtlich im Herbst geben. Das ist Corona-bedingt: Der Teamleiter möchte von einem digitalen Treffen absehen. „Bis dahin besteht keine Absicht, den Verein wegzuschaffen, sonst hätten wir uns nicht auf diesen mühsamen Weg gemacht, einen Kompromiss zu finden“, betont Fabian Rips.

Neuer Ortstermin geplant

Diese Erklärung wird von Bezirksbürgermeister Nils Berning positiv aufgenommen. „Das nimmt auf jeden Fall die Hektik aus dem Thema“, resümiert er.

Kritik kommt dagegen von der CDU: Der Termin von 2019 sei lediglich mit Mitgliedern der SPD ausgeführt worden. „Keiner hat miteinander geredet, der sogenannte Ortstermin war nicht in der BV eingetragen und hat lediglich einen Teil der SPD miteinbezogen“, sagte Guido Preuss.

Stattdessen sei ein neuer Termin vor Ort notwendig, bei dem alle Beteiligten die Möglichkeit bekommen, sich auszutauschen. Das sieht auch Thomas Quittek vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) so: „Ich denke, es würde allen guttun, alle Einzelheiten des Naturschutzes noch einmal zu erläutern.“

Generell sei er von dem Verlauf der Sitzung im März „überrascht“ gewesen: „Ich möchte nicht verhehlen, dass es in den aktuellen Plänen einen Punkt gibt, an dem der Hundesportverein betroffen sein wird“, sagte Thomas Quittek.

Seiner Ansicht nach hätte sich der Fokus bei den Projekt in den vergangenen Monaten allerdings verschoben. „Wir planen nicht gegen den Verein, wir sind sehr interessiert an einer guten Zusammenarbeit mit der BV und den Nutzern der Fläche“, sagte er. „Ich möchte aber dafür werben, dass wir den Naturraum wieder als Gesamtsystem betrachten, ein System, das geschützt werden muss.“

Johannes Schäfer, zweiter Vorsitzender des Hundesportvereins, betonte, dass der Verein beim nächsten Erläuterungstermin vor Ort sein werde. Grund für den verpassten ersten Termin im Jahr 2018 sei ein Wechsel im Vorstand gewesen.

Dorsten am Abend

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