Früher ein Weg zum Stahlwerk, heute ein Weg zum Phoenix-See: Diese Stichstraße soll nun umgebaut werden. © Jörg Bauerfeld
Straßenbau

Phoenix-See: Eine alte „Stahlstraße“ soll umgebaut werden – mit Bürgerbeteiligung

Früher lediglich eine kleine Zuwegung zur großen Hermannshütte, heute ein Stück Historie. Eine alte „Stahlstraße“ bekommt ein neues Gesicht. Die Bürger sollen dabei mit einbezogen werden.

Da musste auch Hördes bekanntester Historiker, Willi Garth, kurz nachdenken. Die Stadtteilagentur in Hörde hat ein neues Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Es geht um den Umbau einer kleinen Straße am Südufer des Phoenix-Sees. Die Keltenstraße ist ein Stück Weg, das von der Hermannstraße in Richtung Phoenix-See verläuft. Früher, als das Stahlwerk noch stand, war sie eine Sackgasse, die zu einem Werkstor führte.

Links der Istzustand auf der linken Straßenseite, rechts die Umbau-Idee: So soll es dann auf der gesamten Keltenstraße aussehen.
Links der Istzustand auf der linken Straßenseite, rechts die Umbau-Idee: So soll es dann auf der gesamten Keltenstraße aussehen. © Stadteilbüro © Stadteilbüro

Hier stehen auch heute noch die alten Wohnhäuser, die schon zu Werkszeiten nördlich der Hermannstraße standen. Einige der wenigen im Übrigen.

Heute ist die kleine Straße eine schöne Wegeverbindung hin zum See. Befahrbar ist die Keltenstraße jedoch nur in Teilen. Nach rund 100 Metern ist der Weg für Fahrzeuge zu Ende, dann geht es nur noch zu Fuß weiter. Über Treppen hinunter zum See.

Nach dem Abriss der Hermannhütte und der Anlage des Binnensees bekam die Keltenstraße eine neue Bedeutung. Die kleine Stichstraße, die viele Jahrzehnte am großen Stahlwerk endete, rückt plötzlich ins Rampenlicht – mit einer neuen Aufgabe.

Folgendes ist geplant:

Die Keltenstraße wird im Zuge des Umbaus zum verkehrsberuhig­ten Bereich. Es wird eine ebene Pflaster­fläche herge­stellt, die von allen gleichberechtigt genutzt werden kann.

Alle Zufahrten zu den privaten Grundstücken bleiben erhalten. In Richtung See wird der hintere Teil mit Pollern abgetrennt. Hier endet der von Autos befahrbare Bereich.

Ein Luftbild aus der Zeit, als das Werk noch stand: Der kleine Straßenzipfel im roten Kreis ist die Keltenstraße.
Ein Luftbild aus der Zeit, als das Werk noch stand: Der kleine Straßenzipfel im roten Kreis ist die Keltenstraße. © RVR © RVR

Die Treppe in Richtung See wird erneuert und mit Absätzen versehen. Auch wird es „Schieberampen“ für die Radfahrer geben. Bei der neuen Pflasterung fällt ein Umbauanteil auf die Anwohner zurück. Diese haben die Möglichkeit zwischen zwei Pflaster-Varianten auszuwählen.

Und wer noch weiter Anregungen zum Thema Keltenstraße machen möchte, der kann sich bis zum 31. Juli 2021 auf der Internetseite der Stadtteilagentur (beteiligung.hoerder-stadtteilagentur.de) melden.

Und wie ist die historische Einordnung der Straße?

Aber wie ist denn nun die Keltenstraße historisch einzuordnen? Schließlich gehört sie ja zu Hördes Stahlgeschichte. „Als Belegschaftsmitglied des Phoenix bin ich dort auch gelegentlich durch das Werkstor gegangen. Es war ja eigentlich nur eine kurze Sackgasse, die dann in den engen Ausweicheingang zum Werk mündete. Eine lange Treppe führte auf die Ebene, auf der das Werk angelegt war“, sagt Willi Garth, Vorsitzender des Hörder Heimatvereins.

Auch vom nahen Emschertor sei es ja auf langer Treppe hinab zum eigentlichen Werk gegangen. Und warum der Name Keltenstraße? „Die hieß früher einmal Steinstraße“, sagt Willi Garth. „1928, bei der Eingemeindung, musste Hörde Straßennamen abgeben, die schon in Dortmund existierten. Darum musste die einstige Steinstraße einen anderen Namen haben. Da griff man in die große Kiste alter Stämme. Für die Steinstraße nahm man die Kelten, einen indogermanischen Volksstamm.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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