Die Schilder stehen schon, bald kommen die Bagger. Für eine Hauptverkehrsachse bedeutet dies noch einmal drei Wochen Vollsperrung. © Jörg Bauerfeld
Ärger um Baustelle

Pfusch am Straßenbau? Hauptverkehrsachse wird zweimal voll gesperrt

Für die Anwohner im Dortmunder Süden kam die böse Überraschung in Form eines Briefes der Stadt Dortmund. Doch die hat nur einen größeren Schaden verhindert.

Es waren kleine Auffälligkeiten, die Politiker und Anwohner in Schüren und Aplerbeck aufhorchen ließen. Da war beispielsweise das kleine Verbindungsstück von der Straße „Lehmkuhle“ zur Lindstraße. Für den ersten Bauabschnitt der Kanalsanierung an der Schüruferstraße wurde hier 2018 aus einem Fußweg eine Durchfahrt für Pkw. Der Grund: Es war die Umleitungsstrecke für den Verkehr aufgrund der Sperrung der Schüruferstraße.

Und diese Umleitungsstrecke wird nun wieder gebraucht. Denn durch unsachgemäße Arbeiten an der Fahrbahndecke gibt es bald eine weitere, nein, sogar zwei weitere Vollsperrungen im Bereich der Hauptverkehrsachse zwischen Aplerbeck und Hörde.

Erste fehlerhafte Stelle:

Der erste Gewährleistungsfall betrifft den Bereich zwischen Kneebuschstraße und Schürener Straße. Hier fehlte ohnehin noch die letzte Deckschicht. Aber bei Untersuchungen im Februar 2021 ist aufgefallen, dass die Tragschicht (die momentane Decke) fehlerhaft ist. Das bedeutet, dass auf den insgesamt 500 Metern Straße, die komplette Tragschicht noch einmal herausgefräst, neu verlegt und dann erst mit der Deckschicht versehen werden kann.

Eigentlich fehlte hier nur noch die Deckschicht. Doch der Schaden ist größer.
Eigentlich fehlte hier nur noch die Deckschicht. Doch der Schaden ist größer. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Los gehen die Arbeiten am Montag (7.6.), beendet werden sie vermutlich am 18. Juni. Für die Anwohner in diesem Bereich bedeutet dies aber, dass sie während der Bauphase vermutlich keine Zufahrt zu ihren Häusern haben werden. In Einzelfällen sollten Absprachen mit der ausführenden Firma getroffen werden. Müll- und Rettungsfahrzeuge können die gesperrten Abschnitte passieren.

Woran es jetzt letztendlich liegt, dass die Straße nicht „hält“, steht abschließend noch nicht fest. Eine falsche Mischung des Auflagematerials oder ein fehlerhafter Einbau könnten die Gründe sein.

Vor allem diese Baustelle und die entsprechende Vorankündigung hat die Anwohner und die Politik auf die Palme gebracht. „Ich habe gedacht, das kann doch nicht sein, dass die Firma zwei Wochen für die letzte Deckschicht braucht“, sagt Reinhard Frank (CDU), der sich an die Stadt Dortmund wandte. Bei einem Ortstermin kam dann heraus, dass es eben nicht nur die Deckschicht ist, sondern wesentlich mehr.

„Deshalb auch der Zeitraum, der so zustande kommt“, sagt Gerhard Kappert (Tiefbauamt). „Alles Garantieleistungen, nicht auf Kosten der Stadt.“ Während der Baumaßnahmen ist ein Befahren der Schüruferstraße von der Schürener Straße und Adelenstraße nicht möglich.

Zweite fehlerhafte Stelle:

Die zweite Stelle betrifft noch den ersten Bauabschnitt der Kanalbauarbeiten an der Schüruferstraße. Hier sollen die Arbeiten am 21. Juni beginnen und bis zum 26. Juni dauern – ebenfalls in Vollsperrung der Ringofenstraße und der Straße „Nagelpötchen“.

Mitarbeiter des Tiefbauamtes trafen sich mit Reinhard Frank (CDU, Mitte) zu einem Ortstermin.
Mitarbeiter des Tiefbauamtes trafen sich mit Reinhard Frank (CDU, Mitte) zu einem Ortstermin. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

An der Stelle wurden der Kanal verlegt und eine neue Fahrbahndecke aufgetragen. Aber schon damals fiel der Stadt Dortmund auf, dass etwas nicht stimmte. In Teilen war die neue Decke wellig, die Deckschicht nicht richtig aufgebracht. „Da war schon klar, dass die ausführende Firma in Gewährleistung treten muss“, sagt Gerhard Kappert. Das wird jetzt umgesetzt. Die Umleitungen werden ausgeschildert – und auch wieder über die umgebaute Lindstraße führen.

Umleitungen auch für Bus und Bahn

Während der Bauarbeiten und der Straßen-Sperrung wird auch der öffentliche Nahverkehr wieder einmal umgeleitet.

„Mit diesen Arbeiten kann diese Großbaustelle nach 18 Monaten Bauzeit, einschließlich witterungsbedingter Unterbrechungen, endlich abgeschlossen werden“, sagt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes. Und dann soll auch die provisorische Öffnung der Straße „Lehmkuhle“ wieder zurückgebaut werden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld

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