Annegret Stephan, Uwe Stephan und Monika Marohn im Garten des Ehepaars Stephan: Einen Garten weiter entsteht momentan eines der zwei Mehrfamilienhäuser im Viertel – davor war dort eine Obstwiese. © Alexandra Wachelau

Neubauten sorgen für Unmut: „Die Häuser passen absolut nicht ins Wohnumfeld“

Obwohl erst in einem Jahr Mieter in die Neubauten einziehen, gibt es schon jetzt Ärger. Die bisherigen Anwohner fühlen sich eingeengt – einige überlegen sogar, umzuziehen.

Schon kurz nach Baubeginn, als am Doldenweg 1-3 lediglich eine große Baugrube zu sehen war, zeigten sich einige Anwohner im Viertel unglücklich über die neu entstehenden Wohnungen. Die Gründe dafür waren vielfältig.

Inzwischen sind die zwei Bauten deutlich auszumachen, im nächsten Jahr können die ersten Mieter einziehen – und die bisherigen Anwohner sind weiterhin nicht von dem Projekt überzeugt.

„Die Häuser passen absolut nicht ins Wohnumfeld“, sagt Annegret Stephan.

Sie und ihr Mann, Uwe Stephan, sehen beide Neubauten von ihrem Gartenzaun aus. „Vor dem Bau war hier eine naturbelassene Obstwiese, wir haben regelmäßig Fledermäuse gesehen“, erzählt Uwe Stephan. Inzwischen sei das nicht mehr der Fall.

Anwohner wurden im Vorfeld nicht informiert

70 Prozent der Fläche in Lücklemberg wurden verbaut, nur ein kleiner Grünstreifen ist geblieben. Ein Anwohner, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, wohnt noch näher am Neubau als das Ehepaar Stephan. Laut seiner Vermieterin habe der Bauherr Casasogno bereits für seine Wohn- und Gartenfläche eine Kaufanfrage gestellt.

Der Anwohner befürchtet, dass an seinem jetzigen Wohnort ein dritter Neubau entstehen könnte. „Es ist wie ein Damoklesschwert, das über einem schwebt“, sagt er. Auch die Tatsache, dass er seit fast einem Jahr neben einer Dauerbaustelle wohne, bringe ihn dazu, sich für seine Familie auf Dauer nach einer neuen Bleibe umzusehen.

Die zwei Neubauten beinhalten insgesamt 14 Wohneinheiten, die zwischen 67 und 154 Quadratmeter groß sind.
Die zwei Neubauten beinhalten insgesamt 14 Wohneinheiten, die zwischen 67 und 154 Quadratmeter groß sind. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Hinzu komme, dass die Nachbarn im Vorfeld nicht über das Projekt informiert worden seien. „Wir haben keine Ansprechpartner, wenn es beispielsweise darum geht, dass unsere Einfahrt wieder durch die Baufahrzeuge zugeparkt oder verschmutzt wurde“, erklärt er.

Befürchtung: Parkplätze könnten knapp werden

„Die Gerüchteküche brodelt“, sagt auch Monika Marohn, eine weitere Anwohnerin. Sie berichtet außerdem davon, dass es bereits Stromausfälle in der Straße gab, auch einen Wasserrohrbruch habe es bereit gegeben – beides aufgrund der Bauarbeiten.

Sie befürchtet zudem, dass die Parkplätze nach der Fertigstellung im Doldenweg knapp werden könnten. Dass durch den Bau dringend benötigter Wohnraum in Dortmund geschaffen wird, kritisieren die Nachbarn dabei nicht. „Gegen zwei Einfamilienhäuser hätten wir alle nichts gehabt“, betonen die vier.

„Wenn schon Wohnraum geschaffen wird, sollte er auch bezahlbar sein“, betont Annegret Stephan, „und das wird hier nicht der Fall sein“, vermutet sie. Bauherr der Häuser ist das Unternehmen Casasogno, das sich nach dem Verkauf der Bauten an zwei Investoren nur noch um die Vermietung der Objekte kümmert.

Casasogno baut unter anderem auch am Phoenix-See und im Kreuzviertel. Für die 14 Wohneinheiten, die derzeit am Doldenweg entstehen, ist eine Tiefgarage mit 17 Stellplätzen geplant. Auch zusätzliches Grün sei vorgesehen, beispielsweise in Form einer Dachbegrünung. Inzwischen haben sich laut Annegret Stephan auch die Investoren an einen Teil der Anwohner gewandt.

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