Sie gehören zu zwei Familien, sie sich Am Lennhofe ihr neues Zuhause wünschen: Kevin und Lillian Hayward sowie Felix, Jaron und Elia Dally (v.l.). © Britta Linnhoff
Neues Baugebiet

Neubaugebiet „Lennhofe“: Potentielle Bauherren hoffen auf ein neues Zuhause

Die Bebauung am Lennhofe ist ein politischer Dauerbrenner. Wohnraum gegen Natur, das ist der Konflikt. Jetzt haben sich erstmals jene gemeldet, die dort demnächst wohnen möchten.

Es geht seit langem politisch hin und her. Letztlich überstimmte der Rat die Bezirksvertretung (BV) Hombruch, die deutlich „Nein“ zu einer Bebauung am Lennhofe sagte.

Immer wieder haben Umweltschützer sich zu Wort gemeldet. Jetzt sprechen erstmals jene, die künftig gerne in dem geplanten Neubaugebiet wohnen würden. 26 der zukünftigen Nachbarn sind inzwischen in einer WhatsApp Gruppe, schließen sich dort kurz – auch in ihrer Sorge, dass ihr neues Zuhause vielleicht doch nicht Wirklichkeit werden wird. Teils haben sie schon Geld bezahlt.

„Wir haben nichts gegen Natur. Wir als Familie sind durchaus naturverbunden, gehen gerne Wandern und genießen die Natur, wo es nur geht“, betont Thomas Winkler. Auch er möchte mit seiner Familie gerne nach Menglinghausen ziehen.

„Hinter dem Vorhaben stehen Menschen“

Thomas Winkler sagt: „Hinter diesem Vorhaben stehen letztendlich doch Menschen mit ihren Familien, die dort gerne leben möchten. Mir sind aktuell über 25 Personen zuzüglich Kinder bekannt, die hoffen, dort in naher Zukunft ein schönes, aber vor allem auch ökologisches neues zu Hause zu finden.“

Hinzu komme das Generationenprojekt, für das noch Mitstreiter gesucht werden, nachdem andere abgesprungen seien, berichten Julia und Manuela Wannewitz, die von Anfang der Idee an dabei sind.

Es sei so gut wie unmöglich, in Dortmund eine Wohnung zu finden, sagt Thomas Winkler und findet: Der Wohnungsmarkt in Dortmund sei teilweise „pervers“. Manchmal gehe man zu einem Besichtigungstermin und dürfe ein Gebot abgeben, um dann später mit irren Summen überboten zu werden. Drei bis vier Jahre suche er schon.

Erfahrungen, die seine vermutlich künftigen Nachbarn bestätigen. Viele kommen aus der Nachbarschaft, sind in Hombruch geboren und wollen wieder zurück in den Stadtbezirk, oder für die Kinder raus ins Grüne und ihnen ein eigenes Zuhause bieten, sagen sie. So wie zum Beispiel Hatice Karagöz, sie wohnt schon jetzt in Hombruch, arbeitet in der Nähe des Lennhof-Gebietes und sucht einen optimalen Standort, um Arbeit und Familie zu verbinden. „Es muss doch gebaut werden“, sagt sie.

Die Lage ist optimal

Martin Schulwitz, der hier ebenfalls hinziehen möchte, findet die Lage des Gebietes gut. Es sei gut integriert in die vorhandene Wohnbebauung und gut angebunden. Das sei doch allemal besser, als wenn Neubaugebiete irgendwelche Grüngürtel ausfransen ließen.

Hier sollen die Neubauten entstehen. Im Hintergrund steht das Restaurant Lennhof.
Hier sollen die Neubauten entstehen. Im Hintergrund steht das Restaurant Lennhof. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Viele, die sich zu Wort melden, beklagen das „emotionale Auf und Ab“ bei dem politischen Hin und Her. Und auch sie berichten von einer jahrelangen Suche. Jetzt sorgen sie sich, dass es hier am Rüpingsbach vielleicht doch noch schief geht für sie.

Wolfgang Behr ist Geschäftsführer des Investors, der Firma Projektteam – Gesellschaft für Grundstücksentwicklung in Schwerte. Er macht den Bauwilligen Mut, verbreitet Optimismus: „Ich bin der Überzeugung, dass wir hier kein Abwägungsdefizit haben“, sagt Wolfgang Behr, also die Belange von Mensch und Natur bereits vernünftig abgewogen worden seien.

Vertragsabschlüsse fehlen noch

Er hofft nun bis zu den Sommerferien mit einem Satzungsbeschluss seitens der Stadt rechnen zu können, der die notwendigen Vertragsabschlüsse möglich machen würde. „Der magische Termin ist der 1. Oktober“, sagt Wolfgang Behr. Bis dahin darf aus Umweltschutzgründen nicht gerodet werden.

„Danach“, sagt der Schwerter, der schon viel Geld in das Projekt gesteckt hat, „wollen wir so schnell wie möglich anfangen.“ Mit den ersten Einzügen in den insgesamt 32 Häusern (Eigentum und zur Miete) rechnet er dann zum Jahreswechsel 2022/23.

Die potentiellen Bauherren hoffen, dass sich dann auch alles irgendwie beruhigt hat: „Wir wollen doch nicht provozieren, sondern einfach friedlich hier leben.“

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Britta Linnhoff

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