Der Neubau an der Dopheidestraße am Rande der Kleingartenanlage Fritz Husemann: Die Stadt hat den Bau genehmigt. © Britta Linnhoff
Ärger um Neubauten

Neubau im Stadtbezirk gerät schon wieder zu groß – Grün als Ausgleich

Es ist ein Déjà-vu für den ein oder anderen: Es scheint so zu sein, dass immer wieder Häuser gebaut werden, die zumindest nicht ganz den zunächst vorgegebenen Regeln entsprechen.

Der ein oder andere Anlieger oder die Spaziergänger am Rande der idyllisch gelegenen Kleingartenanlage Fritz Husemann rieb sich ein bisschen verwundert die Augen angesichts dessen, was hier vor ihren Augen wuchs: Ein Neubau, der in Baustil und Ausmaß zumindest gefühlt nicht in diese Siedlung an der Dopheidestraße nahe der Persebecker Straße passen mochte.

Ein Eichlinghofer, der die Berichterstattung unserer Redaktion über den umstrittenen Neubau am Doldenweg verfolgt hatte, äußerte die Vermutung, dass der Fall hier ähnlich gelagert sein könnte wie in Kirchhörde. Hier hatte sich herausgestellt: Das Bauvorhaben musste „angepasst“ werden, die Geschossflächenzahl war überschritten worden. Ausgleichsmaßnahmen für das auch nach der Anpassung etwas zu große Gebäude wie eine umfassende Bepflanzung sollen das kompensieren.

Die Anfrage an die Stadt zur Dopheidestraße ergab: Es ist in der Tat ähnlich. Auch hier spricht die Stadt davon, dass „das Bauvorhaben angepasst wurde“. Für das Bauprojekt sei am 4. Mai 2020 die Genehmigung erteilt worden. Es gehe um zwei Wohngebäude mit jeweils sechs beziehungsweise acht Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit 17 Einstellplätzen und neun oberirdischen Stellplätzen. Trotz der Anpassung werde die „zulässige Geschoßflächenzahl von 0,8 weiterhin um 0,06 auf 0,86 überschritten“.

Begrünung soll zu großen Neubau kompensieren

Und auch hier verlangt die Stadt als Kompensation adäquate Begrünungsmaßnahmen: „Die Stadtplanung hat unter der Voraussetzung von adäquaten Begrünungsmaßnahmen (Pflanz- und Rasenflächen, Heckeneinfriedungen und Baumanpflanzungen) gemäß Plankonzept und der Umsetzung einer Dachbegrünung der Befreiung von der Geschossflächenzahl zugestimmt.“

Der Bambus trennt die beiden Grundstücke. Viel Platz für weiteres Grün ist zwischen Neubau und dem anderen Grundstück tatsächlich nicht.
Der Bambus trennt die beiden Grundstücke. Viel Platz für weiteres Grün ist zwischen Neubau und dem anderen Grundstück tatsächlich nicht. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Und dann folgt der Satz, der den stellvertretenden Hombrucher Bezirksbürgermeister Volker Schultebraucks (SPD) schon einmal auf die Palme gebracht hatte: „Eine Zustimmung der Bezirksvertretung war aufgrund der Regelungen im Zuständigkeitsverzeichnis der Ausschüsse und Bezirksvertretungen des Rates der Stadt Dortmund nicht erforderlich.“

Bezirksvertretung muss einbezogen werden

Er hatte sich vor Wochen zum Doldenweg schon so geäußert: „Das geht so nicht. Bei uns im Stadtbezirk stehen plötzlich Häuser, von denen wir im Vorfeld nie etwas erfahren haben.“ Der Beschluss der Hombrucher Bezirksvertretung auf Antrag der SPD: Die Planungsverwaltung muss in regelmäßigen Abständen in den Sitzungen des Gremiums Bericht erstatten.

Die Planungsverwaltung stellte im Fall der Dopheidestraße also abschließend fest, dass die „Abweichungen städtebaulich vertretbar“ seien. Eine Sicht, die der Eichlinghofer nicht teilt. Er findet außerdem: Wenn es Regeln gibt, dann sollten die für alle gelten. Genauso haben sich die Anlieger in Kirchhörder geäußert.

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