Schon über Jahre, so Siegfried Wienecke, seien vor allem an der Baroper Straße Frostschäden zu beobachten. © Alexandra Wachelau
Frostschäden

Nach Schneechaos und Tauwetter kommen teils riesige Schlaglöcher ans Licht

Obwohl der Schnee inzwischen weg ist, bleiben Erinnerungen an verschneite Straßen – aber nicht nur positive: Vielerorts wurde nicht geräumt. Und jetzt werden Frostschäden sichtbar.

Am Wochenende (20./21.2.) sollen laut dem Deutschen Wetterdienst die Temperaturen auf bis zu 18 Grad steigen – sie liegen damit rund 30 Grad über den Temperaturen der vergangenen Woche, als Dortmund noch im Schneechaos versank.

Trotz des derzeitigen Sonnenscheins und frühlingshaften Wetters sind jedoch vor allem bei Autofahrern die Probleme der vergangenen Woche noch präsent: Schneeverwehungen, Glatteis und durchdrehende Autoreifen beherrschten den Alltag von Pendlern.

Siegfried Wienecke aus Eichlinghofen kann davon ein Lied singen. „Wir hatten hier tagelang eine geschlossene Schneedecke, es wurde offensichtlich nicht geräumt“, sagt er.

In anderen Bundesländern sah es besser aus

Für einen dringenden Arzttermin, der zu Beginn der Woche anstand, keine guten Voraussetzungen. Als Siegfried Wienecke dann am Mittwoch (10.2.) einen geschäftlichen Termin in Freiburg hatte, fuhr er erneut mit dem Auto.

Von den sechs Bundesländern, die er dabei durchfuhr, sei NRW am stärksten vom Schneechaos betroffen gewesen, sagt er. „Ab der Landesgrenze zu Hessen waren die Verhältnisse völlig entspannt, die Autobahn war geräumt und gestreut.“

Viele Straßen wurden während des Winterwetters gar nicht gestreut oder geräumt. Das liegt an den unterschiedlichen Prioritäten, so die Stadt. Jetzt ist alles getaut - und die Straßen sehen teils schlimmer aus als zuvor.
Viele Straßen wurden während des Winterwetters gar nicht gestreut oder geräumt. Das liegt an den unterschiedlichen Prioritäten, so die Stadt. Jetzt ist alles getaut – und die Straßen sehen teils schlimmer aus als zuvor. © Alexandra Wachelau © Alexandra Wachelau

Auch in den anderen Bundesländern – die teilweise verschneiter waren – seien die Straßen einigermaßen frei gewesen. Dass die Schneemassen nicht einfach zu beseitigen seien, verstehe er, jedoch sei er überrascht gewesen, dass in Dortmund im Vergleich teils gar nicht geräumt oder gestreut worden sei, so Siegfried Wienecke.

Straßen werden nach Priorität gestreut und geräumt

Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund, teilt mit, dass beim Streuen die Verkehrswichtigkeit und die Verkehrssicherheit entscheidend seien. „Beim Winterdienst werden die Straßen in drei Priorisierungsstufen eingeteilt: Im Grunde liegt es auf der Hand, dass zuerst die wichtigsten Straßen geräumt werden müssen.“

„Die Zusammenstellung der drei Kategorien für den Winterdienst erfolgt in Zusammenarbeit aller Dienststellen, die sich mit Angelegenheiten des Straßenverkehrs befassen: Polizei, Feuerwehr, Straßenverkehrsbehörde, Tiefbauamt, Stadtwerke, EDG“, sagt Christian Schön.

Seit Montag (15.2.) sind Räumen und Streuen nicht mehr nötig. Der Regen und das wärmere Wetter haben zuerst den Schnee und schließlich auch die vielerorts dicke Eisschicht auf Straßen und Wegen schmelzen lassen. Nun haben die Autofahrer ein anderes Problem: Aus der Schlitterpartie ist eine Holperpiste geworden.

Das Tauwetter hat auf vielen Straßen Frostschäden und teils riesige Schlaglöcher ans Licht gebracht. „Vor allem an der Baroper Straße sind solche Schäden zu beobachten“, sagt Siegfried Wienecke. Nicht alle seien neu, einige schon häufiger geflickt. Aber die Straßenverhältnisse seien noch einmal deutlich schlechter geworden.

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.